Krise bei Bramscher Bettwarenhersteller IG Metall kritisiert Banker im Fall Sanders scharf

Von Marcus Alwes

Wohin führt der Weg? Das Bramscher Traditionsunternehmen ist spürbar in Schieflage geraten und sucht einen Weg aus der Finanzierungskrise. Foto: Marcus AlwesWohin führt der Weg? Das Bramscher Traditionsunternehmen ist spürbar in Schieflage geraten und sucht einen Weg aus der Finanzierungskrise. Foto: Marcus Alwes

Bramsche. Kurz nach seinem 131. Geburtstag geht das Bramscher Traditionsunternehmen Gebrüder Sanders GmbH durch eine tiefe Talsohle. Doch selbst Gewerkschaftsvertreter glauben, dass die Finanzkrise beim niedersächsischen Bettwarenhersteller erfolgreich bewältigt werden kann.

„Das sogenannte Schutzschirmverfahren muss nicht das Ende sein“, sagte auch der Erste Bevollmächtigte der IG Metall, Stephan Soldanski (Osnabrück), im Gespräch mit unserer Redaktion. Es sei einst vom Gesetzgeber geschaffen worden, „um Unternehmen die sich in einer wirtschaftlichen Schieflage befinden, zu retten“. Im konkreten Fall des Bettwarenherstellers Sanders gebe es, so Soldanski, „positive Aussichten auf eine Gesundung, auch wenn der Weg nicht einfach wird“.

Das Amtsgericht Bersenbrück hatte einem Antrag auf Genehmigung eines Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung stattgegeben , teilte Sanders in einer Erklärung mit. Damit habe man drei Monate Handlungsfähigkeit für das operative Geschäft, geschützt vor Vollstreckungen und Zwangsmaßnehmen von Gläubigern. Dieser Zeitraum bleibt dem Unternehmen, um einen Insolvenz- und Sanierungsplan zu erstellen.

Unterdessen übte der IG-Metall-Bevollmächtige Soldanski scharfe Kritik an jener Bank aus Frankfurt, die kurzfristig eine Kreditlinie für Sanders habe auslaufen lassen, ohne sich auf eine Verlängerung zu einigen. Das Handeln der Bank sei „nicht nachvollziehbar“, sagte Soldanski, „Unternehmen brauchen Planungssicherheit“. Der Gewerkschafter sprach mit Blick auf Sanders von einer eigentlich „guten Auftragslage und Marktposition“ sowie von einer „guten Chance auf eine nachhaltige Sanierung“. Ziel der IG Metall sei es nun, bei Sanders eine „Fortführung und Sicherung möglichst vieler Arbeitsplätze“ zu erreichen.

Kerngeschäft der seit mehr als 130 Jahren bestehenden, inhabergeführten Sanders-Gruppe ist die Entwicklung, die Herstellung und der internationale Vertrieb von Bettwaren. Insbesondere hochqualitativen Kissen und Bettdecken. Sanders fertigt mit mehr als 700 Mitarbeitern an fünf Standorten in Deutschland und der Ukraine für den Großhandel, Fachhändler und Warenhäuser, Möbelmärkte, Discounter sowie die Bettwarenindustrie. Sanders ist außerdem seit dem Oktober 2013 mit einer fünfjährigen Unternehmensanleihe an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert. Umfang 22 Millionen Euro, bei einem durchaus hohen Zinssatz von 8,75 Prozent.