Beschluss des Ortsrats Bramsche: „Ja“ zur Einziehung der Alten Engterstraße

Von Björn Dieckmann

Entwidmet und bebaut werden soll die Alte Engter Straße in Höhe des Möbelhauses Hardeck. Der Ortsrat Bramsche hat der Einziehung der Straße in diesem Bereich nun zugestimmt. Foto: Heiner BeinkeEntwidmet und bebaut werden soll die Alte Engter Straße in Höhe des Möbelhauses Hardeck. Der Ortsrat Bramsche hat der Einziehung der Straße in diesem Bereich nun zugestimmt. Foto: Heiner Beinke

Bramsche. Der Ortsrat Bramsche hat in seiner letzten Sitzung vor der Kommunalwahl der Teileinziehung der Alten Engterstraße zugestimmt. Diese ist Voraussetzung für den geplanten Ausbau des Möbelhauses Hardeck.

Im April hatte der Ortsrat einstimmig die Absicht erklärt, dieses Straßenstück einzuziehen, um der Firma Möbel Hardeck die Möglichkeit zu geben, die Fläche zu erwerben und zu bebauen. Die von der Firma geplante Bebauung auch auf dem Straßenstück ist im gültigen Bebauungsplan „Struwen Eck“ so vorgesehen.

Zwei Einwendungen

Nach Ablauf der Einwendungsfrist stand nun die endgültige Entscheidung über den Teileinzug an. Zwei Einwendungen hatte es gegen das Vorhaben gegeben: Der Eigentümer des Grundstücks, auf dem die Aral-Tankstelle steht, sieht durch den wegfallenden Durchgangsverkehr auf der Alten Engterstraße den Geschäftsbetrieb der Tankstelle beeinträchtigt. Dem hielt die Stadtverwaltung entgegen, die Alte Engterstraße sei eine innerörtliche Anlieger- und Durchgangsstraße ohne verkehrswichtige Verbindungsfunktion. Das Grundstück der Aral-Tankstelle sei weiterhin über zwei Einfahrten an die Malgartener Straße angebunden und werde durch die Einziehung nicht entwertet. Vielmehr sei es sogar möglich, dass bei einem steigenden Besucherverkehr zum Möbelhaus Hardeck die Aral-Tankstelle profitiere.

Sorge vor zunehmendem Straßenverkehr

Eine weitere Einwendung kam von einem Anlieger der Hermann-Tempel-Straße, die die Alte Engterstraße mit der Malgartener Straße verbindet. Er ist der Ansicht, dass durch die Sperrung der Alten Engterstraße im Bereich Hardeck das Verkehrsaufkommen in der Hermann-Tempel-Straße übermäßig steigen werde. Dadurch erhöhten sich Lärm- und Abgasimissionen. Diese Auffassung teilte die Stadtverwaltung nicht. Das von Hardeck geplante Konzept beabsichtige die künftige Abwicklung des Besucherverkehrs ausschließlich über den Kreisverkehrsplatz „Struwen Eck“, der jedoch in seiner Erreichbarkeit nicht in direkter Verbindung zur Hermann-Tempel-Straße stehe, sondern zur Osnabrücker Straße, zur Malgartener Straße und zur Straße „Auf dem Damm“. Ohnehin sei die Hermann-Tempel-Straße durch das Tempolimit von 30 km/h keine attraktive Ausweichstraße.

SPD und CDU dafür

Im Ortsrat befand Roswitha Brinkhus für die SPD-Fraktion, die Einwendungen der Bürger seien von der Stadtverwaltung „sauber abgearbeitet“ worden. Ihre Partei sei „schon früher dafür gewesen, der Firma Staas die Überbauung der Alten Engterstraße zu gestatten“. Die gleiche Möglichkeit wolle man nun auch Hardeck einräumen. Imke Märkl erklärte für die CDU-Fraktion, eine „wirtschaftliche Entwicklung muss möglich sein“. Das Möbelhaus sei auch ein Frequenzbringer für die Innenstadt und mache Bramsche bekannter. Die Entwicklung des Straßenverkehts an der Hermann-Tempel-Straße müsse man allerdings im Auge behalten und gegebenenfalls reagieren. Aber eben nur dann, wenn dies notwendig sei.

Ablehnung der Grünen

Eine andere Auffassung vertrat dazu Ilka Marlen Holtgrave von den Grünen: Das Möbelhaus Staas sei „nicht pleite gegangen und Hardeck wird es auch nicht tun, wenn alles so bleibt, wie es jetzt ist“, meinte sie. Sie teile die Sorge vor zunehmendem Straßenverkehr im Umfeld, wenn die Alte Engterstraße überbaut wird.

Holtgrave sprach sich deshalb bei der Abstimmung gegen die Teileinziehung der Straße aus, ihr Parteikollege Hilmar Franke enthielt sich. SPD und CDU waren geschlossen dafür.

Nun müssen auch der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt und der Verwaltungsausschuss noch zustimmen.