Eingriffe in Vollnarkose Moderner OP für Bramscher Chirurgie-MVZ

Im neuen OP-Bereich: medizinische Fachangestellte Bettina Kuhlmann, die Chirurgen Franz Dohmeyer und Dr. Thomas Berenz. Mitarbeiterin Sonja Kleinworth stellte sich als „Patientin“ zur Verfügung. Foto: Hildegard Wekenborg-PlackeIm neuen OP-Bereich: medizinische Fachangestellte Bettina Kuhlmann, die Chirurgen Franz Dohmeyer und Dr. Thomas Berenz. Mitarbeiterin Sonja Kleinworth stellte sich als „Patientin“ zur Verfügung. Foto: Hildegard Wekenborg-Placke

Bramsche. Ab Dienstag, 5. Juli 2016, können im Bramscher Chirurgie-MVZ an den Niels-Stensen-Kliniken auch ambulante Operationen in Vollnarkose durchgeführt werden. Der eigentliche OP-Bereich mit Wartezone, Patientenschleusen, Anästhesie, Operationssaal und Aufwachraum ist nach drei Monaten Bauzeit fertig.

Zwar waren die Bramscher Chirurgien Dr. Thomas Berenz, Frank Dohmeyer und Dr. Torsten Saemann bereits am 4. April in die früheren Räume der .TCM-Praxis gezogen. , aber die Baugenehmigung für den eigentlichen OP-Bereich verzögerte sich. So konnten im ersten Bauabschnitt zunächst nur Ärztezimmer und Empfang sowie kleinere Untersuchungs- und Behandlungsräume fertiggestellt werden, in denen nur Eingriffe in örtlicher Betäubung möglich waren.

Knapp drei Monate dauerten dann noch die Arbeiten für den eigentlichen Operationsbereich, der modernsten Hygienestandards entspricht. Insgesamt belaufen sich die Kosten für das Projekt auf rund 350 000 Euro. Die Stadt Bramsche unterstützt die Maßnahme mit 75 000 Euro, was bei einigen niedergelassenen Ärzten auf massive Kritik stieß. „Die Niels-Stensen-Kliniken stellen lediglich die Räume. Die Stadt fördert auch nicht das MVZ an sich, sondern beteiligt sich an der Sicherstellung der Notfallversorgung vor Ort“, stellte Ralf Brinkmann, Geschäftsführer des Marien-Hospitals Ankum klar, der das Projekt gemeinsam mit der stellvertretenden Bramscher Verwaltungsleiterin Eveline Schneider betreut. Bis zur Schließung der stationären Chirurgie am Krankenhaus hatte eben diese Abteilung nämlich eine Notfallzulassung für Bramsche, die im Kontext des Strukturwandels dann erlosch.

Im neuen OP-Bereich werden unter Vollnarkose nur planbare Eingriffe durchgeführt. Ein niedergelassener Facharzt aus dem Südkreis wird dann an bestimmten Tagen die Anästhesie übernehmen. „Notfälle mit Anästhesie, das geht hier nicht“, räumte Dohmeyer ein.

In dem „hochmodernen OP“ (Brinkmann) werden unter anderem unfallchirurgische Eingriffe, Kniegelenk- oder Schulterathroskopien bei Verletzungen oder degenerativen Erkrankungen, hand- und fußchirurgische Eingriffe vorgenommen. Das Spektrum des MVZs umfasst darüber hinaus die Operation von Leisten- oder Nabelbrüchen, Enddarmerkrankungen oder von Hauptveränderungen in direkter Kooperation mit der benachbarten Dermatologenpraxis. Patienten, die stationär aufgenommen werden, können im MVZ vor- beziehungsweise nachuntersucht werden. Zur Diagnostik stehen unter anderem Doppler- und farbcodierte Duplexsonografie zur Verfügung. „Endlich können wir wieder Termine vergeben“, freute sich Berenz und ergänzte: „Wir sind ganz gut ausgebucht“.

„Wir streben eine enge Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten in Bramsche an“, sagte Brinkmann weiter. Es gebe bereits Anfragen von Fachärzten, die den Operationsbereich ebenfalls nutzen möchten.


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