Schulausschuss tagt Kontroverse um Oberschule für Bramsche erwartet

Das Gebäude steht fest - die Schulform noch nicht. An der Heinrichstraße werden sich in Zukunft Haupt- und Realschule oder aber eine neu zu gründende Oberschule befinden. Foto: Hildegard Wekenborg-PlackeDas Gebäude steht fest - die Schulform noch nicht. An der Heinrichstraße werden sich in Zukunft Haupt- und Realschule oder aber eine neu zu gründende Oberschule befinden. Foto: Hildegard Wekenborg-Placke

Bramsche. Gründung einer neuen Oberschule oder Erhalt von Haupt- und Realschule in der bisherigen Form - diese Fragestellung dürfte am Dienstag, 29. November 2016, die Sitzung des Ratsausschusses für Schule und Kultur bestimmen. Mit einer kontroversen Debatte ist zu rechnen.

Nach monatelangem Stillstand hat die Auseinandersetzung um die künftige Schulstruktur in der Tuchmacherstadt wieder Fahrt aufgenommen. Gut ein Jahr nach Einrichtung der Integrierten Gesamtschule Bramsche in Trägerschaft des Landkreises haben die Sozialdemokraten mit ihrem Antrag an die Verwaltung, die Bedingungen für die Einrichtung einer Oberschule zu prüfen, die Schuldebatte erneut angestoßen , die vor der Kommunalwahl monatelang wegen der Mehrheitsverhältnisse zum Stillstand gekommen war. Die SPD schlägt vor, die vorhandenen Hauptschul- und Realschuljahrgänge ab dem Schuljahr 2017/18 als Hauptschulzweig und als Realschulzweig in der zu gründenden und jahrgangsweise aufwachsenden Oberschule zusammenzuführen. Standort dieser neuen Schule wäre das städtische Schulgebäude an der Heinrichstraße, in dessen Mensa das Gremium am Dienstag um 18 Uhr auch tagt.

Verwaltung sieht Vorteile

Die Verwaltung schließt sich in ihrer Beschlussvorlage dieser Argumentation weitestgehend an. Die Gründung einer Oberschule in der von der von der SPD favorisierten Form, sei möglich und bringe diverse Vorteile. „Der Nachteil auslaufender Schulen, die von Jahr zu Jahr Lehrerstunden und damit Lehrkräfte verlieren, würde so vermieden“, heißt es unter anderem. Die Arbeit unter einem Dach biete vielfältige Kooperationsmöglichkeiten.

Nur neun Anmeldungen für die Hauptschule

Hintergrund der Überlegungen sind in erster Linie die rapide rückläufigen Schülerzahlen der Bramscher Hauptschule, die für das laufende Schuljahr lediglich neun Anmeldungen verzeichnete. Dagegen konnten an der Realschule nach einem zwischenzeitlichen Einbruch im Gründungsjahr der IGS im Schuljahr 2016/17 wieder drei Klassen 5 eingerichtet werden.

CDU „ohne wenn und aber“

Diese stabilen Schülerzahlen führen die Gegner einer neuen Oberschule als Argument für den Erhalt der eigenständigen Realschule ins Feld. Elternschaft und Kollegium setzen sich vehement für den Erhalt ihrer Schule ein und bekommen dabei Unterstützung besonders von der CDU, aber zum Teil auch von den Grünen. „Wir stehen ohne wenn und aber für den Erhalt der Realschule und falls möglich für den Erhalt der Hauptschule“, positionierte sich die Bramscher CDU-Vorsitzende Imke Märkl und verwies auf einen Ratsbeschluss von Ende 2014, dass die Verwaltung ein „tragfähiges Konzept für die Zukunft der beiden Schulen vorlegen“ müsse.

Eine Elternbefragung, wie sie die Grünen im Vorfeld der Ausschusssitzung beantragt haben, lehnt die CDU bisher ab. Grünen- Fraktionssprecher Dieter Sieksmeyer beklagt eine „zunehmende Verunsicherung von Eltern , Lehrern und Schülern“ . Eine Elternbefragung würde eine nachhaltige Entscheidungsgrundlage schaffen, in welche Richtung sich dei Schullandschaft weiterentwickeln solle, heißt es in dem Antrag.

Klar für die Einrichtung einer Oberschule hat sich inzwischen der Stadtelternrat ausgesprochen .Während der jüngsten Sitzung votierten 15 von 20 anwesenden Elternvertretern für den Verwaltungsvorschlag einer schulzweigbezogenen Oberschule. Das Protokoll verzeichnet vier Enthaltungen und eine Gegenstimme - die des Vertreters der Realschule.


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