„Wir bringen Licht ins Dunkel“ Anti-Gewaltflagge vor dem Bramscher Rathaus gehisst

„Frei Leben ohne Gewalt“ fordert die Aktionsflagge, die hier zunächst im Rathauseingang präsentiert und anschließend vor dem Ratzhaus gehisst wurde. Foto: Hildegard Wekenborg-Placke„Frei Leben ohne Gewalt“ fordert die Aktionsflagge, die hier zunächst im Rathauseingang präsentiert und anschließend vor dem Ratzhaus gehisst wurde. Foto: Hildegard Wekenborg-Placke

Bramsche. „Licht ins Dunkel“ bringen sollen kleine Tageslampen, die aus Anlass des Internationalen Gedenktags „Nein zu Gewalt an Frauen“ am Freitag, 25. November 2016, auf dem Bramscher Wochenmarkt verteilt wurden. Anschließend wurde vor dem Rathaus die Aktionsflagge für ein freies Leben ohne Gewalt gehisst.

„Wir bringen Licht ins Dunkel“ - heißt in diesem Jahr das Motto der Aktion . Symbolisch dafür stehen die kleinen, aber durchaus leistungsstarken Taschenlampen, die jede Frau ans Schlüsselbund klipsen kann und deren helles Licht Angreifer zunächst einmal verunsichern könnte.. „Wir haben nicht unbedingt mehr Fälle, aber das Dunkelfeld wird zum Glück weniger“, sagte dazu Heike Bartling vom Sozialdienst Katholischer Frauen (SKF), der im Nordkreis eine der landesweiten „Beratungs- und Interventionsstellen gegen häusliche Gewalt“, kurz BISS, unterhält. Die furchtbaren Ereignisse von Hameln hätten viele Menschen entsetzt und nachdenklich gemacht, sagte sie nach den Gesprächen mit Passanten auf dem Bramscher Wochenmarkt.

Sensibler für das Thema Gewalt

Die Bramscher Frauenbeauftragte Ruth Große Brauckmann verwies auf die Zahlen, die Niedersachsens Sozialministerium Cornelia Rundt erst vor ein paar Tagen genannt hatte und nach denen jede dritte Frau irgendwann einmal Opfer von Gewalt wird. Große-Brauckmann führte den rapiden Anstieg der Zahlen darauf zurück, „dass das Thema endlich in den Köpfen angekommen ist und zum Glück immer mehr Frauen es wagen, sich zu melden“. Allgemein seien die Menschen sensibler für die Problematik geworden, sagte die Frauenbeauftragte. Wer Fälle häuslicher Gewalt in seinem Umfeld oder seiner Nachbarschaft vermute, dürfe nicht zögern, Polizei oder Beratungsstellen aufmerksam zu machen.

Das unterstrich auch Polizeichefin Ann Oldiges, die allerdings für die Region bisher keine signifikante Zunahme von Fällen häuslicher Gewalt feststellen konnte.


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