„Amal“ will Änderung von innen Bramscher Hilfe für Roma in Bulgarien

Von Holger Schulze

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<em>Setzen sich</em> für die Roma in Bulgarien ein: Heike Harms, Vorsitzende von „Amal“, und Ingrid Themann, Kassiererin (von links). Foto: Holger SchulzeSetzen sich für die Roma in Bulgarien ein: Heike Harms, Vorsitzende von „Amal“, und Ingrid Themann, Kassiererin (von links). Foto: Holger Schulze

Bramsche. „Amal“ bedeute auf Deutsch Freundschaft. Diese Freundschaft zu sozial benachteiligten Menschen auf dem Balkan begann für die Vereinsgründer von „Amal“, Heike und Heiko Michael Harms, im Rahmen eines Engagements in der staatlichen Entwicklungshilfe.

Gewaltfreie Konfliktlösungen im Schulsystem von Mazedonien lautete seinerzeit der Auftrag, dem Heike und Heiko Michael Harms für den ZFD (Ziviler Friedensdienst) nachgingen. Vier Jahre wohnten die beiden in Skopje, wo in einem Stadtteil auch 30000 Roma leben. Fasziniert von diesem Volk, suchten Heike und Heiko Michael Harms im Anschluss an die Arbeit beim ZFD nach Möglichkeiten, sich unabhängig von einer staatlichen Organisation weiterhin für die Roma einzusetzen.

Es sind die kleinen Schritte, ganz überwiegend in Form von Beratung direkt vor Ort, mit denen „Amal“ aktuell versucht, die bedrückende Situation der Roma in Bulgarien zu verbessern. „Hilfe zur Selbsthilfe“ lautet die Vorgehensweise. Einfache Überlegungen, wie beispielsweise „Wenn du mit dem Rauchen aufhörst, hast du in sechs Monaten das Geld für einen Esel samt Wagen zusammen“, sind es, die von „Amal“ vermittelt werden müssen. Auch dass jemand, der neben einem unbestellten Acker lebt, durch das Aufbewahren der Samen vom Vorjahr im nächsten Jahr weniger hungern muss, sind keine Selbstverständlichkeiten in den Gedanken der Roma. „Änderung von innen“, auch mit christlichen Werten, gehört deshalb zum unverzichtbaren Bestandteil der Arbeit von „Amal“.

„Freundschaft ist immer wieder der erste Schritt: da sein, zuhören, verstehen. Daraus ergibt sich oft Beratung für den Umgang mit Geld, zur Reduktion von Sucht, für die Hilfe zur Selbsthilfe oder für ein Kleinbusiness“, so definiert sich „Amal“ in Kurzform selbst.

Drei Fragen an Heike Harms

Frau Harms, was war für Sie persönlich der Auslöser für die Gründung von „Amal“?

Unter anderem die unglaubliche Armut dort unten in Bulgarien. Ich habe Kinder gesehen, die im Winter barfuß zwei Kilometer durch den Schnee laufen mussten, um für ihre Familien in Kanistern Wasser zu besorgen.

Welche Motive treiben Sie bei Ihrer Arbeit an?

Ich sehe, wie die Kreativität, viele Talente und die Fähigkeiten der Menschen komplett unter den Bedingungen der großen Armut verkümmern. Insbesondere bei den Kindern merkt man dies ganz deutlich, wenn sie einmal die Chance erhalten, ihre Gaben zum Vorschein zu bringen.

Können Sie ein paar Ziele nennen, um die es Ihnen besonders geht?

Roma sind nicht, wie es so manches der Vorurteile hierzulande vermittelt, nur ständig benebelt und kriminell. Für sie Chancen zu schaffen, ihre Talente und ihre Fähigkeiten zu erkennen und diese dann zu entwickeln und sie in die Gesellschaft zu integrieren, all dies zählt zu den wesentlichen Zielen von „Amal“.


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