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Experte: Halter ein „Vollpfosten“ Giftschlange in Bramscher Heizungskeller gefunden

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Bramsche. Zu einem doch eher ungewöhnlichen Einsatz hat eine Bramscherin am frühen Mittwochabend die Polizei gerufen. In ihrem Heizungskeller hatte es sich eine Schlange bequem gemacht. Eine Giftschlange, wie sich herausstellte.

Die Polizei dürfte mit dem Einsatz auch überfordert gewesen sein, muss sie schließlich nicht täglich Schlangen einfangen. Sie stülpte erst einmal einen Eimer über das Tier und rief den Osnabrücker Schlangenexperten Winfried Brüssing.

Dieser fing das Tier in dem Keller ein – eine 50 Zentimeter lange Schildnasenkobra. „Entweder mag jemand die Frau nicht, oder die Schlange hat sich sprichwörtlich dünn gemacht“, sagt Brüssing im Gespräch mit unserer Redaktion. „Ich vermute, dass jemand solche Schlangen in der Nähe des Hauses hält“, sagt er. Solche Schlangen könnten sich tatsächlich sehr dünn machen und durch Ritzen, etwa im Mauerwerk, entkommen.

Biss nicht tödlich

Ein Biss hätte die Bewohnerin wohl verletzt, aber nicht ernsthaft, sagt Brüssing. „Die hat ein relativ starkes Nervengift, das ist ein Wespenstich XXL.“ Allerdings sei die Schlange äußerst aggressiv und habe beim Einfangen mehrfach zugestoßen.

Brüssing vermutet, dass sich der Halter wohl nicht bei der Polizei melden werde. Denn die Haltung von Giftschlangen sei in Niedersachsen verboten, und darüber hinaus dürfte der Halter wissen, dass er für die Kosten des Einsatzes aufkommen müsste, vermutet der Experte.

„Halter sind Vollpfosten“

Viel Respekt zollt er solchen Haltern jedenfalls nicht. „95 bis 99 Prozent der Halter sind Vollpfosten, Idioten“, sagt Brüssing.

Schildnasenkobras kommen ursprünglich in Afrika vor und ernähren sich vorwiegend von Echsen. Eine in Deutschland entkommene Schlange könne sich an einem Mäusenest bedienen, sagt Brüssing.


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