Projekt von Nikolai Markus Ein „Nomade“ aus Bramsche hilft Kindern in Afrika


Bramsche. Nikolai Markus hat unglaublich viel Glück gehabt in seinem Leben. Das sagt der Bramscher über sich selbst. Jetzt will er etwas zurückgeben von diesem Glück und hat deshalb ein Hilfsprojekt gestartet.

„Ich hatte mehr und mehr den Eindruck, ich muss etwas zurückgeben von dem Glück, das ich erfahren habe“. Wenn Nikolai Markus das sagt, wirkt es zunächst etwas merkwürdig. 31 Jahre ist er alt. Jung also. Aber in mancherlei Hinsicht hat Markus schon mehr erlebt, mehr gesehen als viele andere.

Glück schon bei der Geburt

Im Grunde hatte Nikolai Markus schon bei seiner Geburt Glück. Von einer Praktikantin wurde er auf abenteuerliche Weise aus seinem Mutterleib geholt, lief erst einmal blau an und überlebte nur knapp, schreibt er in seinem Blog unter www.help-and-travel.org . In Kasachstan war das, der ehemaligen Sowjetrepublik. Dort wuchs Markus zunächst auf, in einem Dorf namens „Mitschürin“, wie er schreibt. „Es waren einfache Verhältnisse, ohne fließend Wasser, ohne Telefonanschluss, mit Plumpsklo. Aber ich erinnere mich gerne daran“, betont Markus. Dennoch sollte schon seine erste größere „Reise“ sein weiteres Leben prägen und verändern: 1992, als Nikolai Markus knapp acht Jahre alt ist, verlässt er mit seiner Familie sein Geburtsland und siedelt nach Deutschland aus.

In Bramsche wird die Familie heimisch. Und wieder hat Nikolai Markus Glück: „Wir sind hier von Anfang an sehr gut aufgenommen und integriert worden“, ist er dankbar dafür, wie der Start verlief. Nikolai Markus, der von seinen Freunden später „Ivan“ genannt wird, absolviert seine Schullaufbahn, macht 2004 Abitur am Greselius-Gymnasium. Eine Ausbildung zum Reiseverkehrskaufmann bei Beckermann schließt sich an. „Es haben sich für mich in Deutschland und hier in Bramsche Möglichkeiten aufgetan, die ich in Kasachstan sicherlich nie gehabt hätte“, ist Markus überzeugt.

Ein rastloser Typ

Dennoch – oder gerade deswegen – zieht es ihn weg. Nikolai Markus ist ein rastloser Typ. Er wird Reiseleiter bei „DER-Touristik“, arbeitet fortan in den Ländern rund um das Mittelmeer, betreut dort die Touristen. Er wird zum „Nomaden“ – so bezeichnet er sich selbst. Und irgendwann, da wuchs in ihm das Gefühl: „Mein Leben ist bis hierhin so gut verlaufen, ich habe so viel Glück gehabt, dass ich es teilen will.“ Er beschloss, Menschen zu helfen, denen es nicht so gut geht wie ihm.

Aber wie und wo konnte er sich engagieren? Seine Kenntnisse in der Reisebranche halfen Markus dabei, den richtigen Weg zu finden. Er knüpfte Kontakte zu Reiner Meutsch: „Er war früher Geschäftsführer des Reise-Unternehmens ‚berge & meer‘, hat die Firma dann an die TUI verkauft und eine Stiftung namens „Fly & Help“ gegründet“, berichtet Markus. Die Stiftung errichte seither mit Hilfe von Spenden weltweit neue Schulen. Der Grundgedanke, dass Kinder, die eine Schulausbildung erhalten, ein selbstbestimmtes Leben führen können, nehme dabei eine zentrale Rolle ein.

Ziel bereits erreicht

Ziel der Stiftung sei es gewesen, so Markus weiter, bis 2025 hundert Schulen zu errichten. „Das wird aber bereits in diesem Jahr erreicht“, unterstreicht Markus den Erfolg des Projekts, über das er selbst in Kontakt mit dem „Mohau“-Verein kam. Dieser ist in Südafrika aktiv – und damit war auch Markus‘ erstes Ziel für sein eigenes Vorhaben „Help‘n‘travel“ gefunden. „Ich war im nördlichen Landesteil, in Fobeni. Eine sehr ländliche und sehr arme Region: 95 Prozent der Menschen dort haben keinen Zugang zu Wasser, keine Arbeit, es herrscht viel Kriminalität“, erzählt Markus. Er selbst engagierte sich fünf Wochen lang dafür, eine Schule auszubauen und Unterricht zu geben. „Das hat mich sehr erfüllt, und ich habe viele Menschen kennengelernt, die mich sehr berührt haben“, schwärmt Markus.

Namibia im Blick

Kurz vor Weihnachten kam er zurück nach Deutschland, anschließend musste er wieder arbeiten. Derzeit ist Nikolai Markus auf Kreta beschäftigt. Vorher reichte es zu einer Stippvisite in Bramsche. Dort sammelte er auch Spenden ein. 700 Euro kamen zusammen vom Busunternehmen Beckermann, Zahnarzt Martin Fuchs und einem christlichen Hauskreis „Shalom“. Die Gelder gibt Nikolai Markus an die Stiftung weiter. Seine Kosten für seine Hilfseinsätze zahlt er selbst. Der nächste steht schon bevor, sagt Nikolai Markus. „Es geht nach Namibia. Auch dort werde ich beim Ausbau einer Schule behilflich sein“. Und etwas von dem Glück zurückgeben, das er selbst erfahren hat.


Über seine Aktivitäten berichtet Nikolai Markus regelmäßig in einem Blog auf in seinem Blog unter www.help-and-travel.org

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