Forschungsteam informiert Auf „Stippvisite“ bei den Grabungen in Kalkriese

Von Judith Perez

Stippvisite auf dem Grabungsgelände: An mehreren Terminen informiert das Grabungsteam in Kalkriese über den Fortgang der Arbeiten. Foto: Judith PerezStippvisite auf dem Grabungsgelände: An mehreren Terminen informiert das Grabungsteam in Kalkriese über den Fortgang der Arbeiten. Foto: Judith Perez

Kalkriese. Im Museumspark Kalkriese wird seit einer Woche wieder gegraben. Das Archäologie-Team aus Kalkriese begibt sich gemeinsam mit Wissenschaftlern der Uni Osnabrück auf Spurensuche. Die Öffentlichkeit kann im Rahmen der „Stippvisiten“ dabei sein.

Grabung im Museumspark

Nachdem letzte Grabungen außerhalb des Museumsparks stattfanden, ist jetzt ein 480 Quadratmeter großes Areal auf dem Gelände ausgewählt und eingezäunt worden. In einem 160 langen und drei Meter breiten Abschnitt überprüfen Fachleute die bisherigen bodenkundlichen Ergebnisse und suchen nach weiteren Erkenntnissen, die Hinweise zum Schlachtverlauf zwischen Römern und Germanen geben könnten.

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Dazu lädt der Museumspark in regelmäßigen Abständen die Öffentlichkeit zu einer sogenannten „Stippvisite“ ein. Das sechsköpfige Team um Grabungsleiter Marc Rappe führt hier eine sogenannte „Forschungsgrabung“ durch. „Wenn etwa eine Anomalie, wie eine Verfärbung im Boden, entdeckt wird, wird diese dokumentiert und dann interpretiert. Weitere Arbeiten richten sich dann danach“, beschreibt Rappe das Vorgehen.

„Bei der Dokumentation verbinden wir die digitale mit der analogen Darstellung“, so Rappe. Er ist Projektleiter im Fachbereich „Archäologie der römischen Provinz“ an der Uni Osnabrück unter Leitung von Professor Salvatore Ortisi. Das heißt, wir fotografieren digital, erstellen dann aber händisch eine Zeichnung im Maßstab 1:20. „So gehen wir sicher, dass wirklich nichts verloren geht“, erklärt er.

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Römische Münze

„Bisher haben wir noch keine weitere römische Münze gefunden“, erklärt Rappe vor den rund 30 Interessierten. „Aber wir nehmen alles auf, was irgendwie anders ist.“ Heute sind mehrere Verfärbungen im Boden zu erkennen. Der Archäologe erklärt, dass es sich hierbei sowohl um irgendeinen unbedeutenden Pfahl eines Bauern, der vor 30 Jahren gelebt hat, handeln kann, als auch um weiter zurückliegende Spuren aus der Vergangenheit. „Alles, auch neuzeitliche Zufallsbefunde werden aufgenommen und dokumentiert.“

Erst Bagger – dann Zahnbürste

Nachdem ein Bagger den Oberboden abgezogen hatte und der Boden geglättet wurde, geht es für die Fachstudenten und Ehrenamtlichen, die die Grabungen vor Ort durchführen, weiter mit kleinen Schaufeln. Später dann können Pinsel und sogar eine Zahnbürste zum Einsatz kommen. Museum und Park Kalkriese übernehmen gemeinsam mit der Varusgesellschaft die Finanzierung für dieses Vorhaben.

Noch zwei Termine

Am 24. und 29. Mai um 13 Uhr heißt es wieder „Stippvisite“ in Kalkriese. Anmeldungen empfohlen unter 05468/9204200.


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