49. Haserundfahrt beendet Möglichst ohne Umwege durch die Bramscher Region

Von Hennig Stricker


Bramsche. Auch die 49. Haserundfahrt des Automobil-Clubs Bramsche lockte wieder viele Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet nach Hesepe. Denn hier ist seit vielen Jahren der Startpunkt für die Haserundfahrt.

Wer nun denkt, dass sich das nach einer einfachen Ausfahrt von Automobilfreunden anhört, der wird spätestens beim Start eines Besseren belehrt. „Teilnehmen kann grundsätzlich erst einmal jeder“, so Mitorganisator Werner Schick. „Die Haserundfahrt trägt als weiteren Titel den Anhang Ori 75, denn die Haserundfahrt ist eine Orientierungsfahrt über eine Gesamtstrecke von 75 Kilometern.“

In diesem Jahr führte die Strecke die Teilnehmer durch die westlichen Stadtteile von Bramsche und durch die angrenzende Samtgemeinde Neuenkirchen. Von Hesepe aus mussten die 38 Teilnehmern anhand von Karten den Weg über Achmer und Vinte zum Ziel in Ueffeln finden. Allerdings waren die zu benutzenden Straßen in einem Bordbuch vorgegeben „Glücklicherweise wurden die Bauarbeiten auf der Neuenkirchener Straße rechtzeitig beendet“, so Werner Schick weiter. „Denn der bis Freitag gesperrte Straßenabschnitt gehörte mit zu der Strecke, die wir in unserem Bordbuch als Fahrstrecke ausgewiesen hatten. Diese Planungen waren aber schon im Frühjahr abgeschlossen, und die Einrichtung der Baustelle vor einigen Wochen überraschte uns dann doch“, berichtet Schick.

Im Abstand von einer Minute wurden in Hesepe gestartet. Für die 75 Kilometer lange Strecke war eine Fahrzeit von drei Stunden vorgesehen. Zusätzlich wurde eine Karenzzeit von einer Stunde vorgesehen, sodass das Team, das zuletzt startete, spätestens um 19.38 Uhr in Ueffeln ankommen musste. „Allerdings geht es bei der Orientierungsfahrt nicht darum, als Schnellster im Ziel anzukommen. Vielmehr geht es darum, die im Bordbuch beschriebene Strecke korrekt abzufahren“, wie Werner Schick und Kurt Behning als Organisatoren weiter erläutern. „Unterwegs stehen dann mehrere Kontrollposten mit Stempeln beziehungsweise Schilder mit Buchstaben am Fahrbahnrand. Die Buchstaben und Stempelabdrücke müssen in der richtigen Reihenfolge auf der Bordkarte eingetragen sein.“

Auch Helfer haben Spaß

Ein solcher Kontrollposten erwartete die Teilnehmer an der Straße Vor den Höfen im Ortsteil Achmer. Hier warteten Gerda und Werner Hagemann zusammen mit Daniel Böhmann auf die Teilnehmer. „Bei dem guten Wetter macht das hier richtig Spaß, als Kontrollposten zu stehen“, so der Kommentar der drei Helfer, die, mit Kaffee und Kuchen ausgestattet, im Sonnenschein auf die Teilnehmer warteten.

Am Ziel in Ueffeln, dass über die Gehnstraße eigentlich nur wenige Kilometer entfernt ist, wartete hingegen Ralf Kühlmorgen auf die Teilnehmer. „Die ersten drei Teams waren schon um kurz nach 18 Uhr am Ziel angekommen“, so das langjährige Mitglied des Bramscher Automobilclubs. Kühlmorgens Aufgabe am Ziel bestand darin, die Bordkarten entgegenzunehmen und die korrekte Ankunftszeit zu vermerken. „Dafür haben wir extra eine alte Stempeluhr mit einem mechanischen Uhrwerk. Am Start wird angestempelt, und am Ziel wird abgestempelt mit derselben Uhr. Da gibt es dann keine Diskussionen über eventuelle Ungenauigkeiten, denn die benötigte Zeit und die gefahrenen Kilometer werden bei Punktgleichheit zusätzlich zur Wertung herangezogen.

Gestartet wird bei der Haserundfahrt in verschiedenen Klassen. Neben den Klassen A für Anfänger sowie B und C für Fortgeschrittene und Experten gibt es auch extra eine Klasse für Young und Oldtimer (YO), eine Klasse für Fahrzeuge von Feuerwehr und Rettungsdienst (F), eine Schnupperklasse (S) und eine separate Klasse für das Reglement in der Westdeutschen Orientierungsmeisterschaft (AK).

Klassensieg für Heseper

In der Klasse A siegten Stefan und Kim-Jördis Opp, in der Klasse B waren Helmut Hurtmann und Klaus Schewior siegreich. In der Klasse C bei den Experten siegte der aus Berlin angereiste Jürgen Brennecke mit seinen Beifahrer Petzer Kietzmann. In der Klasse YO siegten Heinz Hofstee und Elke Vogel aus dem Emsland. In der Schnupperklasse holten sich Michael Andreas und Stephan Jöllenbeck den Sieg, und in der Feuerwehrklasse fuhren die Heseper Brandschützer Joscha Niemann und Daniel Beinke einen Heimsieg ein. In der Klasse AK siegten Christoph Janosch und Wilfried Gerlach.

In der Gesamtwertung siegten dann ebenfalls die Experten aus Berlin. Für Jürgen Brennecke und Peter Kietzmann, die in der aktuellen Wertung der Norddeutschen Orientierungsmeisterschaft (Nord OM) die Plätze 4 und 10 belegen, war es erneut eine „super organisierte Orientierungsfahrt“, für die sich die Anreise aus Berlin gelohnt habe. „Kein Wunder, denn die Haserundfahrt gibt es jetzt schon 49 Jahre“, so Schick zum Abschluss. Gedanken über die 50. Haserundfahrt machen sich die Organisatoren aber erst im kommenden Winter an langen Abenden.