Umspannanlage notwendig Strom aus Bramscher Windrädern oft ungenutzt

Von Heiner Beinke

Ein Umspannwerk wie dieses in Osnabrück soll auch in Merzen errichtet werden. Foto: Jörn MartensEin Umspannwerk wie dieses in Osnabrück soll auch in Merzen errichtet werden. Foto: Jörn Martens

Bramsche. Beim Bau des Umspannwerkes in Merzen drängt die Zeit, weil der Strom aus den Windparks in der Region nicht aufgenommen werden kann. Das haben Vertreter des Netzbetreibers Amprion in der letzten Sitzung des Bramscher Ratsausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt deutlich gemacht.

Denn dieser Netzverknüpfungspunkt werde schon gebraucht, bevor die neue 380-kV-Höchstspannungsleitung gebaut wird, betonte Markus Mochalski von Amprion. Merzen sei ein wesentlicher Konzentrationspunkt für die vielen neuen Windenergieanlagen in der Region. Weil das Leitungsnetz überlastet sei, könne der dort produzierte Strom nicht eingespeist werden. Weil die Betreiber der Anlagen aber Anspruch auf die vorgesehene Vergütung hätten, entstünden Kosten in Höhe von 17 Millionen Euro pro Jahr, die von den Stromkunden mitbezahlt werden müssten.

Nach der Entscheidung des Amtes für regionale Landesentwicklung (ArL), die Umspannanlage nicht in das Raumordnungsverfahren einzubeziehen , dass für die Höchstspannungsleitung vorgesehen ist, werde im nächsten Jahr ein vorhabenbezogener Antrag nach dem Bundes-Immissionsschutz-Gesetz (BImschG) für die Umspannanlage gestellt, kündigte Mochalski an.

Zuvor hatte Projektsprecher Arndt Feldmann den Stand der Dinge bezüglich der Höchstspannungsleitung erläutert. Hier sei vorgesehen, im Jahr 2017 zu einer landesplanerischen Feststellung zu kommen, die mögliche Korridore für die Stromtrasse festlegt. Nach der Festlegung auf den Standort Merzen für das Umspannwerk sind die zeitweilig diskutierten Stromtrassen entlang der A1, die dann auch quer durch Bramscher Gebiet gelaufen wären , vom Tisch. Nur Ueffeln/Balkum könnten aus Bramscher Sicht noch vom Leitungsbau betroffen sein.

Laut Feldmann ist es das Ziel von Amprion, bis 2020 einen Planfeststellungsbeschluss zu erreichen, der den Stromtrassenverlauf dann „mastscharf“ darstelle. Im Jahr 2022 solle die neue Leitung dann in Betrieb genommen werden.

Feldmann ging auch auf das Thema Erdverkabelung ein, dass bei Wechselstromleitungen „ein ambitioniertes Projekt“ sei. es gebe dazu mehrere Versuchsabschnitte, auf denen erste Erfahrungen gesammelt würden. Er wies darauf hin, dass bei Masten und Freileitungen eine Haltbarkeit von 80 Jahren garantiert werden müsse, bei Erdkabel aber lediglich von 40 Jahren.

Dass nach der Grundsatzentscheidung in Sachen Umspannanlage das Thema in Bramsche viel gelassener gesehen wird, zeigte sich auch daran, dass niemand von den Ausschussmitgliedern Fragen an die Amprion-Vertreter hatte. Der Ausschussvorsitzende Ralf Bergander entließ die Firmenvertreter mit der Annahme, dass es bei ähnlichen Veranstaltungen in anderen Orten auch künftig weitaus hitzigere Diskussionen geben werde.


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