ZDF-Küchenschlacht Im Finale war Schluss für Noura aus Bramsche

Erinnerungsfoto mit Stars: Mario Kotaska, Noura Veltrup aus Bramsche und Johann Lafer. Foto: VeltrupErinnerungsfoto mit Stars: Mario Kotaska, Noura Veltrup aus Bramsche und Johann Lafer. Foto: Veltrup

Bramsche. So ganz hat es dann doch nicht gereicht. Im Finale der aktuellen Küchenschlacht-Staffel am 15. Juli 2016 musste sich Noura Veltrup aus Bramsche ihrem Mitbewerber Jakob (Jakl) Wolf geschlagen geben.

„Europäische Küche ist einfach nicht so meins“, gibt die gebürtige Libanesin zu. „Es wäre schon ungerecht gewesen, wenn ich und nicht der Jakl gewonnen hätte“, räumt die 39-jährige Bürokauffrau und Hobbyköchin neidlos ein. „Gazpacho verde mit Garnelenknusper als Vorspeise und als Hauptgang Konfierten Kabeljau auf Liebstöckelbröseln galt es zu zaubern nach einem Rezept von Starkoch Mario Kotaska, der den Kandidaten während der Woche als Coach zur Seite gestanden hatte. „Liebstöckel und Sauerampfer, das habe ich noch nie in der Hand gehabt und das habe ich hier fürs Probekochen auch gar nicht bekommen“, erzählt die Finalistin. Überhaupt Probekochen: „Wir haben die Rezepte bekommen und eigentlich wollte ich die gar nicht ausprobieren, weil ich nie daran gedacht hätte, so weit zu kommen“, erinnert sie sich an die letzten Tage vor Aufzeichnung der Show. Eine Nachbarin überredet sie dann doch, „aber ich habe gleich gewusst, dass das nicht meine Welt ist“. „Jakl“ ist ein supercooler Typ und ein ganz toller Koch“, lobt sie. Kein Wunder, dass Familie Veltrup auf dem Weg aus dem Urlaub in Südtirol einen Abstecher zu „Jakl“ ins Bayerische machte. „Wir haben zusammen gekocht und ganz viel Spaß gehabt.“

DFB-Pokal mit Johann Lafer

Überhaupt lobt sie die lockere Atmosphäre im Studio und hinter den Kulissen. Nur ein Beispiel: Als bereits im Mai die Folgen abgedreht wurden, wurde im Anschluss der Dreharbeiten kurz entschlossen ein großer Fernseher organisiert. Gemeinsam mit Johann Lafer verfolgten die Kandidaten das DFB-Finale der Bayern gegen Dortmund. „Lafer hat Kuchen für alle holen lassen“, erzählt sie. Starallüren sehen anders aus.

„Die Gewürze sind mein Heiligtum“

Das Pläuschchen mit den Stars gehörte nach dem Dreh jeder Folge einfach mit dazu. Und für Noura Veltrup auch die Anerkennung der Promis, so ungewöhnlich und spannend auch für verwöhnte europäische Gaumen waren offenbar ihre Rezepte und orientalischen Küchentricks. „Meine Gewürze habe ich mitgenommen in die Show . Die sind mein Heiligtum“ verrät sie und schieb gleich nach: „Koriander niemals roh zum Essen geben, sondern immer mit Knoblauch anrösten und erst dann zu den Gerichten geben. „Sonst schmeckt‘s gar nicht“. Das war offenbar nicht einmal Coach Mario Kotaska bekannt, der Noura Veltrup bestätigte: „Ich habe viel von dir gelernt“.

Einladung in die Schweiz

Noch einen Schritt weiter ging die als kritisch bekannte Schweizer Starköchin Meta Hiltebrand , die die Bramscherin beiseitenahm und fragte: „Willst du nicht mal eine Woche zu uns kommen und meinen Köchen zeigen, wie man richtig orientalisch kocht?“. „Ich bin einfach damit aufgewachsen. Meine Mutter hat für uns immer super frisch und lecker gekocht“, sagt Veltrup, die als Achtjährige als Flüchtling mit ihrer Familie nach Deutschland kam. Die richtige Abstimmung von Koriander, Kreuzkümmel, Zimt und ähnliche Ingredienzien hat sie quasi mit der Muttermilch aufgesogen.

„Liebstöckel - was ist das überhaupt?“

Und dann das Finale: „Liebstöckel, Sauerampfer, was ist das überhaupt?“ Noura Veltrup verzieht in komischer Verzweiflung das Gesicht. Nun ja, manchem deutschen „Alltagskoch“ wären diese Kräuter vielleicht auch kein Begriff. „Wenn man Sachen nicht kennt, kann man sie auch nicht richtig kombinieren“, findet sie. „Immerhin hab‘ ich beim Fisch wenigstens exakt den Garpunkt getroffen. Ansonsten war der Jakl einfach besser“. Das sah am Schluss auch der österreichische Promikoch Alexander Kumptner so und schickte den Bayern in die „Championsweek“.

Und das Kapitel Pleiten, Pech und Pannen? „Am ersten Tag wäre mir vor lauter Hektik und Reden beinahe die Fritteuse vom Herd gefallen“, erinnert scih Noura Veltrup. Es ging noch gerade gut, Noura blieb unverletzt - „und gemerkt hat‘s auch keiner“. Ansonsten sei die Teilnahme an der Küchenschlacht „eine tolle Erfahrung. Die sollte jeder, der engagiert kocht, mal machen.“.


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