Wie ein kleiner Park Neues Urnenfeld für den Bramscher Friedhof

Von Hildegard Wekenborg-Placke

Mit Natursteinen gestaltet die Künstlerin Anette Liedke die Stelen am neuen Urnenfeld auf dem Friedhof Osnabrücker Straße. Vom Fortschritt der Arbeiten überzeugen sich Landschaftsarchitekt Hyco Verhaagen und Manfred Terhalle, St. Martin-Kirchengemeinde (von links). Foto: Hildegard Wekenborg-PlackeMit Natursteinen gestaltet die Künstlerin Anette Liedke die Stelen am neuen Urnenfeld auf dem Friedhof Osnabrücker Straße. Vom Fortschritt der Arbeiten überzeugen sich Landschaftsarchitekt Hyco Verhaagen und Manfred Terhalle, St. Martin-Kirchengemeinde (von links). Foto: Hildegard Wekenborg-Placke

Bramsche. Auf dem Friedhof an der Osnabrücker Straße entsteht im Sommer 2016 ein neues Urnenfeld. Gestaltet wird es vom Landschaftsarchitekten Hyco Verhaagen und der Mosaikkünstlerin Anette Liedke.

„Wir haben hier in letzter Zeit schon einiges neu gestaltet. In letzter Zeit wurden vermehrt Wünsche aus der Bevölkerung nach nicht so pflegeintensiven Bestattungsarten an uns herangetragen. Dem wollen wir jetzt nachkommen“, sagt Manfred Terhalle vom Friedhofsausschuss der St. Martin-Kirchengemeinde. Mehr als 50 Prozent Urnenbestattungen verzeichnet man in Bramsche mittlerweile . Zwei ältere Urnenfelder wurden inzwischen neu gestaltet. Ganz in der Nähe der Kapelle kommt jetzt ein Weiteres dazu.

Kleine Parklandschaft

„Wir wollen hier eine Art kleine Parklandschaft schaffen, die bewusst im Gegensatz zum strengen, geometrisch geordneten Charakter des Friedhofes steht“, erklärt Hyco Verhaagen. Die Heckeneinfassungen sind im Bogen geschnitten, die Wege in weich schwingenden Linien angelegt. Sie sollen Luft und Wasser, Bewegung und Strömung symbolisieren. „Jeder soll hier ein Umfeld für eine Bestattung finden, die ihm entspricht. Wir haben auch einen kleinen Friedwald“, ergänzt der Landschaftsarchitekt.

Drei Stelen mit Mosaiken

Ein wesentliches Gestaltungselement sind drei Stelen, die Mosaikkünstlerin Liedke gerade gestaltet. Gelbe und schwarze Natursteine aus der Region korrespondieren mit einen grünen Stein aus Afrika. Gebrochen werden die Strukturen durch Spiegelemente, die den Objekten mit dem Mittel der optischen Täuschung eine unerwartete Transparenz verleihen. „Die Mosaiken bilden Fixpunkte einer gedachten Spirale, die für den Weg des Lebens steht“, erläutert Verhaagen. Und Liedke ergänzt: „Einige Menschen suchen sich Steine und bitten mich, sie in das Mosaik einzuarbeiten“.

Denn, so pflegeleicht die Grabstätte ist, anonym wird sie nicht sein. Die Verstorbenen werden zwar unter einer Rasenfläche bestattet. An der Stelen werden Glasplatten angebracht, in die die Namen der Bestatteten eingefräst werden. Der Blick auf das Mosaik bleibt so erhalten.