Plätze für 15 Kinder Neuer Kindergarten auf dem CSA-Hof Pente

Von Heiner Beinke

Meine Nachrichten

Um das Thema Bramsche Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


be/pm Pente. Die seit einigen Jahren auf dem CSA-Hof Pente bestehende Kindergroßtagespflege ist jetzt um einen Waldkindergarten erweitert worden. Die Betriebsgenehmigung des Kultusministeriums sieht nach Angaben der Stadt Bramsche eine Betreuung von bis zu 15 Kindern vor.

Von den derzeit neun dort betreuten Kindern kommen nach Angaben von Wolfgang Furche als Fachbereichsleiter der Stadtverwaltung zwei aus Bramsche, für die die Stadt – analog der Regelung für den Waldorfkindergarten Evinghausen – einen festen Platzzuschuss an den Träger leisten werde. Das Betreuungsangebot des Waldkindergartens werde seitens der Stadt „als willkommene Ergänzung – auch hinsichtlich des Elternwahlrechtes bzw. der Pluralität des Angebotes – angesehen“, betont Furche. In welchem Umfang der Waldkindergarten im Kita-Bedarfsplan des Landkreises für die Stadt Bramsche berücksichtigt werden kann, werde sich in den nächsten Jahren anhand der Belegung durch Bramscher Kinder ergeben.

Offizielle Eröffnung

Prasselndes Lagerfeuer verbreitete auf einer kleinen Waldlichtung trotz herbstlichen Nieselregens eine heimelige Atmosphäre, als zahlreiche große und kleine Gäste die Eröffnung feierten. Eine lecker duftende dampfende Kürbissuppe, deren Früchte die Kinder auf den Feldern des CSA Hofes selbst frisch geerntet hatten, wurde auf der kleinen Holzveranda des alten Blockhauses ausgeteilt. Die Kinder erlebten mit Spannung, wie das fahrende neue Holzhaus, dessen Aufbau sie selbst auf dem Hof miterlebt hatten, sich in Bewegung setzte. Ein Oldtimerschlepper zog ihr künftiges Domizil, das auf dem Fahrwerk eines alten LKW-Transporters aufgebaut war, im Schneckentempo zu seinem vorläufigen Standort.

Sinnesschulung

Hausherr Tobias Hartkemeyer stellte in seiner Begrüßung das Konzept der Handlungspädagogik vor, das in diesem Kindergartenprojekt verwirklicht werden soll. Die Kinder seien heute zu sehr der Natur und dem praktischen Tun entfremdet. Dabei werde in der aktuellen Forschung zur frühkindlichen Bildung und Entwicklung immer mehr deutlich gemacht, wie wichtig die praktische Sinnesschulung , das konkrete Erleben der Natur, das Erfahren ganz unterschiedlicher Witterung, sowie die Bewegungsentfaltung in der natürlichen Umwelt für die positive kreative Entfaltung unserer Kinder sei.

In der Runde wurden die Mitarbeitenden des Waldkindergartens und der Großtagespflege vorgestellt: Ulrike Lenser, Rosalind Kühnert-Hall, Sarah Kaufmann, Albert Wermes und Andrea von Homeyer. Yussuf und Muhammad, die erst kürzlich nach einer abenteuerlichen traumatisierenden Flucht mit ihren Eltern aus Afghanistan gekommen waren, sprachen aus, welche auch interkulturell heilende Wirkung dieses Konzept auf die beteiligten Kinder haben kann: „Kindergarten ist gut!“

Für Kinder ab drei Jahre

Der Waldkindergarten bietet eine Kinderbetreuung für eine Gruppe von bis zu 15 Kindern im Alter zwischen drei und sechs Jahren. Er ist von 7:30–12:30 Uhr (25 Stunden / Woche) geöffnet. Während der Weihnachtsferien, drei Wochen innerhalb der Sommerschulferien so wie in den Herbst und Osterferien ist die Einrichtung geschlossen. Nach dem Besuch des Waldkindergartens können die Kinder die Großtagespflege vor Ort besuchen.

Die von den Eltern zu zahlenden Gebühren richten sich nach Paragraph 7 der Benutzungs- und Gebührensatzung für die Kindertagesstätten der Gemeinden. Sie hängen von der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Sorgeberechtigten unter Berücksichtigung der Zahl ihrer Kinder ab und werden, in Abhängigkeit von der wöchentlichen Betreuungszeit, gestaffelt erhoben.

Die fachliche Betreuung wird von einer Erzieherin (Leitung) und einem Absolventen des Bachelor-Studiengangs Soziale Arbeit gewährleistet. Sie werden zeitweise von Praktikanten unterstützt.


CSA steht für Community supported Agriculture, gemeinschaftsgetragene Landwirtschaft. Bei dieser auch als solidarische Landwirtschaft bezeichneten Form fließen die Produkte in einen eigenen, von den Mitgliedern organisierten und finanzierten, durchschaubaren Wirtschaftskreislauf. Initiator des Projektes ist der Landwirt und Pädagoge Tobias Hartkemeyer. Er hat gerade ein Handbuch über Handlungspädagogik und Gemeinschaftsbildung in der Landwirtschaft verfasst, dass Ende Oktober unter dem Titel „Das pflügende Klassenzimmer“ in den Handel kommen wird. Neue Ansätze für Schulentwicklung und Erzieherausbildung sowie das Projekt Gemeinschaftshof Pente werden als Beispiele handlungspädagogischer Praxis und solidarischer Landwirtschaft vorgestellt.

Mehr zum CSA-Hof Pente auf der Homepage .

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN