„Es macht einfach Spaß“ Ernennungsurkunden für Bramscher IGS-Leitung

Von Hildegard Wekenborg-Placke


Bramsche. Das „Kommissarisch“ steht zwar schon seit den Sommerferien nicht mehr im Briefkopf. Am Freitag, 4. November 2016, erhielten Thomas Behning und Karin große Holthaus nun auch offiziell die Ernennungsurkunden zum Schulleiter beziehungsweise zur didaktischen Leiterin der IGS Bramsche.

Dezernent Jürgen Westphal von der Landesschulbehörde wies bei der sogenannten „Dienstpostenübertragung“, wie der Akt im Verwaltungsdeutsch heißt, auf die große Verantwortung hin, die Behning und große Holthaus in der Entstehungsphase der neuen Gesamtschule mit großem Erfolg übernommen hätten. „Sie werden in Zukunft immer wieder Neues integrieren müssen, neue Schüler, neue Eltern, neue Mitglieder des Kollegiums“, sagte Westphal und fügte hinzu: „Aber was gibt es für einen Lehrer schöneres, als immer neue junge Menschen aufwachsen zu sehen“.

Wunsch: Abitur an der IGS

Die Bramscher Landtagsabgeordnete Filiz Polat zeigte sich erfreut, dass die IGS seit Beginn bei den Eltern so große Zustimmung gefunden habe . Ein Grund

sei sicherlich die Vielfalt der an der Schule zu erwerbenden Abschlüsse, sagte die Grünen-Politikerin und schloss einen „persönlichen Wunsch“ an: „ Dass die Schüler hier bald ihr Abitur machen können“.

Für den Landkreis als Schulträger zitierte Kreisrat Matthias Selle eine richtungweisende Meta-Studie des neuseeländischen Bildungsforschers John Hattie. Der Wissenschaftler kam nach Auswertung zahlreicher Untersuchungen zu dem Ergebnis, dass das Lehrerfeedback, nämlich ein wertschätzender, an Problemlösungen orientierter und auf wechselseitigem Vertrauen basierender Umgang der Lehrer mit den Schülern, ausschlaggebend sei für den Lernerfolg, viel wichtiger als kleine Klassen, internetbasierter Unterricht, Hausaufgaben oder selbst die finanzielle Ausstattung einer Schule. Das werde an der neuen IGS offensichtlich gelebt, lobte Selle Behning und große Holthaus für ihr Engagement in der Gründungsphase der neuen Schule.

Pahlmann: Vehementer Start

„Wege entstehen, wenn man sie geht“, zeigte sich Bramsches Bürgermeister Heiner Pahlmann erfreut über den „vehementen Start“ der IGS, die man sich in der Tuchmacherstadt schon so lange gewünscht habe. Dass die Schule bereits im ersten Jahr vierzügig an den Start gehen und dies auch im zweiten Jahr habe halten können, zeige, dass die Schule auf dem richtigen Weg sei.

Anforderungen an einen Abt

Als Vertreter der christlichen Kirchen verglich Pfarrer Tobias Kotte von der katholischen St. Martinus-Gemeinde die Anforderungen an einen Schulleiter mit den Anforderungen an einen Abt als Leiter eines Ordens, wie sie Benedikt von Nursia vor 1500 Jahren formuliert hatte und wie sie immer noch „ziemlich modern“ seien. Mehr helfen als herrschen, beim Zurückweisen nicht zu weit gehen, das geknickte Rohr nicht zerbrechen, bei Befehlen vorausschauend und besonnen sein, Menschen führen, in dem man die Eigenarten berücksichtige und immer ein Auge darauf haben, was dem Einzelnen diene, - das unter anderem hatte der Ordensgründer verlangt. „So versteht Ihr euch doch hier an der IGS“, fand Kotte.

„Willkommen“ von den Schulleiter-Kollegen

Die Leiterin der Hauptschule, Sandra Castrup, bescheinigte ,stellvertretend für die Bramscher Schulleiter, Behning und große Holthaus einen erfolgreichen Start und hieß sie „Herzlich willkommen in Bramsche“.

Viel Lob gab es im Folgenden auch von Elternvertretung und Förderverein , vom Kollegium wie von den Schülern, Lob, das Behning und große Holthaus prompt zurückgaben. „Das Team ist das Wichtigste, und dazu gehören alle, Schüler, Lehrer, Eltern, Träger und Unterstützer. Nur gemeinsam kann unsere Arbeit klappen“, sagte der Schulleiter. Die IGS habe sich zum Ziel gesetzt, einen Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit zu leisten. „Wir geben niemanden auf, auch wenn es mal schwieirig werden sollte:“ Und noch einen Punkt nannte der jetzt offizielle Schulleiter: „Was wir hier tun, macht uns einfach Spaß“.