Austausch im Ratssaal Bramscher Präventionsrat feiert 20. Geburtstag

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20 Jahre Präventionsrat wurden im Bramscher Ratssaal mit Bildern, Flyern und Zeitungsausschnitten dokumentiert. Foto: Heiner Beinke20 Jahre Präventionsrat wurden im Bramscher Ratssaal mit Bildern, Flyern und Zeitungsausschnitten dokumentiert. Foto: Heiner Beinke

Bramsche. Die Atmosphäre hatte ein bisschen etwas von Klassentreffen: Im Sitzungssaal des Rathauses plauderten Mitglieder der ersten Stunde und aktuelle Funktionsträge über 20 Jahre Präventionsrat in Bramsche. Dabei wurde deutlich, wie vielfältig die Vorbeugung auf den Feldern Sucht und Kriminalität ist.

„Was man der Prävention hat, merkt man erst, wenn man sie nicht mehr hat“, lautete ein Leitsatz von Anja Fels. Die Leiterin des Fachdienstes Soziales beim Landkreis Osnabrück schilderte die verschiedenen Aktivitäten von der Unterstützung bei theaterpädagogischen Projekten über die Pflege von Netzwerken bis hin zur Salafismus-Prävention.

Vernetzung

Polizei, Schulen Suchtberatung, Gerichtshilfe, Sozialraum - eine Vielzahl von Einrichtungen, Vereinen und Behörden arbeiten in der Kriminalprävention zusammen, oft ist die Vernetzung der handelnden Personen allein schon ein Gewinn. „Es kommt darauf an, frühzeitig zu sehen, wenn etwas aus dem Ruder läuft“, schilderte Heiner Pahlmann den Ansatz. Es gehe nicht nur um große Straftaten, sondern auch darum, den Kontakt zu den Heranwachsenden und das Klima im Umgang zu verbessern. So gesehen sei auch der Berufsorientierungsparcours „Prävention im allerbesten Sinne“.

Als Mann der ersten Stunde schilderte im Ratssaal Wolfgang Wellmann die ersten Gehversuche auf damals ungewohntem Terrain. Als „gelernter Einbrechersucher“ der Polizei habe er damals im Landkreis die Präventionsidee angeschoben. „Schön, dass ich auch hier in Bramsche Gelegenheit gehabt habe, das zu üben“, betonte Wellmann

Modellprojekte

Eine hohe Kontinuität bei den handelnden Personen und dadurch gewachsenen Vertrauen ineinander sah Jan Rathjen als einen der Gründe dafür an, dass der Präventionsrat in Bramsche, anders als in vielen anderen Städten, auch heute noch „ein höchst aktives Gremium“ sei. „Es hat auch gut getan, dass es hier nie politischen Streit gegeben hat“, betonte der Geschäftsführer des Präventionsrates.

Der Präventionsrat schiebe Dinge an, die dann von alleine weiterlaufen. So beschrieb Rathjen ein zentrales Prinzip, bei dem der Bürgerstiftung besondere Bedeutung zukomme: „Die übernimmt die Rolle der Anschubfinanzierung“.

Ein wichtiger Anschub von außen war ab dem Jahr 2006 das Projekt Prävention als Chance (PaC) , in das Bramsche zusammen mit Bersenbrück als Modellkommune aufgenommen worden ist. Susanne Gremmler vom Landeskriminalamt stellte dazu das Anschlussprojekt „Communities that care“ (ctc), das auf PaC aufbaue. Auch dies könne nicht von oben aufgesetzt werden, der Antrieb müsse von allen Beteiligten selbst kommen. Jan Rathjen ergänzte, dass dabei einige Themen wie Vandalismus immer wieder auf der Tagesordnung seien, andere neu hinzukämen wie etwa Cyber-Mobbing. Der Austausch im Präventionsrat führe immer wieder zu Aktivitäten, „um die uns ganz viele Kommunen beneiden“, betonte Rathjen.


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