BN-Monatsrückblick Bramsche im April im Zeichen von Bahnhof, Kita und Haushalt



Bramsche. Der Monat April in Bramsche begann mit der guten Nachricht, dass die „Aktion Mensch“ den „Bramscher Bahnhof“ der Heilpädagogischen Hilfe (HpH) Bersenbrück unterstützen wird – und das nicht zu knapp.

Für ein inklusives Kunst-Atelier gibt die Hilfsorganisation laut einer Pressemitteilung 136000 Euro. Dort können sich künftig alle – jung oder alt, mit oder ohne Einschränkungen –, die am künstlerischen Malen oder Werken interessiert sind, treffen, künstlerisch ausprobieren , ihre fertigen Werke zeigen und sich darüber austauschen.

Eine ähnliche Einrichtung unterhält die HpH bereits in Bersenbrück. Da aber nicht jeder bis dorthin fahren könne, sei die Nachfrage nach einem entsprechenden Angebot in Bramsche gestiegen, so die „Aktion Mensch“ in ihrer Pressemitteilung. Insgesamt bis zu 200 Teilnehmer aller Altersgruppen möchten die Initiatoren dort Kunst schaffen und präsentieren lassen – unter fachkundiger Anleitung in unterschiedlichen Techniken, Themen und Stilen.

Mehr Krippenplätze in der Stadt

In den Bramscher Kindertagesstätten sollen bis Ende des Jahres knapp 60 zusätzliche Krippenplätze für Kinder unter drei Jahren entstehen, zwei weitere Krippengruppen womöglich 2017. Das hat die Politik im Rathaus beschlossen. Der deutliche Ausbau wird erforderlich durch eine rasant steigende Nachfrage nach Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren (U3). Das machte Erster Stadtrat Ulrich Willems zu Beginn der Sitzung deutlich: „Die Betreuungsquote der U3-Kinder beträgt heute bereits mehr als 37 Prozent bei 750 Kindern in drei Jahrgängen. Nach den letzten Anmeldezahlen steuern wir auf eine Betreuungsquote von 50 Prozent zu.“ Darauf müsse die Stadt nun kurzfristig reagieren „mit einem Programm, das es so noch nicht gegeben hat“, wie Willems betonte.

Stadt-Haushalt 201 endlich verabschiedet

Bei zwei Gegenstimmen von Bernhard Rohe (Linke) und Werner Ballmann (Einzelbewerber) hat der Bramscher Stadtrat endölich auch den Haushalt der für das Jahr 2016 verabschiedet. Die Eckdaten: 44,8 Millionen Euro ordentliche Erträge. Dagegen 46,5 Millionen Euro ordentliche Aufwendungen. Ergibt ein Minus von 1,7 Millionen Euro. Die Folge: Die Neuverschuldung steigt um 1,7 Millionen Euro. Für Investitionen (Bautätigkeit, Erwerb von Grundstücken) sind im Haushalt 14,1 Millionen Euro vorgesehen, weit mehr als in den Vorjahren und mehr als für die nächsten Jahre geplant. Das liegt vor allem am neuen Industriegebiet in Schleptrup , für das Grunderwerb und Erschließung zu Buche schlagen. Aber auch für Lärmschutz und Erschließung im Neubaugebiet Stapelberger Weg ist eine Million Euro vorgesehen.

Wo läuft Höchstspannungsleitung lang?

In die Diskussion über die neue Stromtrasse (380-kV-Höchstspannungsleitung) und den Standort des Umspannwerkes will sich die Stadt Bramsche unterdessen „ganz stark einbringen“. Das hat Baudirektor Hartmut Greife in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt betont. Eine Entscheidung über Trassenverlauf und Standort erwartet er aber erst gegen Ende des Jahres. Nach Greifes Einschätzung spricht vieles dafür, dass Bramsche von der neuen Höchstspannungsleitung nur am Rande betroffen sein werde. Als Standort für das Umspannwerk favorisiere die für den Bau verantwortliche Firma Amprion „ganz eindeutig Merzen“ , sagte der Baudirektor. Hierfür seien 12 Hektar Fläche erforderlich. Bei einer Verlegung dieser Station in Richtung Bramsche/Balkum werde auch eine zusätzliche Stromtrasse erforderlich. Der von einer Bürgerinitiative ins Gespräch gebrachte Alternativstandort Neuenkirchen-Vörden werde „schon aus Naturschutzgründen schnell beerdigt“, war sich Greife sicher.

AfD-Abend endet im Chaos

Für Wirbel im April sorgte auch eine politische Veranstaltung der rechtspopulistischen und nationalkonservativen AfD zur Integrationspolitik in Rieste, die im Gasthaus Stientker völlig aus dem Ruder lief und chaotisch endete. Die Debatte schweifte dabei über weite Strecken völlig ab. Und weil es im Saal keinen erkennbaren Moderator gab, der nach dem Vortrag der Referentin Frigga Tiletschke diese Diskussion lenkte, stieg der Lautstärkepegel immer mehr an. Es wurde zunehmend in Kleingruppen über Tische und Köpfe hinweg diskutiert. Manche machten das im Stehen, andere blieben sitzen. Dritte schauten irritiert. Die Referentin des Abends stand irgendwann – nahezu unbemerkt – abseits am Rand vor einer verwaisten Saaltheke. Erste Zuhörer verließen bereits den Raum, manche von ihnen redeten von einem völligen Durcheinander und Chaos. Bis sich die Veranstaltung schließlich irgendwann selbst auflöste. Ein Schlusswort der AfD und eine Verabschiedung gab es nach den fast zwei Stunden nicht.

Genehmigung für Windparks Ahrensfeld und Wittefeld trifft ein

In der Windparkdebatte in Bramsche schreitet die Fertigstellung der zwölf Windräder in Kalkriese unterdessen rasch voran. In Rieste-Wittenfelde laden die Stadtwerke als Projektbetreiber – kurz nach dem Baustart dort – Anwohner und Flächeneigentürmer zu einer Baustellenbesichtigung ein. Die Bürger machen von diesem Angebot rege Gebrauch. Bei der Betreibergesellschaft der geplanten Windparks Ahrensfeld und Wittelfeld in Epe/Malgarten bzw. Lappenstuhl geht fast zeitgleich Post vom Landkreis Osnabrück ein. Die Baugenehmigung (nach den Vorgaben des Bundesimmissionsschutzgesetzes) ist da. Doch diese Nachricht gefällt nicht jedem in Bramsche. Die kritische Bürgerinitiative kündigt rechtliche Schritte gegen das Millionenprojekt an. Gerichtliche Auseinandersetzungen drohen also in den kommenden Monaten. Über den April 2016 hinaus.


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