Schmunzelabend kommt gut an Kuddel-Muddels feiern gelungene Premiere in Rieste

Von Holger Schulze

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Rieste. Schmunzelabend statt Mehrakter: Viele Sketche zeigte am Samstag die Bramscher Theatergruppe Kuddel-Muddel in der Alten Küsterei auf Lage.

Jahrzehntelang unterhielt Kuddel-Muddel nach intensiver Probenarbeit das Publikum mit abendfüllenden Mehraktern. Für die aktuelle Saison gönnten sich die Laienschauspieler einmal eine Phase des Durchatmens. Dennoch sollte ihre Anhängerschar nicht komplett leer ausgehen. Ein „Schmunzelabend“ mit Sketchen war, so zeigte sich, ein mehr als adäquater „Ersatz“.

Kompakte Humorfiletstücke, unterhaltsam und kurzweilig, waren von Kuddel-Muddel einstudiert worden. Moderiert wurde der Abend von Petra Strunk, die mit heiteren und zum Teil auch ganz persönlich gehaltenen Textbeiträgen half, die nötigen Umbauzeiten zu überbrücken. Eine weitere Besonderheit dieser Vorstellung steuerten die Kinder Celine Baumgart und Mia Jahnke bei, die bei den Kuddel-Muddels ihren Einstand feierten.

Elfjährige erklärt die Welt

Kinderlogik gegen die überhebliche Kompetenz von Erwachsenen eröffnete den Abend. Celine Baumgart erklärte hier als Elfjährige ihrem Mitspieler Christian Richter einmal mit hochnotpeinlicher Offenheit und vollkommen diplomatiefrei die Welt. Wenn Beamtensturheit auf die Einhaltung von Mittagspause und Bürokratie besteht, kann schon mal ein dringendes Bedürfnis in die Hose gehen. Auch dies war bei Kuddel-Muddel zu sehen. Verbales Kuddelmuddel am Telefon und eine ganz spezielle Unterhaltung unter Kleingärtnern mit zahllosen Wortspielereien und Begriffsverdrehungen ließen das Publikum mehr als nur schmunzeln.

Gleiches galt beim Grusel in einer schlaflosen Nacht, der männlichen Mut und angstzitternden weiblichen Wahnsinn produzierte. Ein Kinderstreit über das Fernsehprogramm mit berechtigter Moralpredigt an die Erwachsenenwelt, die nur arbeitet, aber nicht mehr mit dem Nachwuchs spielt, bildete den Abschluss des ersten Teils der Komikcollage. Den Beifall, der sich an diesen Sketch anschloss, hatten sich Mia Jahnke und Celine Baumgart wahrlich mit ihrer unbekümmerten, textsicheren und frischen Auftrittsart verdient.

Bettszenen und Lockenwicklererotik

Wie bestellt man ein Durchfallmedikament, ohne das Wort Dünnschiss zu benutzen, sondern verbal das Klangbild des Problems mit „Pfüühd“ und „Ratatatata“ nachzuahmen? Die Kuddel-Muddels schafften dies locker mit dem Talent ihrer Darsteller. Eine weitere Bettszene, besondere Geschenkideen und ein in jeder Hinsicht unappetitlicher Restaurantbesuch setzten das Programm fort. Blauäugig aufgrund handfester Argumente und mit Lockenwicklererotik fand ein beleidigungsreiches Beisammensein von Eheleuten am Frühstückstisch statt. Und dass ein Gezänk zweier Frauen um das Auf und Zu eines Zugfensters durchgängig witzig sein kann, auch das bewies Kuddel-Muddel.

Weitere Vorstellung in Bramsche

Ein oft geschlossen vor Vergnügen losprustendes Publikum quittierte am Ende die Leistungen der Schauspieler reichlich mit Beifall. Die einzige Chance, dieses 12-Gänge-Menü aus Feinschmeckerhappen der Unterhaltungskunst nochmals zu genießen, besteht am Mittwoch, 4. Mai im Universum, Beginn ist um 19.30 Uhr.


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