Mitteilung an das Amtsgericht Gebr. Sanders GmbH in Bramsche zahlungsunfähig

Von Marcus Alwes

Vor dem Eingangsbereich der Gebr. Sanders GmbH an der Maschstraße in der Innenstadt von Bramsche. Foto: Marcus AlwesVor dem Eingangsbereich der Gebr. Sanders GmbH an der Maschstraße in der Innenstadt von Bramsche. Foto: Marcus Alwes

Bramsche. Der Bettwarenhersteller Gebr. Sanders GmbH ist nun doch zahlungsunfähig. Das hat das Unternehmen gegenüber dem Amtsgericht Bersenbrück mitgeteilt.

Gemäß § 270b, Abs. 4, Satz 2 der Insolvenzordnung sei die entsprechende Meldung an die Justiz gegangen, teilte Sanders mit, „dass die Zahlungsunfähigkeit eingetreten ist“, nachdem eine Verlängerung (sogenannte Prolongation) einer Kreditlinie bei der Commerzbank in Frankfurt/Düsseldorf nicht erreicht werden konnte.

Die angestrebte Sanierung bei Bettwarenhersteller werde „durch die Anzeige der Zahlungsunfähigkeit nicht berührt“, heißt es jedoch in der Erklärung weiter. Erste Schritte eines solchen Sanierungsplanes waren in der vergangenen Woche bereits auch im Sanders-Gläubigerausschuss beraten worden . Diese Gespräche gehen nun weiter.

Das Amtsgericht Bersenbrück muss nach Auskunft der zuständigen Richterin jetzt formal entschieden, ob das angeschlagene Unternehmen weiter unter dem sogenannten Schutzschirm bleiben kann (und damit weiterhin in eigener Sache plant und entscheidet). „Wir prüfen das gerade“, erklärte Richterin Ratermann auf Anfrage unserer Redaktion. In den kommenden Tagen rechne sie mit einer Entscheidung. Einiges deutet jedoch darauf hin, dass es zur Sanierung beim Schutzschirmverfahren bleibt.

Die heutige Firma Sanders war am 25. April 1885 – also vor mehr als 130 Jahren – von Gustav Wilhelm und Otto Sanders unter dem Namen Mechanische Baumwoll-Weberei und Färberei Gebrüder Sanders gegründet worden. Es war der Startschuss in Bramsche. Seit 1988 führt Hans-Christan Sanders – als Vertreter der vierten Generation – die Unternehmensgruppe. Sie hat neben ihrem Hauptsitz links und rechts der Maschstraße weitere Produktionsstätten in Deutschland (u.a. in Bad Bentheim) und in der Ukraine. Sanders beschäftigt aktuell rund 700 Menschen.