Comedynacht in der Webschule Vier Comedians verbreiteten gute Laune in Bramsche


Bramsche. Comedy in der Alten Webschule: Ein neues Angebot, das sich anscheinend nicht gerade weitflächig in Bramscher herumgesprochen hat.

Nur rund 25 Besucher fanden in die Georgstraße 2 , um dort aber bestens unterhalten zu werden. Die vier auftretenden Comedians hatten nicht nur deftige Zoten und lustige Sprüche im Gepäck, sie verbreiteten auch sehr ansteckende gute Laune.

„Stadion-Stimmung im ganz kleinen Rahmen“, hatte sich Moderator und Comedian Sven Bensmann auf die Fahnen geschrieben. Der laut eigener Aussage „angehende Diabetiker aus Osnabrücker“ führte mit diversen Moderationswässerchen gewaschenen Spaß-Routinen durch den Abend und hatten auch den ein oder anderen „ulkigen“ Song mitgebracht. Natürlich bekam das Publikum dabei mal nicht ganz ernst gemeintes Fett weg und selbstverständlich durfte im eher dünn besiedelten Veranstaltungssaal auch eine lustige Anleitung zum richtig laut Klatschen nicht fehlen.

Politisch nicht korrekt, dafür lusitg

Nicht politisch korrekt, dafür aber ziemlich lustig war der Auftritt von Amjad. Der 27-jährige Palästinenser mit „NightWash“-Erfahrung, „Sprengstoff“-Rucksack und deutscher Freundin machte zuerst einmal das, was man rein optisch von ihm erwartete: Witze eines Arabers, der in Deutschland lebt. Das kam beim Publikum gut an. Noch besser war allerdings seine urkomische Donald-Duck-Parodie.

Ex-Magier Bene Reinisch war extra aus dem hessischen Fulda angereist und erklärte den Zuschauer zunächst, warum er keine Lust mehr auf Jungfrauen hat. Das Zersägen eben dieser möchte er nämlich hinter sich lassen und vollends auf die Comedy-Schiene wechseln. Mit ein bisschen weniger thematischem Fokus auf sein ehemaliges Metier könnte das in Zukunft vielleicht sogar gelingen.

Nicht ganz so weit war die Anreise für Tobias Rentzsch. Der junge Paderborner überzeugte mit Anarcho-Humor und nahm sich selbst diverse Male zum Ziel seiner Pointen. Mangelhafte Rechtschreibung, Hauptschulabschluss oder sein Beruf als Schornsteinfeger – Rentzsch nutzte große Teile seiner Vita, um seine Zoten unters Volk zu bringen. Das ging nicht immer punktgenau auf, war aber in großen Teilen ziemlich witzig.

Wiederholung wünschenswert

Unter dem Strich hat sich das Experiment „Kleine Comedy Nacht“ gelohnt. Es gab viel zu lachen und der breit aufgestellte Altersdurchschnitt des Publikums (zwischen 23 und 67 Jahren) beweist, dass generationsübergreifend Interesse an einem derartigen Angebot zwischen Comedy-Talentshow und Stand-Up-Routine besteht. Vielleicht finden bei einer neuerlichen Auflage ja mehr Bramscher den Weg in die Alte Webschule. Verdient hätte das Konzept eine zweite Chance allemal.


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