Tafel an der Alten Webschule Bramscher Jugendliche feiern Zuckerfest gemeinsam

Von Holger Schulze

Im Hof der Alten Webschule wurde das Zuckerfest gefeiert. Foto: Holger SchulzeIm Hof der Alten Webschule wurde das Zuckerfest gefeiert. Foto: Holger Schulze

Bramsche. Das Verständnis füreinander fördern und zugleich das gute Miteinander zwischen Muslimen und Christen pflegen, diese beiden Anliegen standen am Freitagnachmittag im Mittelpunkt, als im Hof der Alten Webschule zum zweiten Mal das Zuckerfest gefeiert wurde.

„Letztes Jahr wurde unsere Premiere ganz gut angenommen. Deshalb machen wir es weiter. Für uns ist wichtig, nicht nur die christlichen Feste gemeinsam zu feiern, an denen ja auch die Muslime teilnehmen. Den Christen unter uns soll ebenso der Hintergrund der anderen Glaubenskultur transparenter gemacht sowie insgesamt die Integration gefördert werden“, schilderte Verena Lemke-Romme die Ziele dieses Zuckerfestes.

Zwar liegt das eigentliche Zuckerfest schon etwa zwei Wochen zurück. Aber weil viele in Urlaub waren und dieses Fest zunächst in der Familie gefeiert wurde, hatten sich Verena Lemke-Romme und Viktor Gallinger, die beide für den Verein Universum die offene Jugendarbeit in der Alten Webschule anbieten, dazu entschlossen, zu einem späteren Zeitpunkt das Fest nachzuholen.

Zahlreiche Torten, Schokoküsse, Kekse und weitere Süßigkeiten standen auch diesmal wieder auf der festliche geschmückten Tafel. Zusätzlich hatte Viktor Gallinger den Samowar in Betrieb genommen.

„Das Zuckerfest ist für uns wie für die Deutschen Weihnachten. Zuhause haben wir die Jungs und die Männer zum Beten in die Moschee geschickt. Morgens dürfen das beim Zuckerfest ja nur die Männer. Dann wurden Süßigkeiten gegessen, danach Hähnchen, Kartoffeln und Pita. Anschließend wurde Musik angemacht und getanzt. Dann gab es die Geschenke, zum Beispiel Geld und Kleidung“, so beschrieb Samanta Shaqiri die bei ihr Zuhause gepflegte Tradition nach dem Ende des Fastenmonats Ramadan. „Dass wir das Zuckerfest auch in der Alten Webschule feiern, finde ich echt schön. Ich bin gespannt, was die Jugendlichen vielleicht von uns Muslimen über das Zuckerfest wissen wollen.“

Für Justin Lange war es die erste Teilnahme an diesem hohen Fest. „Ich wurde eingeladen, ich kenne das nicht und es interessiert mich einfach, wie die Muslime dieses Fest feiern. In der Schule und im Bekanntenkreis haben wir zwar schon darüber gesprochen. Dass dabei viel gegessen und geredet wird und dass es Geschenke gibt wurde mir bereits erzählt. Jetzt will ich es einfach mal live erleben“, nannte Justin Lange als Gründe für seine Teilnahme am Zuckerfest. Eingeladen waren dieses Mal auch die Mitglieder der AWO Wohngruppe für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge .


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