Berufsorientierung für Schuler Lob von allen Seiten für Bramscher BOP

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Bramsche. Ein gelungenes Experiment und eine bewährte Veranstaltung: Das Organisatorenteam war am Donnerstag hochzufrieden mit dem Berufsorientierungs-Parcours (BOP) in Bramsche, der diesmal aus zwei Teilen bestand: einem Angebot für rund 650 Schüler der neunten Klassen an den weiterführenden Schulen im Raum Bramsche am Donnerstag und erstmals einem etwas kleineren BOP für Eltern am Vorabend.

Handfeste Angebote

Dicht umlagert war am Donnerstag nicht nur der Stand des Maschinenbauers Thomas Feik . Die Aufgabe, aus Metall eine Rose zu formen, war vor allem bei den Jungs beliebt. Überhaupt geht der Trend bei dieser Berufsmesse ganz klar weg vom einfachen Infostand hin zu Mitmachangeboten. Chemische Experimente bei Remondis , eine Fahrt mit der ferngesteuerten Kamera durch ein nachgestelltes Kanalsystem bei den Stadtwerken sind weitere Beispiele für handfeste Angebote.

Ebenfalls im Trend: Die Auszubildenden von heute beantworten die Fragen der Azubis von morgen. „Das ist eine ganz andere Gesprächsebene. Da trauen die sich viel, eher etwas zu fragen, als wenn da ein Personaler mit Schlips steht“, sagt Sascha Thye vom Möbelhaus Hardeck . Er hatte auch keine Probleme, Auszubildende zu finden, die mitmachen: „Das hat denen auch nichts ausgemacht, dass die dafür früher aufstehen müssen. Die haben da richtig Bock drauf“.

Kontakt auf Augenhöhe

Auch weil durch diesen Kontakt auf Augenhöhe die Hemmschwelle sinkt, funktioniert der BOP als „Anbahnungsmesse“, wie es Hauptschulleiterin Sandra Castrup formuliert. Hier würden die Wege zu Praktika geebnet. Und aus dem Kreis ihrer Praktikanten wählen die Firmen ihre Auszubildenden, wie Matthias Strehl von Haustechnik Strehl bestätigt. Nicht zuletzt deshalb lohne sich aus Unternehmersicht das Engagement bei der Berufsorientierung: „Wir haben spürbar weniger Probleme, Auszubildende zu finden“.

Auf der anderen Seite seien die Schüler „hellauf begeistert“ von diesem Angebot, betont Sabine Neudorf-Stoltenberg vom Greselius-Gymnasium. Auch im Kreise der Kollegen wachse die Akzeptanz, glaubt die Lehrerin. Den Schülern werde durch den BOP ein „recht komplexes Bild“ vermittelt.

Bramsche „weit vorne“

Mit diesem Angebot sei die Stadt Bramsche im Landkreis weit vorne, meint Magdalena Antonczyk vom Übergangsmanagement Schule-Wirtschaft des Landkreises Osnabrück.: „Man guckt vermehrt nach Bramsche“, um von der Arbeit hier zu lernen, lobt sie das Organisatorenteam mit dem städtischen Wirtschaftsförderer Klaus Sandhaus, Jan Rathjen vom Präventionsrat sowie Vertretern aller weiterführenden Schulen in Bramsche und der heimischen Wirtschaft. Im Laufe der Jahre sei hier ein Netzwerk entstanden, in dem alle eng und vertrauensvoll zusammenarbeiten. „Das ist schon fast wie eine Familie“, meint Matthias Strehl.

Sehr zufrieden ist diese „Familie“ auch mit ihrem jüngsten „Kind“: Das Experiment mit dem Eltern-BOP am Vorabend sei rundum gelungen, wenn auch von der Teilnehmerzahl her „noch ausbaubar“, fand Klaus Sandhaus. Wilfried Gehrke als Sozialarbeiter der Hauptschule hob die lockere Atmosphäre hervor, die vielen Eltern gut gefallen habe. Und Sascha Hye bekam am Stand von Möbel Hardeck die Auswirkungen hautnah mit: „Meine Eltern waren gestern Abend bei Ihnen. Die haben mir gesagt, ich soll hier auch einmal vorbeischauen“ - diesen Satz habe er am Donnerstag mehrfach gehört.


Eileen Lerch und Nele Friederichs waren im letzten Jahr als Schüler beim BOP. Dieses Mal haben sie als Praktikantinnen der Bramscher Nachrichten die Schüler befragt, wie es ihnen gefallen hat:

„Laute Unterhaltungen, ab und zu das Geräusch eines Schweißbrenners und dichtes Gedränge – das war die Kulisse am gestrigen Donnerstag in der Hauptschule Bramsche beim Berufsorientierungsparcours (BOP). „Schon zu überfüllt“, meinten Jolene Marie Hilker und Tyrone Frederick. Die beiden Realschüler waren wie der Großteil aller Besucher aufgrund einer Pflichtveranstaltung der teilnehmenden Schulen dort. Trotzdem wären sie, ebenso wie die 16-jährige Hauptschülerin Rebecca de Wit, gerne auch freiwillig gekommen, da sie durch die Messe auch auf bisher unbekannte Berufe aufmerksam gemacht worden seien.

Beruf gefunden

Auf die Frage, ob einen die Veranstaltung weitergebracht hätte, antwortete Marcel Beling von der Hauptschule Bramsche, dass er sich durch den BOP bereits auf den späteren Beruf als Einzelhandelskaufmann festgelegt hätte. Die vorherige Unsicherheit bezüglich des Berufswunsches verschwand auch bei der Hauptschülerin Anna Zoll durch die gesammelten Informationen und Erfahrungen. „Es war gut, dass ich die Möglichkeit hatte, den Betrieben Fragen zu stellen“, bemerkte die 13-jährige Adelina Kolker, deren Erwartungen ebenso wie bei vielen Anderen fast vollständig erfüllt wurden. Genauso wie Adelina, die die Alexander Schule Wallenhorst besucht, schauten viele Schüler hauptsächlich bei Stationen vorbei, die sie auch für eine spätere Ausbildung in Erwägung zogen. Für sie waren besonders die Stände der Polizei, des Freiwilligen Sozialen Jahres und des Edekas interessant, was die Realschülerin Laura Freude bestätigte. Auffällig war ebenfalls der große Andrang bei Feik, die die Herstellung einer Metallrose anboten.

Trotz der allgemein positiv ausgefallenen Meinungen der Schüler könnte man laut den Gymnasiastinnen Sophie Borchering und Julia Timber einige Verbesserungsvorschläge anführen. „Mir hat es ein wenig an der Vielfalt der Berufe gefehlt“, bemängelte Sophie. Die beiden Freundinnen wünschten sich mehr kreative Berufe und dafür weniger Firmen mit dem fast identischen Angebot. Ihnen fehlte es ebenfalls an praktischen Aufgaben bei einigen Ständen. Ähnlich ging es Marcel, der das Fehlen einiger vorher angekündigter Betriebe bedauerte. Genauere Vorschläge äußerten Adelina und Rebecca, die sich mehr medizinische Angebote wünschten, beispielsweise Zahntechnik. Dem schloss sich auch Anna an, welche sich mehr Vielfalt in Richtung Videobearbeitung erhoffte.“

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