Dieter Holzgrefe verabschiedet Viel Lob für den „Papa Stadtwerke“ von Bramsche

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Bramsche. Fast 46 Jahre lang hat Dieter Holzgrefe für die Stadtwerke Bramsche gearbeitet, als Lehrling, als Sachbearbeiter, Abteilungsleiter, Prokurist und schließlich 16 Jahre als Geschäftsführer. Jetzt ist Schluss: Am Freitag wurde der Bramscher im Hasebad offiziell in den Ruhestand verabschiedet.

In Mitarbeiterkreisen werde Holzgrefe „Papa Stadtwerke“ genannt, verriet Bürgermeister Heiner Pahlmann den 130 geladenen Gästen im Tropinarium des Hasebades . Das spreche für sich, fand der Bürgermeister: „Du bist ein den Menschen zugewandter, sehr sozialer, menschlicher und oftmals väterlich-fürsorglicher Chef gewesen“. Das habe das Team über die Jahre sehr zu schätzen gewusst.

Dabei habe man Holzgrefe 1999 „zum Jagen tragen müssen“, als ein Nachfolger für Heinz Schultze gesucht wurde, erinnerte Pahlmann. Zum Glück habe er sich überzeugen lassen und in seiner Amtszeit „bis heute entscheidende Weichen“ gestellt.

Bäder eine Herzensangelegenheit

Als ein Beispiel nannte Pahlmann die „Bramscher Bäderlandschaft“, die Holzgrefe zu einer „Herzensangelegenheit“ geworden sei. Das Hallenbad mit der neuen Rutsche als bis jetzt letzten Erweiterungsschritt bezeichnete der Bürgermeister als „echtes Highlight unserer Stadt“. „Dass man mit einem Geschäftsführer so richtig baden gegangen ist, kann also auch eine positive Schlagzeile sein“, meinte Pahlmann.

Nachfolger bedankt sich

Der neue Geschäftsführer Jürgen Brüggemann meinte, Holzgrefe habe in 46 Jahren einen „Querverbund par excellence“ geschaffen, der mit der Energieversorgung, der Abwasserentsorgung, dem Bäderbetrieb und dem lokalen ÖPNV breit aufgestellt sei. Die Übernahme des Stromnetzes im Außenbereich und der Einstieg in die Winderzeugung seien die letzten wegweisenden Entscheidungen gewesen.

Die Stadtwerke Bramsche hätten auch „den Sturm, der Liberalisierung hieß“ überstanden, weil sie auf ein solides Fundament gebaut seien. Sein „Lebenswerk Stadtwerke“ habe Holzgrefe mit Begeisterung, Mut und Weitblick vorangetrieben und dabei alle Rollen gespielt: „Anpacker und Malocher, Bauleiter und Architekt“. So sei ein Allround-Dienstleister entstanden, der nah an den Bedürfnissen der Menschen ist. „Wir werden alles daran setzen, dein berufliches Haus zu erhalten, zu pflegen und dein Lebenswerk auch fortzuentwickeln“, versprach Brüggemann.

Der neue Geschäftsführer bedankte sich beim alten auch für die „perfekte Einarbeitung“ . In dieser Zeit habe sich herausgestellt, dass beide eine gemeinsame Leidenschaft haben: die Liebe zum Fußball-Bundesligisten Hamburger SV. Brüggemann lud seinen Vorgänger zu einem gemeinsamen Besuch im Volksparkstadion ein.

Als Betriebsratsvorsitzender bedankte sich schließlich Heinz Kirchner im Namen der Belegschaft für die Zusammenarbeit, die trotz mitunter gegensätzlicher Standpunkte stets fair und vertrauensvoll gewesen sei.

Kleine Zeitreise

„War ich das, über den da gerade geredet wurde“?, fragte Dieter Holzgrefe, dem das letzte Wort gegönnt war bei der launigen Verabschiedung. Er nahm seine Gäste mit auf eine kurze Zeitreise durch die viereinhalb Jahrzehnte, die er im Dienst der Stadtwerke verbracht hatte. Er begann mit den harten 70er Jahren, in denen über den Verkauf der Stadtwerke nachgedacht worden war. Holzgrefe bedankte sich beim damaligen Bürgermeister Lothar Lewandowsky, dem Stadtdirektor Edwin Sors und der SPD-Ratsmehrheit dafür, dass sie diesen Überlegungen widerstanden hätten.

In dieser Zeit sei auch die Idee entstanden, den Stadtwerken Osnabrück „kommissarisch und provisorisch“ die Geschäftsführung der Stadtwerke Bramsche zu übernehmen. Ein Provisorium, das mit Werner Hofmann, Jürgen zur Mühlen und später Heinz Schultze bis zum Beginn von Holzgrefes Amtszeit 1999 andauerte.

In jener Zeit sei das Gasleitungsnetz so marode gewesen, dass bis zu 30 Prozent Gas verloren gingen. „Es hieß damals, in bestimmten Gegenden der Stadt sollte man sich besser keine Zigarette anzünden“, meinte Holzgrefe. Auf die Sanierung folgte in den 80er Jahren der Ausbau des Gasleitungsnetzes in den Ortsteilen.

Ein großer Einschnitt sei 1996 mit der Wahl von Ewald Fisse zum erstenhauptamtlichen Bürgermeister erfolgt. „In kürzester Zeit“ sei der Eigenbetrieb Abwasserentsorgung zu den Stadtwerken gekommen, was viele Synergieeffekte zur Folge gehabt habe. Mit der Übernahme der Bäder im Jahr 1998 seien die Stadtwerke dann noch zukunftsfähiger geworden. Dabei sei gerade zu dieser Zeit das Schreckensszenario der Liberalisierung diskutiert worden, die nach damaliger Auffassung vieler Fachleute kleine Stadtwerke nicht überleben könnten. Statt dessen hätten die Stadtwerke 2015 das wirtschaftlich beste Jahr ihrer Geschichte gehabt. Holzgrefe bedankte sich bei allen Mitarbeitern für ihren Beitrag zu diesem Erfolg.

Zeit für Familie

Mit Blick nach vorn warnte Holzgrefe Ehefrau Annette und seine beiden Töchter mit ihren Familien schon einmal vor: „Mein Terminkalender ist dünner geworden“. Allerdings wird er auch im Ruhestand nicht leer sein: Bei der Diakonie und bei der Stiftung der Johannis-Kirchengemeinde in der Gartenstadt will er seine Erfahrung und seine Talente künftig einbringen. Und den Bramscher Bädern will er treu bleiben, allerdings nur als schwimmender Gast.


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