27:28-Pleite gegen Hoykenkamp Späte Niederlage für Bramscher Handballer

Tobias Brandtönnies (mit Ball) und seine Mitspieler unterlagen erneut knapp. Foto: Rolf KamperTobias Brandtönnies (mit Ball) und seine Mitspieler unterlagen erneut knapp. Foto: Rolf Kamper

Bramsche. Am Sonntagnachmittag verloren die Landesliga-Handballer des TuS Bramsche mit 27:28 gegen die TS Hoykenkamp. In der engen Schlussphase fehlte den Hausherren erneut das nötige Quäntchen Glück.

Das Spiel begann für die Zuschauer durchaus unterhaltsam, schnell ging der Ball hin und her. Zunächst verlief die Partie ziemlich ausgeglichen und die Tore fielen auf beiden Seiten, sodass es nach gut sieben Minuten 3:3 stand.

Ab der neunten Spielminute hatten die Bramscher Gastgeber ihre stärkste Phase. Nach einigen Ballgewinnen in der Abwehr und den teilweise von Keeper Kai Golchert eingeleiteten Tempogegenstößen nutzten die Hausherren ihre Torchancen souverän und erarbeiteten sich so eine 8:5-Führung.

Zu viele Distanztreffer

TuS-Trainer Gábor Fehér nahm dann ein paar Umstellungen und Wechsel vor. Obwohl die neu hereingekommenen Akteure kämpferisch da anknöpften, wo ihre Vorgänger aufgehört hatten, ging dadurch zeitweise die Souveränität im Bramscher Spiel verloren und Hoykenkamp konnte nach 18 Minuten ausgleichen (8:8).

In der Folge gerieten die Hausherren zunehmend unter Druck. So bekam man beispielsweise die Nummer 13 der Turnerschaft nie in den Griff, welche immer wieder aus dem Rückraum erfolgreich abschloss und am Ende des Spiels insgesamt acht Treffer erzielt hatte. „Insgesamt haben wir vierzehn Treffer aus neun Metern Entfernung kassiert“, gewährt Fehér Einblick in seine persönliche Statistikmitschrift, „das ist natürlich viel zu viel.“

Ferner haderten die Hasestädter nun wiederholt mit umstrittenen Schiedsrichterentscheidungen, die unter anderem Alexander Brockmeyer und Jan Börger mit Zeitstrafen vom Feld verwiesen. Fehér meinte später dazu: „Die Linie der Schiedsrichter habe ich heute überhaupt nicht verstanden.“ Dennoch versucht er nicht, die Unparteiischen für den Spielausgang verantwortlich zu machen: „Letztlich waren die Zeitstrafen aber nicht entscheidend für unsere Niederlage.“

Stattdessen sah der gebürtige Ungar einige technische Fehler und Ballverluste seines in Unterzahl agierenden Teams, die die Gäste in Front brachten. Entsprechend führten diese zur Halbzeit mit 15:13.

Nach Wiederanpfiff belohnten sich die Bramscher dann kurzzeitig für ihre stetige Moral und holten Tor für Tor den Rückstand bis zum 17:17-Ausgleich auf. „Kämpferisch kann ich meiner Mannschaft auch heute keinen Vorwurf machen“, fand dementsprechend auch Fehér.

Kurioserweise musste der Hoykenkamper Keeper nach dem Zusammenstoß mit Jan Börger verletzt für einen Feldspieler ausgetauscht werden, der im zweiten Durchgang ziemlich souverän agierte. Beide Teams verfielen nun in eine gewisse Hektik, die sich im Spielgeschehen in Form von Passfehlern und überhasteten Abschlussversuchen widerspiegelte. Auch die Turnerschaft haderte nun mehrmals mit Entscheidungen der Unparteiischen. Keines der beiden Teams konnte sich mit mehr als zwei Toren vom anderen absetzen und die Führungen hatten nie längere Zeit über Bestand.

Gut eineinhalb Minuten vor Schluss war der Spielstand abermals ausgeglichen (27:27) und die Turnerschaft befand sich im Angriff. Deren Trainer nahm eine Auszeit, um seine Mannschaft auf den vermeintlich letzten Angriff einzustellen.

Und tatsächlich gelang es Hoykenkamp ihren Außen an- und freizuspielen. Dieser netzte den Ball zum 28:27 ein. Dem TuS blieben dann nur noch acht Sekunden für seinen letzten Angriffsversuch. Zwar gelang es noch einmal, den Ball aufs Gästetor zu bringen, doch der Ausweichkeeper der Turnerschaft parierte diesen und entführte damit die zwei Punkte endgültig aus der Hasestadt.

Das extrem enge und umkämpfte Spiel hinterließ deutliche Spuren an den Nerven von Zuschauern und Beteiligten gleichermaßen. „Ich bin im Moment einfach nur leer, ich habe bis zum Ende gedacht, dass wir das Ding noch gewinnen können“, äußerte sich der zunächst sprachlose Fehér später.

Für den TuS Bramsche spielten: Linus Kruse 6 Tore, Alexander Brockmeyer 5, Kai Gellermann 5, Joshua Friese 3, Julian Göcke 3, Marcel Golchert 3, Tobias Brandtönnies 1, Guido Kroll 1, Jan Börger, Michel Ortland sowie Kai Golchert und Dominik Kyeck (beide TW).


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