BN-Serie Bramsche erleben Penter haben den besten Blick auf Bramsche

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Pente. In unserer BN-Serie „Bramsche erleben“ wirft BN-Redakteur Heiner Beinke einen persönlichen Blick auf „Pente, wie ich es sehe“.

939 Einwohner

Pente hat zwei Kanäle , eine Bundesstraße, eine überregional bekannte Tierklinik, weltberühmte Klinkersteine und ein viel gepriesenes alternatives Landwirtschaftsmodell. Das ist ganz schön viel für gerade mal 939 Einwohner. Und es ist ja noch nicht einmal alles. Schließlich hat Pente sogar mal eine Hochschule gehabt.

Zu sagen, die Penter blicken auf Bramsche herab, wäre trotzdem völlig falsch. Zumindest im übertragenen Sinne. Im Wortsinn tun sie es ja, wenn sie oben in der Hauptsiedlung wohnen, die vom Zitterweg abzweigt. Für mich ist das eine der schönsten Siedlungen von Bramsche mit all seinen Ortsteilen. Die habe ich schon als Jugendlicher sehr gemocht, wenn ich oben im Haferwinkel eine Klassenkameradin besucht habe. Das Problem war nur, dass wir vorher den gefürchteten Burggartenweg hochstrampeln mussten. Doch die Anstrengung lohnt sich, damals wie heute: Der Blick vom Zitterweg ist der schönste Blick auf Bramsche überhaupt. Kein Wunder, dass in der Silvesternacht jedes Jahr viele Menschen hierher kommen, um das Feuerwerk in Bramsche zu genießen.

Dorfleben

Die Menschen, die hier oben wohnen, dürfen diesen Blick jeden Tag genießen. Das ist schon Lebensqualität zusätzlich zur Natur ringsum. Das Bürgerhaus als Treffpunkt neben der Feuerwehr und die Turnhalle bringen die Menschen zusammen. Hier spielt sich das Penter Dorfleben ab mit Clubs und Clübchen und Nachbarschaften. Hier steht auch noch das Gebäude, in dem früher die Penter Dorfschule untergebracht war. Die galt als Hochschule, weil es weit und breit die am höchsten gelegene Schule war.

Hier oben bin ich dienstlich zumeist im Bürgerhaus zu Gast, wo der Ortsrat tagt. Die Sitzungen sind im Kollegenkreis beliebt, weil meist kurz. Es gibt keinen Streit, schon gar nicht zwischen Parteien. Die Dinge werden sachlich diskutiert und pragmatisch angepackt. So soll es sein, ist es aber leider nicht überall.

Pioniere

Wohl noch häufiger führt der Dienstweg an die Ortsgrenze nach Wallenhorst zum Hof Hartkemeyer. Hier habe ich meine erste Geschichte über ein Windrad recherchiert. Das war lange, bevor von „Verspargelung der Landschaft“ die Rede war. Atomenergie war zwar heftig umstritten, aber angesagt, alternative Energien wurden nur belächelt. Da tüftelte hier Johannes Hartkemeyer an einer Stromversorgung per eigenem Windrad. Heute steht der Hof Hartkemeyer unter der Regie seines Sohnes Tobias für gemeinschaftsgetragene Landwirtschaft . Als CSA-Hof Pente ist das Modell ein Begriff, Gäste aus allen Teilen der Welt kommen hier her.

Vielleicht nicht aus der ganzen Welt, aber aus vielen Teilen Deutschlands kommen Menschen nach Pente, um ihrem tierischen Liebling helfen zu lassen. Aus einer klassischen Tierarztpraxis ist hier im Laufe der Jahre das Tiergesundheitsentrum Grußendorf geworden, dass alle Möglichkeiten der modernen Medizin für die Behandlung von Tieren bereithält. Mich beeindruckt bei Besuchen hier immer wieder, dass bei aller Technik der Bezug zum Tier nicht zu kurz kommt und die Menschen, die mit ihrem Liebling teilweise von weit weg hier herkommen, enge Beziehungen zum Personal aufbauen.

Markenzeichen

Noch bekannter, oder zumindest verbreiteter, sind die berühmten Penter Klinker. Mit diesen Steinen aus Pente werden Plätze in Hamburg oder Hongkong gepflastert. Auch wenn die ehemalige Ziegelei Klostermeyer heute zum Wienerberger-Konzern gehört, werden die Steine wie früher produziert, mit Ton aus der Region, bearbeitet von Leuten von hier, die zum Teil schon seit Jahrzehnten in der Ziegelei arbeiten. Ein bemerkenswertes Markenzeichen für einen kleinen Ort mit großer Tradition.


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