Bramscher Bettwaren-Hersteller Amtsgericht: Sanders bleibt im Schutzschirmverfahren

Die Gebr. Sanders GmbH arbeitet an einer Neuaufstellung des Unternehmens. Bis Ende Dezember haben die Verantwortlichen und der Gläubigerausschuss dazu Zeit. Foto: Marcus AlwesDie Gebr. Sanders GmbH arbeitet an einer Neuaufstellung des Unternehmens. Bis Ende Dezember haben die Verantwortlichen und der Gläubigerausschuss dazu Zeit. Foto: Marcus Alwes

Bramsche. Die finanziell schwer in Schieflage geratene Gebr. Sanders GmbH aus Bramsche bleibt trotz der angezeigten Zahlungsunfähigkeit weiter im sogenannten Schutzschirmverfahren. Das hat das zuständige Amtsgericht in Bersenbrück nun auch offiziell bestätigt.

„Die Insolvenzrichterin Janine Ratermann hat die neue Situation eingehend geprüft und ihre Entscheidung getroffen“, sagte der Direktor des Amtsgerichtes, Oliver Sporré. Der Bettwarenhersteller könne damit seinen Weg, mit Unterstützung des Gläubigerausschusses und des Sachwalters Michael Mönig (Münster) bis Jahresende eigenverantwortlich an einem Insolvenz- und Sanierungsplan zu arbeiten, weitergehen. Zudem ist Sanders in jener Phase geschützt vor Vollstreckungen und Zwangsmaßnahmen der Gläubiger.

Auch eigentlich anstehende Kuponzahlung ausgesetzt

Vor allem drückende Lasten aus einer hochverzinslichen Unternehmensanleihe an der Börse (22 Millionen Euro) und andere Bankverbindlichkeiten (9,5 Mio. Euro) hatten der Sanders-Gruppe trotz Umsatzsteigerungen seit längerer Zeit schwer zu schaffen gemacht. Eine von der Commerzbank in Frankfurt/Düsseldorf unlängst nicht verlängerte Kreditlinie brachte den Traditionsbetrieb (Fehlbetrag der Unternehmensgruppe nach Steuern in Höhe von 276000 Euro im Geschäftsjahr 2015) dann endgültig in Bedrängnis. Gerade noch rechtzeitig rettete der geschäftsführende Gesellschafter Hans-Christian Sanders den Bettwarenspezialisten Ende September in das Schutzschirmverfahren.

Die ausgelaufene Kreditlinie der Commerzbank veranlasste die Verantwortlichen jedoch, zu Wochenbeginn beim Amtsgericht formal die Zahlungsunfähigkeit anzuzeigen . Ferner setzte die Sanders GmbH die für den 22. Oktober anstehende Kuponzahlung ihrer Anleihe aus. Die Gläubiger müssen also auf dieses Geld warten. Die angestrebte Sanierung bei Bettwarenhersteller werde aber „durch die Anzeige der Zahlungsunfähigkeit nicht berührt“, heißt es in der Erklärung weiter. Auch sei sein Unternehmen unter dem Insolvenzschutzschirm sehr wohl noch „im operativen Geschäft weiterhin zahlungsfähig“, teilte Hans-Christian Sanders gegenüber unserer Redaktion mit.

Umschichtung der Unternehmensfinanzierung und Investorensuche

Nur mit neuen Investoren und einer Umschichtung der Unternehmensfinanzierung zu tatsächlich zu stemmenden Konditionen dürfte jedoch dauerhaft die Trendwende gelingen. Auch daran wird im Rahmen des Sanierungsplanes gearbeitet.

Aktuell sind bei der 1885 gegründeten Sanders-Gruppe an fünf Standorten in Deutschland und der Ukraine rund 700 Menschen beschäftigt. Circa 130 davon am Hauptsitz an der Maschstraße in Bramsche.


Kerngeschäft der seit mehr als 130 Jahren bestehenden, inhabergeführten Sanders-Gruppe ist die Entwicklung, die Herstellung und der internationale Vertrieb von Bettwaren. Insbesondere hochqualitativen Kissen und Bettdecken. Sanders fertigt mit etwa 700 Mitarbeitern an fünf Standorten in Deutschland und der Ukraine für den Großhandel, Fachhändler und Warenhäuser, Möbelmärkte, Discounter sowie die Bettwarenindustrie. Sanders ist außerdem seit dem Oktober 2013 mit einer fünfjährigen Unternehmensanleihe an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert. Umfang 22 Millionen Euro, bei einem durchaus hohen Zinssatz von 8,75 Prozent.

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