Sommerkultur-Publikum begeistert Reverend Rusty bringt den Blues nach Bramsche


Bramsche. Ein Prediger des Blues mit zwei weiteren Musikern stand am Donnerstag beim Sommerkulturprogramm auf der Bramscher Kirchplatzbühne. Reverend Rusty & The Case ist eine durchgängig von den Rezensionen hochgelobte Formation in Sachen Schwarzer Musik.

Der Blues, ergänzt durch sämtliche Endungen oder Voranstellungen, wie Rhythm & Blues, Blues-Rock, Lowdown Blues, Reggae-Blues und schließlich auch Bluegrass, werden der Band zugeschrieben. Gerne lassen Reverend Rusty Stone, Al Wood und Mr. C. P. aus München ihr Programm auch mit der Saftigkeit eines T-Bone-Steaks und der Schärfe von Tex-Mex-Food vergleichen. Scharf war es in jedem Fall, wie Rusty Stone von Beginn an seine Gitarre rannahm. Massive Läufe, das gesamte Griffbrett rauf und runter, - sein Ding. Mit Power startete das Konzert und war auch im weiteren Verlauf des Konzertes dafür verantwortlich, dass das Publikum, das nicht nur zuhören, sondern sich zwischendurch ebenso einmal unterhalten wollte, mit der Konversationslautstärke etwas mehr als sonst nachsteuern musste.

Kraftvoll

Reverend Rusty & The Case stehen für kraftvollen, handfesten Blues in den unterschiedlichsten Varianten. Selbst in den etwas langsameren oder leiseren Passagen weit entfernt von jedem Steh-Blues-Verdacht, zelebrierten die drei Musiker einen tempodynamischen Musikstil, angereichert von ideenreichen wie zielorientierten Läufen sowohl von der Leadgitarre als auch vom Bassmann. Angenehm bereichernd wirkte ferner der gelegentliche Griff von Schlagzeuger Al Wood zur Cajon, der damit der Soundintensität seiner beiden Vorderleute ab und an ergänzte, ohne dabei die Lautstärke weiter in die Höhe zu treiben..

Keine Zeit verplempert

Reverend Rusty verplemperte keinerlei Zeit mit Moderationen oder der verbalen Kontaktaufnahme zum Publikum. Vergleichbar mit einem Prediger von der Kirchenkanzel herab, teilte er seine Wahrheiten und Bekenntnisse in fortgesetzter Form durch Akkorde und schnörkellose Texte mit. Lediglich ein Spaziergang während eines seiner zahlreichen Soli ließ ihn auf Tuchfühlung mit dem Publikum gehen und durch die Zuschauerreihen wandern, während er entspannt weiterspielte.

Die Songtexte handelten unter anderem vom Zurück zu den Wurzeln des Blues, drehten sich um das Verlassenwerden oder gaben die Einstellung des Predigers zum Blues wieder. Doch eigentlich war der intellektuelle Inhalt des Abends, transportiert über den Gesang, auch Nebensache. Der Blues des Reverends und seiner Band glich in erheblichem Umfang einem virtuosen E-Gitarrenkonzert von intensiven Saitenarbeitern und einem nicht weniger engagierten Rhythmusmann. Stark auch im zweiten Teil des Konzertes: der Einsatz von Mr. C.P. am Helikon, einem Verwandten der Tuba. Hiermit, sowie bei anderen Stücken durch die Integration von Reggae- und Rock ‚n‘ Roll-Elemente lief, das Trio zu Höchstform auf.

Lob aus dem Publikum

Entsprechend waren die Reaktionen aus dem Publikum Michael Hartong genoss besonders die „gradlinige Musik,die passt hier einfach gut hin. Überhaupt ist die Sommerkulturprogramm-Musik gut ausgesucht und vielfältig.“ „Die Musik hier ist immer sehr abwechslungsreich. Es macht Spaß, hier Freunde zu treffen und der Musik zu lauschen. Das heutige Programm ist fetzig und verbreitet gute Laune“, schloss schließlich Nicole Uhl das Meinungsbild im Rahmen der Stichprobenbefragung ab.

Natürlich durften nach so viel Lob Reverend Rusty & The Case die Bühne nicht ohne Zugaben verlassen. Allerdings zeigte sich die Band hierbei selbstsicher. Es dauerte eine Weile, bis das Publikum die von den Musikern geforderte Intensität des Zugabenwunsches artikuliert hatte, sodass die Musiker schließlich erneut an ihre Instrumente zurückkehrten.

Noch bis zum 1. September gibt es im Rahmen des Sommerkulturprogrammes Konzerte unter dem Motto „umsonst und draußen“.


Die verbleibenden Termine im Sommerkulturprogramm

  • Samstag, 30. Juli: „Bonnie & Taylor Sims“ (Country/Folk), Gasthof Bischof-Reddehase, Hesepe.
  • Donnerstag, 4. August: „B.B. Riders“ (Blues/Funk), 19.30 Uhr, Kirchplatz.
  • Samstag, 6. August: „Feelin‘ Good“ (Rock/Blues), 20 Uhr, Hasebad.
  • Donnerstag, 11. August: „Manny“ (Folk), 19.30 Uhr, Kirchplatz.
  • Freitag, 12. August: „Courage“ (Rock/ Blues), 20 Uhr, Schützenhalle am Lutterdamm.
  • Donnerstag, 18. August: „Bakad Kapelye“ (Polka), 19.30 Uhr, Kirchplatz.
  • Donnerstag, 25. August: „Crazy Hambones“ (Blues 2000), 19.30 Uhr, Kirchplatz.
  • Donnerstag, 1. September: „Crystal Pasture“ (Polka/Folk/Rock), 19.30 Uhr, Münsterplatz.
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