Alle Beschäftigten in Transfergesellschaft Sozialplan bei Heyform in Bramsche unter Dach und Fach

Von Marcus Alwes


Engter. Der Interessenausgleich und Sozialplan bei der Heyform Bramsche GmbH ist unter Dach und Fach. Geschäftsführung und Betriebsrat unterzeichneten das Papier am Mittag und traten dann vor die bereits versammelte Belegschaft des Automobilzulieferers.

Ein wochenlanges Ringen – vor allen um Art und Umfang der Finanzierung – hat damit ein Ende gefunden. „Unter den gegebenen Umständen haben wir das Maximum herausgeholt“, erklärte der erst am Wochenanfang wieder in die Position des Betriebsratsvorsitzenden zurückgekehrte Dietmar Schminkel . Er mache keine Freudensprünge „und man kann sich sicherlich in der Theorie immer mehr vorstellen“, aber „wir haben einen ordentlichen Abschluss“, so der Sprecher der Arbeitnehmer.

Schminkel: „Wir haben einen ordentlichen Abschluss“

Zufrieden sei er insbesondere, dass es gelungen sei, „alle Beschäftigten, wenn sie denn wollen, in die Transfergesellschaft aufzunehmen“. Es sei gelungen, hier eine Regelung zu schaffen, die auch diejenigen einbeziehe, „die noch nicht fünf Jahre im Unternehmen beschäftigt sind“, betonte Schminkel. Das stimme ihn zufrieden. Auch Gewerkschaftssekretärin Brigitte Langguth, die für die IG Metall die Verhandlungen begleitet hatte, nickte an dieser Stelle. „Das Wichtigste ist, dass alle in der Transfergesellschaft abgefedert werden“, so Langguth. Insgesamt nannte sie die Gespräche über den Interessenausgleich und Sozialplan „zäh und lang“.

Weil Heyform wie angekündigt am Jahresende aus Kostengründen allergrößte Teile seiner Produktion nach Timisoara in Rumänien (Enec Automotive S.R.L) verlagern wird und deshalb etwa 190 Beschäftigte im Werk in Engter ihren Arbeitsplatz verlieren werden, bekommen jene Beschäftigten in den nächsten Tagen eine sogenannte Dreiseitige Vereinbarung zur Unterschrift vorgelegt. Sie regelt die Vertragsaufhebung mit der Heyform Bramsche GmbH und den direkten Übergang des Arbeitnehmers in ein Beschäftigungsverhältnis bei der Transfergesellschaft (Quotac Management GmbH, Bremen). Zwischen drei und elf Monaten wird hier die individuelle Vertragslaufzeit der einzelnen Arbeitnehmer umfassen.

70 Mitarbeiter und vier „Azubis“ können bleiben

Über das Jahresende hinaus werden unterdessen noch 48 Mitarbeiter in der Heyform-Produktion verbleiben. Und zwar in jenem kleinen Teil, der neben einer Vertriebs- und Entwicklungsgesellschaft an einem neuen Standort im Raum Bramsche/Osnabrück aufgebaut wird. Der Ort ist noch unbekannt, doch diese Arbeitsverträge in der Produktion sind zunächst bis zum 30. September 2017 befristet. Dazu kommen vier Auszubildende und 22 weitere Beschäftigte, die langfristig bleiben und sich um Vertrieb und Entwicklung kümmern sollen.

Die Berücksichtigung dieser Mitarbeiter, die (vorerst) nicht in Transfergesellschaft wechseln werden, „erfolgt nach einer klassischen Sozialauswahl“, kündigte Geschäftsführer Klaus-Magnus Junginger an. Und zwar aus allen Altersgruppen.


Heyform am Standort Bramsche-Engter:

Die von Klaus-Magnus Junginger und Holger Pens seit dem Frühjahr 2016 geführte Heyform Bramsche GmbH (vor allem Fertigung von Kofferraum- und Innenraumverkleidungen sowie Funktionsteilen wie Dämmungen und Dämpfungen) ist ebenso eine Nachfolgegesellschaft der früheren Julius Heywinkel GmbH wie das benachbarte Unternehmen Heytex, das sich um die Herstellung beschichteter technischer Textilien und Gewebe kümmert. Beide Gesellschaften agieren jedoch seit geraumer Zeit unternehmerisch völlig getrennt voneinander. Heytex hat inzwischen aber die Gebäude und Hallen von Heyform erworben, die ab Januar 2017 leerstehen werden . Heytex als Produzent technischer Textilien habe am Standort in Engter Platzbedarf. Man wolle hier investieren und expandieren, kündigt Geschäftsführer Heribert Decher an.