Jugendliche packen an Lob für Bramscher Flüchtlings-Hilfe



Bramsche. Für ihr vorbildliches Engagement zur Integration von minderjährigen Flüchtlingen haben Bramscher Jugendliche am Dienstag bei einer Veranstaltung im Jugendtreff Gartenstadt ein großes Lob erhalten.

Nach Bramsche gekommen war Michael Rüter, Staatssekretär in der Vertretung des Landes Niedersachsen beim Bund und Koordinator des Bündnisses „Niedersachsen packt an“. Diese gemeinsame Initiative des Deutschen Gewerkschaftsbundes, der beiden christlichen Kirchen, der Unternehmerverbände Niedersachsen und der Niedersächsischen Landesregierung wurde im vergangenen Herbst gegründet, um die Arbeit der Flüchtlingshilfe-Organisationen zu unterstützen, zu vernetzen und positive Beispiele besonders herauszuheben.

12 jugendliche Flüchtlinge

Dass Rüter dabei in Bramsche genau an der richtigen Adresse ist, wurde schnell offenkundig: Seit Jahresbeginn leben hier in einem ehemaligen Schwesternwohnheim auf dem Gelände der Altenwohnanlage in der Gartenstadt zwölf Jugendliche, die ohne jede Begleitung durch Eltern oder andere Bezugspersonen aus ihren Heimatländern nach Deutschland geflohen sind.

Professionell betreut werden sie von der Arbeiterwohlfahrt (Awo), doch sofort nach dem Einzug der minderjährigen Flüchtlinge begannen auch viele Jugendliche, sich um ihre aus Syrien, Gambia, Eritrea, Afghanistan und Albanien stammenden Altersgenossen zu kümmern und ihnen das Einleben zu erleichtern. „Diese ehrenamtliche Unterstützung ist eine große Bereicherung für uns für besonders für die Jugendlichen. Ohne dieses Engagement würde es nicht gehen“, stellte die Geschäftsführerin des Awo-Kreisverbandes, Annegret Brockfeld, klar.

Von Beginn an willkommen

Herzlich willkommen waren die minderjährigen Flüchtlinge von Beginn an im Jugendtreff Gartenstadt, der von der Stadtjugendpflege betreut wird. Über die Öffnungszeiten hinaus wurden die Kontakte bei einer Rapwerkstatt und beim gemeinsamen Kochen unter dem Motto „Meet. Greet. Eat“ vertieft. 

Auch das Jugendparlament kümmert sich um die Neu-Bramscher: „Am 27. Januar, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, haben wir gemeinsam an der Gedenkfeier an der St.-Johannis-Kirche teilgenommen und uns anschließend zum Kochen getroffen „, berichtete Jupa-Mitglied Hendrik Westermann. Außerdem ging es zusammen in die Eishalle Osnabrück - wo sich die Jugendlichen, wie durch Fotos deutlich wurde, zuweilen beim Schlittschuhlaufen im wahrsten Sinne gegenseitig stützen mussten.

Dass die minderjährigen Flüchtlinge in ihrem mittlerweile aufgenommenen Schulalltag gut zurechtkommen, dafür sorgt die Arbeitsgemeinschaft „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ am Greselius-Gymnasium. Sie bietet nicht nur Begleitung in der Schule selbst, sondern organisierte auch Stadtführungen, in denen die Neu-Bramscher ihr Lebensumfeld besser kennengelernt haben.

Auch auf diesen Einsatz führte es Rainer Behrens, der Leiter des Awo-Jugendwohnens, zurück, „dass es nach dem Start der Wohngruppe bis heute keinerlei Probleme gegeben hat“. Die minderjährigen Flüchtlinge seien „toll aufgenommen worden“ und auch gern gesehene Nachbarn auf dem Gelände der Altenwohnanlage . „Unseren Jugendlichen wird ein abwechslungsreicher Alltag geboten. Das hilft ihnen auch, ihre Fluchterfahrungen zu verarbeiten, und wir können uns auf das Wesentliche konzentrieren“, fasste Behrens. 

Vielfältiges Engagement

Für dieses vielfältige Engagement dankten nicht nur Bramsches Bürgermeister Heiner Pahlmann, Bundestagsabgeordneter Rainer Spiering und Kreisrat Matthias Selle den Jugendlichen. Sondern auch Staatssekretär Michael Rüter im Namen des Bündnisses „ Niedersachsen packt an „. Er sei von Beginn an beeindruckt gewesen, so meinte er, wie viele Menschen in Niedersachsen tatsächlich „anpacken“, um Flüchtlinge zu unterstützen. Dabei habe Bramsche bereits im vergangenen Jahr eine vorbildliche Rolle gespielt, als der Zuzug von Asylbewerbern sehr hoch war. Es sei beeindruckend, so Rüter weiter, „dass diese Initiativen auch weiterhin wirken, obwohl das Thema im Moment nicht mehr so im Mittelpunkt steht“. Er sei sich sicher, dass Bramsche weiterhin mit positivem Beispiel vorangehe „und besonders auch Ihr Jugendlichen so toll mit anpackt wie bisher“, meinte Rüter.


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