Arbeit präsenter machen Bramscher Hospizverein bietet offenes Café an

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Premiere im St. Johannis-Gemeindehaus: Der Vorstand des Hospizvereins informierte Interessierte über die Arbeit mit Menschen in der letzten Lebensphase und deren Angehörigen. Foto: Hildegard Wekenborg-PlackePremiere im St. Johannis-Gemeindehaus: Der Vorstand des Hospizvereins informierte Interessierte über die Arbeit mit Menschen in der letzten Lebensphase und deren Angehörigen. Foto: Hildegard Wekenborg-Placke

Bramsche. Nach internen Querelen hat sich der Bramscher Hospizverein seit gut einem Jahr neu ausgerichtet. Um die Arbeit in der Öffentlichkeit präsenter zu machen, bietet der Vorstand um die neue Vorsitzende Anke Hennig und die zweite Vorsitzende Grit Beimdiek jetzt ein offenes Hospizcafé an.

Einmal im Vierteljahr, jeweils mittwochs von 16 bis 17.30 Uhr, kann sich jeder, der sich über die Arbeit mit Menschen in der letzten Lebensphase und ihren Angehörigen informieren möchte, zu diesem offenen Treff im Gemeindehaus der St. Johannis-Kirchengemeinde in der Gartenstadt einfinden. Auch, wer sich konkret einbringen möchte, ist herzlich willkommen. „Wir wollen Ideen sammeln, überlegen, welche Angebote gebraucht werden und mit wem wir zusammenarbeiten können“, sagte Beimdiek beim ersten Hospizcafé am Mittwoch.

Ganz besonders froh zeigte sich der Vorstand, außerdem noch Lutz Caje (Öffentlichkeitsarbeit) und Christiane Kohlenbach-Pajonk (Kassenwartin) angehören, dass schon zum Start des neuen Angebots etliche Interessierte ins Gemeindehaus gekommen waren. Mit Lisa und Melina waren sogar zwei ganz junge Frauen dabei, aus Interesse an der Hospizarbeit oder weil sie vor kurzem erst einen lieben Angehörigen verloren hatten.

Vielfältige Beweggründe

Bei einer kurzen Vorstellungsrunde, bei der alle nur ihre Vornamen nennen, wird schnell deutlich wie vielfältig die Beweggründe für das Interesse sein können und gleichzeitig wie unterschiedlich der persönliche Hintergrund ist. Da ist Anna, die Palliativfachkraft und Hospizhelferin aus Bersenbrück, die ihre Kenntnisse gern in Bramsche einbringen möchte. Da ist Margret, deren Vater vor nicht langer Zeit gestorben ist, und die sich gewünscht hätte, als Angehörige einen Ansprechpartner in ihrer Trauer zu finden. Da sind die Vorstandsmitglieder, die einfach davon überzeugt waren, dass die Hospizarbeit in Bramsche nicht zum Erliegen kommen darf. Da ist Annette, die als „einzige Übergebliebene“ aus dem alten Team derer, die Sterbebegleitung übernommen haben , „froh ist, dass es weiterläuft“. Da ist Kerstin aus Wallenhorst, die Erfahrung in Hospizgruppen und als Trauerbegleiterin mitbringt und den letzteren Bereich gern auch in Bramsche ausbauen möchte, ebenso wie Helga aus Vehrte, die 30 Jahre Erfahrung in der Altenpflege und ebenfalls schon Sterbende begleitet hat. Und da ist Annette, die sich zunächst einmal über die Aufgaben in der Sterbebegleitung informieren möchte.

„Wir freuen uns über die lockere Atmosphäre“

Es ist eine lockere Runde dort im Gemeindehaus, trotz des ernsten Themas kein bisschen düster, was sicherlich nicht nur den Sonnenstrahlen, die durch das Fenster fallen geschuldet ist. Helga und Kerstin berichten von ihren ersten Kontakten zum Verein und freuen sich über die lockere Atmosphäre. „Ja, es wird auch gelacht“, bestätigen sie und meinen damit nicht nur das Klima im Verein. Auch in Sterbe- und in der Trauerbegleitung gibt es solche Momente, besonders , wenn genügend Zeit da ist, den Menschen mit dem lebensbegrenzenden Leiden und seine Angehörigen intensiv kennenzulernen und eine Beziehung aufzubauen. Kerstin erläutert dann noch den Unterschied zwischen Sterbe- und Trauerbegleitung: „Sterbebegleitung begleitet den Menschen aus dem Leben heraus, Trauerbegleitung hilft den Angehörigen, wieder ins Leben zu finden“.

Alle, die in dieser Runde bereits praktische Erfahrungen mit der Thematik gesammelt haben, werben deshalb darum, frühzeitig Kontakt mit dem Hospizverein aufzunehmen und nicht erst, wie so häufig, um eine Begleitung in den allerletzten Lebenstagen zu bitten. „Niemand muss sich vor Kosten fürchten,“ sagt Hennig, die zurzeit selbst eine Fortbildung zur Sterbebegleiterin absolviert. „Wir arbeiten alle ehrenamtlich“. Die Auslagen der Begleiterinnen ersetzt der Verein , der deshalb Spenden jederzeit gut brauchen kann.

Hospizarbeit in der Öffentlichkeit präsenter machen

Der Hospizverein will all diese Themen in der Öffentlichkeit präsenter machen. Vor allem aber will er dazu beitragen, Sterben und Tod nicht länger als Tabuthemen zu begreifen. Das unterstreicht Lutz Caje. Im Verein seien deshalb auch Menschen herzlich willkommen, die sich zwar die Begleitung von Schwerkranken und Sterbenden nicht zutrauten, aber „einfach mal Flyer verteilen oder einfach beim Hospizcafé den Tisch eindecken“.

Viele Menschen hätten in einer derart schweren Phase sicherlich gern jemand an ihrer Seite. Das haben alle Ehrenamtlich mehrfach in Gesprächen vernommen. Aber es fehle häufig an Informationen, an wen man sich wenden könne. Zurzeit würden Begleitungen in der Regel über Pflegedienste oder Ärzte angefordert. Aber auch jede Privatperson könne sich an die Ehrenamtlichen wenden, unterstreichen Hennig und Beimdiek.

Als Ansprechpartner stehen Anke Hennig, Tel: 05461-3182, Mobil: 0151-61658647 oder Grit Beimdiek, Tel: 05461-72469 zur Verfügung. Informationen und Kontakt im Internet: info@hospizverein-bramsche.de oder www.hospizverein-bramsche.de.


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