Weihnachtsgeschäft im Einzelhandel Die ersten Tannenbäume stehen schon in Bramsche

Von Steffen Menkhaus


stem Bramsche. Weihnachtskekse ab September, Adventskalender im Oktober, Schokonikoläuse gefühlt schon kurz nach Ostern. Es lässt sich der Eindruck gewinnen, Weihnachten beginnt im Einzelhandel meist schon deutlich vor der eigentlichen Adventszeit. Doch ist das wirklich so? Ein Streifzug durch die Bramscher Geschäfte bestätigt dieses Gefühl nur teilweise.

Wer zurzeit das Bramscher Möbelhaus Hardeck betritt, richtet vielleicht nicht den allerersten aber mindestens einen der ersten Blicke auf den gigantischen Kranz aus Tannenzweigen, der im Eingangsfoyer von der Decke hängt. Richtet man die Augen als nächstes auf die ausgestellten Dekoartikel, wähnt man sich in einer hochgradig weihnachtlichen Umgebung. „Das Thema Weihnachten beginnt für uns am ersten verkaufsoffenen Sonntag im Oktober “, berichtet Markus Scholz, der den Bramscher Standort des Möbelhauses leitet. Bis zum ersten Advent werden die Dekoelemente dann sukzessive erweitert. Dennoch drehe sich nicht alles nur noch um Weihnachten. Es gebe zwar einen speziellen Fachsortimentsprospekt zur Weihnachtszeit und es werde auch weihnachtliche Aktionen im Haus geben, aber „das Sortiment wird nur um Weihnachtsartikel ergänzt“, sagt Scholz.

Das Einrichtungshaus spreche somit weiterhin ein breites Publikum an, also auch die Menschen, die im Oktober noch keine Weihnachtsdeko kaufen möchten. Diese seien jedoch Scholz zufolge eher in der Minderheit. Bei Hardeck habe man festgestellt, dass der Verkaufsstart für Weihnachtsartikel im Oktober gut gewählt sei, denn „die Ware wird bereits gekauft“, so Scholz weiter.

Modisch ist noch Herbst

Anders sieht es da bei den Bramscher Bekleidungs- und Schuhläden aus. Das Modehaus Böckmann setzt noch voll auf das Motto Herbst, auch in den Schaufenstern finden sich Herbstmotive anstelle von Schneeflocken und Tannenbäumen. „Die Dekoration wird erst ab Mitte November umgebaut “, erklärt Dekoraterurin Valentina Maier. Im Angebot des Modehauses findet sich das Thema Weihnachten quasi überhaupt nicht wieder. „Wir verkaufen natürlich die aktuellen Winterkollektionen und unser Einpackservice hat auch Papier mit Weihnachtsmotiven vorrätig“, ergänzt Verkäuferin Heike Noormann.

Ein ähnliches Bild zeichnet Ludmilla Schnurr, Filialleiterin bei Deichmann in Bramsche. Der Schuhladen passt sein Angebot zwar an, indem Winterschuhe und -stiefel in den Fokus gerückt werden, ändere an seinem Sortiment aber grundsätzlich ebenfalls nichts. Auch hier werden lediglich die Schaufenster und der Verkaufsraum weihnachtlich dekoriert. „Aktuell ist bei uns aber noch Herbst“, schmunzelt Schnurr.

Adventskalender ja, Deko nein

Zwar nicht mehr Herbst, aber eben auch noch nicht Weihnachten ist im Bramscher Spielwarenladen Twenhäfel . „Adventskalender verkaufen wir seit dem ersten verkaufsoffenen Sonntag im Oktober“, erzählt Inhaber Stefan Roose. Dekorativ halte Weihnachten aber erst zu Beginn der Adventszeit im Spielwarenladen Einzug. Auch das gesamte Weihnachtsgeschäft rücke näher an das eigentliche Fest heran. Der Trend gehe dabei in Richtung Gesellschaftsspiele, auch ferngesteuerte Autos seien beliebt. Im Hinblick auf die Gesellschaftsspiele kommt dem Spielwarenhändler die Messe „Bramsche spielt“ zugute, wo Spiele ausführlich erklärt werden und auch probegespielt werden können. „Das hilft“, so Roose.

Einen Grund dafür, dass Weihnachten bei Twenhäfel nicht allzu früh beginnt, sieht Roose in der Konkurrenz des Internets. „Es gibt Leute, die erst zu uns kommen, wenn der Liefertermin beim Online-Versandhändler nach Weihnachten liegt“, berichtet Roose von seinen Erfahrungen. Er selbst bestellt die Ware, die er zu Weihnachten verkauft, bereits im Februar. Da kann es dann auch schon mal vorkommen, dass spezielle, ausverkaufte Artikel nicht mehr nachbestellt werden können. Grundsätzlich könne Ware aber reserviert werden, auch rechtzeitiges Kaufen sei natürlich eine Option. Dabei setzt Roose auf eine umfassende Beratung der Kunden. „Wir helfen, wo wir können“, sagt er. Da könne es auch mal vorkommen, dass zum Beispiel ein ferngesteuertes Auto vom Kunden im Laden ausprobiert wird, „um in die richtige Richtung verkaufen zu können“, wie Roose anmerkt. Er und seine Mitarbeiter freuen sich auf das Weihnachtsgeschäft. „Die Kunden fragen teilweise jetzt schon danach, Ware in Weihnachtspapier einpacken zu lassen“, erzählt Roose. Ab November sei auch das dann möglich.

Geteilte Meinungen bei Süßwaren

Bereits in vollem Gang ist das Weihnachtsgeschäft dagegen im K+K-Supermarkt. Der Bereich neben den Kassen ist vollgepackt mit Weihnachtsartikel. Hauptsächlich finden sich dort Süßwaren, die sich in den meisten Fällen auch nicht mehr nachbestellen lassen, wenn sie einmal ausverkauft sind, wie ein Mitarbeiter berichtet. Denn auch hier werden die Bestellungen zu Weihnachten schon früh im Jahr getätigt. Die einzige Möglichkeit bestehe darin, Waren zwischen den einzelnen Filialen zu verschieben. Sorgen, keinen Schokonikolaus mehr zu bekommen, brauche man sich aber nicht machen, auch wenn im K+K-Markt die ersten richtigen Weihnachtseinkäufe schon im September getätigt wurden, wie Mitarbeiter erwähnen.

Gegenteilig verfährt die Confiserie Hussel in der Großen Straße. Hier beginne das Weihnachtsgeschäft erst mit dem nächsten verkaufsoffenen Sonntag im November, führt Adelheid Möllmann aus. Aktuell gebe es nur einige wenige Weihnachtsprodukte, einen Großteil des Sortiments machen momentan herbstliche Produkte aus. „Wir setzen hier einen Trend gegen das immer früher beginnende Weihnachtsgeschäft“, so Möllmann. Die Mehrheit der Kunden sei damit zufrieden, dass Weihnachten bei der Confiserie nicht ganz so früh anfange.


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