Das Nachbarunternehmen greift zu Heytex kauft in Engter Grund und Hallen von Heyform

Die Hallen und Büroräume des Automobilzulieferers – links im Bild – sind samt Grundstück an das Nachbarunternehmen (r.) veräußert worden. Foto: Marcus AlwesDie Hallen und Büroräume des Automobilzulieferers – links im Bild – sind samt Grundstück an das Nachbarunternehmen (r.) veräußert worden. Foto: Marcus Alwes

Engter. Der Kaufvertrag ist perfekt. Die Firma Heytex kann auf einen eigentlich geplanten Erweiterungsbau in Engter verzichten und expandiert nun in den bisherigen Heyform-Hallen.

„Wir sind uns einig“, verkündete der Geschäftsführer der Heytex Bramsche GmbH, Heribert Decher. Sein „Amtskollege“ der benachbarten Heyform GmbH, Klaus-Magnus Junginger , bestätigte ebenfalls das Vertragsgeschäft. Heytex erwirbt demnach in Bramsche-Engter das Grundstück, alle Hallen und die Verwaltungsräume von Heyform.

Über den Kaufpreis vereinbarten beide Seiten unterdessen Stillschweigen. Die Verträge seien jedoch endgültig unterzeichnet, stellte Decher klar: „Und es ist bei uns durch alle Unternehmensgremien durch.“

Heytex als Produzent technischer Textilien habe am Standort in Engter Platzbedarf. Man wolle hier investieren und expandieren. Weil Heyform – der Automobilzulieferer – aber Ende des Jahres 2016 seine Fertigung ins rumänische Timisoara verlege, könne bei Heytex auf einen eigentlich ins Auge gefassten Erweiterungsbau verzichtet werden, so Decher. „Für uns ist das ideal“, unterstrich der Geschäftsführer im Gespräch mit unserer Redaktion, „wir brauchen diese Räume. Und eine Kantine bekommen wir auch noch dazu.“

Decher bestätigte, dass die Belegschaft seines Unternehmens über das Immobiliengeschäft bereits informiert worden sei. Auch die Beschäftigten bei Heyform wurden inzwischen in Kenntnis gesetzt.

Decher: „Für uns ideal“

Während die von Decher geführte GmbH also in Engter auf Expansionskurs geht, wird das Nachbarunternehmen personell schrumpfen. Mehr als 200 Arbeitsplätze gehen in Bramsche verloren (unsere Redaktion berichtete) . Von Heyform bleibt dann lediglich eine noch neu zu gründende Vertriebs- und Entwicklungsgesellschaft sowie die Verwaltung (insgesamt 20 bis 30 Angestellte) im Gewerbegebiet an der L78 zurück. Wo genau diese dort untergebracht sein wird, wollte Geschäftsführer Junginger auch auf Nachfrage momentan noch nicht verraten.

Er bekräftigte jedoch, dass der Grundstücks- und Hallenverkauf so organisiert sei, „dass Heyform bis zur Verlagerung der Produktion nach Rumänien ein sicheres Dach über dem Kopf hat“. Der entsprechende Vertrag mit Heytex, so Junginger, „passt zu unserem Fahrplan“.

„Passt zum Fahrplan“

Der Geschäftsführer bestätigte ferner, dass die Interessensausgleich- und Sozialplanverhandlungen mit dem Betriebsrat, Rechtsanwälten und der Gewerkschaft IG Metall bei Heyform angelaufen seien. Junginger deutete an, durchaus dem von den Arbeitnehmervertretern eingebrachten Vorschlag zur Gründung einer Transfergesellschaft etwas abgewinnen zu können. „Ja, der Gedanke ist mir nicht völlig fremd“, erklärte der Manager. Doch noch stehen alle Gespräche ganz am Anfang.

Die von Junginger seit dem Frühjahr geführte Heyform Bramsche GmbH (Fertigung von Kofferraum- und Innenraumverkleidungen sowie Funktionsteilen wie Dämmungen und Dämpfungen) ist dabei ebenso eine Nachfolgegesellschaft der früheren Julius Heywinkel GmbH wie das Unternehmen Heytex (Herstellung beschichteter technischer Textilien und Gewebe) . Beide Gesellschaften agieren jedoch seit geraumer Zeit unternehmerisch völlig getrennt voneinander.


So ist Heytex aktuell aufgestellt:

Die Heytex Gruppe – mit ihren vier Tochtergesellschaften auf drei Kontinenten (Europa, Asien, Amerika) – hat bereits in den vergangenen Jahren regelmäßig investiert. Nicht nur in die Sachausstattung der Standorte, sondern auch in seine Produktpalette im Bereich der technischen Textilien, in die Forschung und Entwicklung sowie in das Fachpersonal. Mittlerweile zählen mehr als 400 Mitarbeiter zur weltweiten Heytex-Familie.

Am Hauptsitz der Gruppe in Bramsche-Engter, von wo aus Heytex gelenkt wird, wurden in den vergangenen Jahren bereits größere Investitionen in Gebäude, Personal und Maschinen getätigt. Mit dem Ausbau des Technikums, der Weberei und den Modernisierungsmaßnahmen von Labor- und Büroräumen wurden gleich mehrere Schritte zur Weiterentwicklung der Firma getätigt. Demnächst sollen offenbar weitere Investitionen folgen.

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