Rechtsanwälte haben wieder das Wort Verhandlungen bei Heyform in Engter gehen weiter


Engter. Die Rechtsanwälte haben seit dem Wochenanfang beim Automobilzulieferer Heyform wieder das Wort. Unternehmensführung und Betriebsrat führen ihre Verhandlungen über einen Interessenausgleich, einen Sozialplan und eine Transfergesellschaft fort.

In den kommenden Wochen sollen die bereits ausgehandelten Eckpunkte konkretisiert und präzisiert werden. Rund 200 Arbeitnehmer sind davon bei der Heyform GmbH betroffen. Denn sie verlieren spätestens am Jahresende ihren Arbeitsplatz, weil der Automobilzulieferer einen Großteil seiner Produktion aus Kostengründen nach Timisoara in Rumänien sowie eine Restproduktion, den Vertrieb, seine Entwicklung und die Verwaltung nach Espelkamp verlegt.

Betriebsratsvorsitzender: „In einem Spagat„

Unterdessen räumt der Betriebsratsvorsitzende Dietmar Schminkel ein, dass er und seine Mitstreiter sich momentan „in einem Spagat befinden“. Denn viele der Beschäftigten würden sich bereits jetzt nach einem neuen Job umschauen („Dabei wollen wir sie natürlich unterstützen“), während deren fleißige Hände eigentlich noch bis zum Jahresende im Werk in Engter gebraucht werden. „Sehr kompliziert“ sei die Situation auch, so Schminkel, weil zur Stunde immer noch nicht klar sei, wieviele der circa 200 Arbeitnehmer mit nach Espelkamp gehen können („Zwanzig, dreißig oder fünfzig?“) und wieviele einen Vertrag zum Übertritt in eine Transfergesellschaft unterzeichnen werden.

Interessant auf dem regionalen Arbeitsmarkt sind die Heyform-Beschäftigten offenbar aber auch für andere Betriebe. Vielleicht sogar in der direkten Nachbarschaft in Engter, wo bekanntlich Firmen wie Heytex (Herstellung Technischer Textilien) oder der Bierhefe-Produzent Leiber angekündigt haben, in den kommenden Monaten räumlich expandieren zu wollen. Möglicherweise ja auch personell. Rund zehn Kilometer entfernt hat auf jeden Fall der Sportartikelhersteller Adidas erklärt, mit seinem gewaltigen Ausbau in 2017/18 im Niedersachenpark auch das Personal in seinem Logistikzentrum noch einmal spürbar aufstocken zu wollen. Mindestens um 150 Arbeitskräfte, sogar bis zu 450 neue Mitarbeiter seien denkbar , ließ Adidas bereits verlauten.

Ab 15 Euro brutto aufwärts

Für die Mitarbeiter in der Produktion bei Heyform werden – nach Informationen unserer Redaktion – augenblicklich Stundenlöhne zwischen 15 und etwas mehr als 20 Euro brutto gezahlt. Weder Betriebsrat noch Geschäftsführung wollen das allerdings auf Nachfrage öffentlich bestätigen. Dietmar Schminkel berichtet aber, dass sich bei ihm beispielsweise der Personalleiter eines bekannten Wintergartenherstellers gemeldet habe, um sich nach möglichen Fach- und Hilfskräften zu erkundigen. „Ich wurde auch von einer großen Automobilfirma aus dem Allgäu angerufen. Von dort wurde mir eine Liste mit offenen Stellen geschickt. Die hängt jetzt bei Heyform am Schwarzen Brett aus“, so der Betriebsratsvorsitzende: „In der Branche wissen eben viele, was bei uns los ist.“ Und auch, was die Belegschaft könne.


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