Ansiedlung in Schleptrup Amazone stellt sich erstmals in Bramsche vor


Bramsche. Die Ansiedlung des Landmaschinen-Herstellers Amazone in Schleptrup ist perfekt: Was Bramsches Bürgermeister Heiner Pahlmann bereits in der Stadtrats-Sitzung vergangene Woche verkündet hatte, wurde am Montag auch offiziell bei einem Termin vor Ort im neuen Industrie- und Gewerbegebiet bekanntgegeben.

Nach mehr als zweieinhalbjähriger Vorlaufzeit sind am 20. Juni die Verträge zwischen der Stadt Bramsche und den Amazonen-Werken mit Stammsitz in Hasbergen unterzeichnet worden. „Wir haben viele Gespräche geführt. Gute und konstruktive Gespräche“, erklärte Pahlmann bei dem Treffen mit Vertretern der Stadt Bramsche, der hiesigen Kommunalpolitik und von Amazone. Die Abstimmung mit den Anliegern in Schleptrup, die Anbahnung der Grundstückankäufe und die Erarbeitung des Bebauungsplans für das Gewerbegebiet dauerten bis in den Herbst vergangenen Jahres: Im Oktober wurde schließlich der Bebauungsplan vom Stadtrat beschlossen. Kurz darauf wurde bereits eine Zufahrt mit Ampelanlage in das Industrie- und Gewerbegebiet gebaut. (Weiterlesen: Weg ist frei für Amazonenwerke in Bramsche )

Bürgermeister Pahlmann zeigte sich sehr zufrieden darüber, dass es auch gelungen sei, die Anliegen der örtlichen Bürgerinitiative in den Planungsprozess aufzunehmen. So fänden sich konkrete Forderungen etwa nach einer Fassadenbegrünung und vergrößertem Abstand zur Straße in den Planungen wieder.

Freude über „viele neue Arbeitsplätze“

Pahlmann freute sich, „dass es uns gelungen ist, die Weichen für viele neue Arbeitsplätze vor Ort zu stellen“. Gleichlautend äußerte sich Landrat Michael Lübbersmann, der die Amazonen-Werke als „eines der Top-10-Unternehmen der Landtechnik bezeichnete“. Er sei froh, so der Landrat, „dass Sie sich, trotz möglicher Alternativen, für einen weiteren Standort im Landkreis Osnabrück entschieden haben, an dem hochqualifizierte Arbeitsplätze entstehen“. Der Landkreis wolle –beispielsweise durch sein breitgefächertes Ausbildungsangebot in den Berufsbildenden Schulen – das Mögliche dafür tun, „dass Sie die Fachkräfte finden, mit denen Ihr Unternehmen sich weiterhin entwickeln kann“, versprach Lübbersmann mit Blick auf Amazone-Geschäftsführer Christian Dreyer.

24 Hektar großes Gelände

Der Unternehmens-Chef, der die Firma zusammen mit Justus Dreyer führt, nannte den Kauf des Grundstücks in Schleptrup einen „wichtigen strategischen Schritt, um auch in Zukunft weiter wachsen zu können“. Und auch Stephan Evers, in der Amazone-Geschäftsleitung für die Produktion zuständig, äußerte sich sehr zufrieden: „Der neue Standort ist eine gute Wahl. Das über 24 Hektar große Gelände liegt verkehrsgünstig, ist nur rund 25 Straßenkilometer von unserem Stammwerk in Hasbergen-Gaste entfernt und bietet für die zukünftigen Mitarbeiter attraktive Wohnbedingungen.“

Abhängig von konjunktureller Entwicklung

Details zu ihren näheren Planungen für Schleptup nannten die Verantwortlichen noch nicht. „Je nach konjunktureller Entwicklung wird Amazone hier in Bramsche und in Ergänzung zu unseren Werken Gaste und Leeden einen neuen Standort errichten“, wird Geschäftsführer Dreyer in einer begleitenden Pressemitteilung zitiert. Beim Termin vor Ort sagte er auf Nachfrage, das Unternehmen werde seine Planungen „in den kommenden Wochen weiter konkretisieren“. Einen möglichen Termin für einen Baubeginn konnte Dreyer noch nicht nennen. Außerdem deutete er an, dass auch ein Aufbau der Produktionsstätte in mehreren Schritten möglich sei. „Wir können uns auch vorstellen, Flächen noch auf längere Zeit für landwirtschaftliche Nutzung zu verpachten oder unsere eigenen Produkte zu testen“, erklärte der Geschäftsführer.

Die vorsichtigen Formulierungen könnten ihren Grund darin haben, dass die Landtechnik-Branche allgemein als besonders stark betroffen vom Einbruch des Russland-/Ukraine-Geschäfts nach Ausbruch der dortigen Konflikte gilt – auch wenn Amazone selbst offenbar bisher eher unbeschadet blieb: Nach einem Jahresumsatz von 470 Millionen Euro 2014 gab es einen leichten Rückgang im vergangenen Jahr. Bereits 2016 wird aber wieder mit steigenden Umsätzen gerechnet.


Seit über 130 Jahren fertigt und vertreibt Amazone Landmaschinen verschiedenster Art. Produktionsstandorte gibt es unter anderem in Hude, Leipzig und Leeden. Als geschäftsführende Gesellschafter in vierter Generation stehen Christian Dreyer und Justus Dreyer an der Spitze der Amazone-Gruppe. Gegenwärtig sind für Amazone weltweit 1800 Mitarbeiter tätig, an den verschiedenen Standorten werden rund 130 junge Menschen augebildet.

Dass Amazone sich für einen Standort in Bramsche interessiert, wurde im Oktober 2013 bekannt. Das neue Gewerbe- und Industriegebiet in Schleptrup liegt in unmittelbarer Nähe zur Bundesstraße 218, zur Autobahn 1 und zum Mittellandkanal. Dem Vernehmen nach soll es bereits mindestens zwei weitere Interessenten geben, die dort an Flächen interessiert sind.

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