65 Lkw auf dem Hafengelände Viehfahrertreffen in Engter immer beliebter

Von Henning Stricker


Engter. Zum 3. Viehfahrertreffen versammelten sich am Wochenende 65 große Lastkraftwagen zum Transport von lebenden Tieren auf dem Hafengelände der Firma Dallmann. Organisator Rolf Kreyenhagen und sein Sohn Sven waren von der Resonanz unter Kollegen begeistert.

Fachsimpelei

Während einige Fahrer in kleinen Gruppen von Fahrzeug zu Fahrzeug gingen und über die verschieden Aufbauten und Fahrzeuge fachsimpelten, informierten sich andere über aktuelle Neuerungen bei den Fahrzeugen. Denn zeitgleich präsentierte Reimund Vodde als Vertreter der ehemals in Lappenstuhl ansässigen Firma KA-BA , die sich kurz nach der Gründung im Jahre 1948 auf den Bau von Fahrzeugen zum Transport von Vieh und Pferden spezialisierte, das neueste Model von der Firma, die seit 2014 in Greven beheimatet ist.

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Zum ersten Mal beim Viehfahrertreffen mit dabei war auch Simon Schmäing aus dem Münsterländischen Reken. Über Mund zu Mund Propaganda hatte er von dem Treffen in Engter erfahren. Und so ließen sich Schmäing, der im elterlichen Betrieb, einem Vieh- und Fleischhandel in der fünften Generation als Fahrer tätig ist, und ein weiterer Mitarbeiter mit ihren zwei Lastzügen die Teilnahme an dem Treffen nicht entgehen.

Arbeitsgerät auch Hobby

Das sein Fahrzeug nicht nur ein Arbeitsgerät ist, sondern auch sein Hobby, zeigte sich beim Innenausbau seiner Fahrerkabine. „Der Scania hat 580 PS und ist gerade eingefahren mit den 9000 Kilometern auf dem Tacho. Eine Million Kilometer muss der V8 Motor locker machen, bevor er generalüberholt wird. Und da er viele Stunden am Tag in dem Fahrzeug verbringt, hat Simon Schmäing am Interieur seiner Fahrerkabine nicht gespart. Am Innenausbau fast nichts mehr vom Original zu erkennen.

Die Türen, Sitze, Armaturenbrett und Lenkrad sind mit feinstem Leder bezogen. Auf dem Kabinenboden wurde Echtholz verlegt, genau wie der kleine Tisch in der gemütlichen Sitzecke. „Alle Schalter sind ein Unikat“, erzählt Schmäing. Und in der Tat wirken die Schalter so, als wenn sie aus dem gleichen Holz wie der Boden wären. „Dies ist aber nicht der Fall. Alle Schalter und Hebel wurden im Holzlook lackiert“, wie der Rekener erklärt. Für den Innenausbau gebe es eine Firma in den Niederlanden, die sich darauf spezialisiert hat. Für den Preis, den der Ausbau des Fahrerhauses gekostet hat, kaufen sich andere ein Auto oder machen sich einen sehr schönen Urlaub. Auf rund 23.000 Euro taxierte Schmäihng die Ausbaukosten des insgesamt rund 450.000 Euro teuren Fahrzeugs.

Rahmenprogramm

Im Rahmenprogramm des 3. Viehfahrertreffens hatte Rolf Kreyenhagen aber noch mehr zu bieten. So wurde Rodeoreiten auf dem elektrischen Bullen angeboten, im Wettstreit konnten die Trucker ihre Kräfte beim LKW ziehen messen und an den zwei Abenden, die ersten Viehfahrer reisten schon am Freitagnachmittag an, sorgten Zeltpartys für Stimmung. Lediglich die für Samstag geplante Ausfahrt aller Teilnehmer ließ man aufgrund der aktuellen Verkehrslage auf der A 1 zwischen Osnabrück und Holdorf ausfallen. Über eine nicht unbeträchtliche Summe dürften sich am Samstagnachmittag auch die Erzieherinnen und Kinder der Kindertagesstätten in Engter und Lappenstuhl gefreut haben. Denn zusätzlich wurden auf dem Treffen auch Spenden für den guten Zweck gesammelt.


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