Maschinenpark nach Südosteuropa Aus Engter nach Rumänien: Heyform-Umzug in vollem Gange


Engter. Der Geschäftsführer der Heyform Bramsche GmbH, Klaus-Magnus Junginger, hat den Abschluss eines Interessenausgleiches und Sozialplanes – samt Gründung einer Transfergesellschaft – als „einen ganz wesentlichen Baustein“ für die generelle Weiterführung des Unternehmens genannt.

Durch diese jüngsten Vereinbarungen mit dem Betriebsrat (unsere Redaktion berichtete) habe es die neue Leitung des Automobilzulieferers „hinbekommen, hier in weniger als sieben Monaten alles in den Griff zu kriegen und alles auf das Gleis zu stellen“. Man habe für eine betriebswirtschaftliche Stabilisierung und verbindliche Vereinbarungen gesorgt, so Junginger.

Nun könne neben der konkreten Umsetzung des Sozialplanes auch der Umzug großer Teile der Produktion ins kostengünstigere Timisoara vorangetrieben werden. Die Maschinenverlagerung nach Rumänien sei bereits in vollem Gange – und in Südosteuropa werde bereits produziert. „Es werden von dort auch schon erste fertige Teile geliefert“, erläuterte Junginger. Rund 100 Menschen hätten bei Timisoara unter dem Dach der Enec Automotive S.R.L bereits eine Beschäftigung gefunden. Und auch namhafte Kunden und Auftraggeber des Automobilzulieferers nähmen bei Besuchen vor Ort den neuen Standort in Rumänien bereits unter die Lupe.

Transfergesellschaft für drei bis elf Monate

In Engter erlebt die Heyform-Belegschaft zeitgleich den Abbau und den Abtransport von immer mehr schweren Maschinen – direkt vor ihren Augen. Alles andere als eine einfache Situation im Arbeitsalltag an der Heywinkelstraße. Dennoch lobt Geschäftsführer Junginger die Bramscher Belegschaft „die zur Stange hält und dafür sorgt, dass Aufträge zur Kundenzufriedenheit pünktlich erfüllt werden können.“ Nur so, so Junginger, sei am Ende auch die vereinbarte Transfergesellschaft (TG) umzusetzen.

Rund 190 Beschäftigte, die dieses auch wollen, werden in jener TG nach Aufhebung ihrer Arbeitsverträge bei Heyform für drei bis elf Monate – es gibt individuelle Regelungen je nach Betriebszugehörigkeit – aufgefangen. Eine sogenannte Dreiseitige Vereinbarung (Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Transfergesellschaft) regelt das. Es ist u.a. vorgesehen, das sogenannte Transferkurzarbeitergeld auf 80 Prozent des vorherigen Nettoentgeltes aufzustocken und an die Arbeitnehmer auszuzahlen. Auch ein kleines Budget für jeden Mitarbeiter für dessen Weiterqualifizierung ist ausgehandelt. Träger der Transfergesellschaft ist die Bremer Quotac Management GmbH.

Neuer Heyform-Standort nicht in Bramsche

Beschäftigte, die nicht in die Transfergesellschaft wechseln wollen, werden dagegen in engem Rahmen abgefunden.

Etwa 70 Beschäftigte (davon 48 vorerst befristet bis zum 30. September 2017) und vier Auszubildende können hingegen bei der Heyform GmbH bleiben. Denn ein kleiner Teil der Produktion sowie die Sparten Vertrieb und Entwicklung werden im Großraum Osnabrück verbleiben. Nicht in Engter am jetzigen Standort, weil die bisherigen Gebäude und Hallen zum Jahresende an einen Nachbarn verkauft sind. Dafür aber in der Region. Gehandelt wird ein neuer Standort in Melle, Bissendorf oder Rheine. Die Fläche dieser neuen Bleibe soll etwa 3500 bis 5000 Quadratmeter groß sein. „Wir sichten. Es gibt aber noch keine Entscheidung“, sagt Ko-Geschäftsführer Holger Penz. Und er bestätigt oder dementiert auch keinen der drei zuvor genannten Standortnamen.


Die von Klaus-Magnus Junginger und Holger Pens seit dem Frühjahr 2016 geführte Heyform Bramsche GmbH (vor allem Fertigung von Kofferraum- und Innenraumverkleidungen sowie Funktionsteilen wie Dämmungen und Dämpfungen) ist ebenso eine Nachfolgegesellschaft der früheren Julius Heywinkel GmbH wie das benachbarte Unternehmen Heytex, das sich um die Herstellung beschichteter technischer Textilien und Gewebe kümmert. Beide Gesellschaften agieren jedoch seit geraumer Zeit unternehmerisch völlig getrennt voneinander. Heytex hat inzwischen aber die Gebäude und Hallen von Heyform erworben, die ab Januar 2017 leerstehen werden . Heytex als Produzent technischer Textilien habe am Standort in Engter Platzbedarf.

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