Lieder von Bach und Cash In Ueffeln erklingen die „Farben der Musik“

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Ueffeln. Eine unvergleichliche und einzigartige, so nicht wiederholbare Reise durch das breite Spektrum der „Farben der Musik“ erlebte das Publikum am Freitagabend im vollbesetzten Gemeindehaus Ueffeln.

In drei klanglich völlig unterschiedlichen Blöcken bekamen die Besucher alles geboten: von sphärischen Klangschalen-Tönen über klassische Klavierwerke bis hin zu Country-Hits von Johnny Cash. Die beiden Hauptkünstler des Abends, Gerd Lührmann und Hans Lemm, wurden am Ende mit stürmischem Applaus bedacht.

Andere Veranstaltungen hätten wahrscheinlich die Kritik einstecken müssen, ein buntes, nicht aufeinander abgestimmtes Sammelsurium präsentiert zu haben. Bei dem außergewöhnlichen Konzertabend in Ueffeln passte aber alles wunderbar zusammen – so unterschiedlich die einzelnen Programmteile auch waren. Mit meditativen, von Klangschalen und einem Gong erzeugten Tönen in einem nur durch viele Kerzen erhellten Raum eröffnete der aus Hesepe stammende Musiker Gerd Lührmann den Abend. Faszinierend war für die meisten die beruhigende und intensive Wirkung dieser Klänge.

Dann setzte sich der Multiinstrumentalist ans Klavier und spielte mehrere klassische Werke von Bach und Händel – traumhaft schön und zum Dahinschweben seine Interpretation von Bachs „Adagio“. Für eine ganz besondere, individuelle Note sorgte Lührmann, als er in ein Klavierwerk von Händel Motive des Popmusik-Klassikers „The house of the rising sun“ von den „Animals“ einfließen ließ. „Er ist ein Musiker, der keine Lust hat, klassische Werke einfach so herunterzuleiern,“ sagte Veranstalter Klemens Große Dartmann in der Pause.

Nach der Pause folgte die dritte musikalische Einheit. Und wieder war sie völlig anders als die beiden vorherigen. Und wieder war es kein Bruch, sondern passte gut in die Dramaturgie des Abends, obwohl sich dieser Block einem ganz anderen Genre widmete: der Countrymusik. Im Mittelpunkt stand bzw. saß auf dem Hocker Hans Lemm, begleitet von Jaron Martinez am Rhythmus gebenden Cayon und Lührmann an der akustischen Gitarre. Der Auftritt von Cash-Kenner Lemm lebte weniger von der musikalischen und gesanglichen Perfektion, als von dem Gefühl und der Stimmung, die der Wallenhorster herüberbrachte. Die Zuhörer, und darunter eine ausgewiesene Country-Fraktion, bekamen unbekanntere Songs und die großen Hits wie „Ring of fire“ und „I walk the line“ des vor 13 Jahren verstorbenen „Man in Black“ serviert und gingen begeistert mit. Viel hätte nicht gefehlt und alle wären aufgestanden und hätten getanzt – spätestens bei „Country Roads“, das Cash zwar nicht selbst komponiert, aber immer wieder gerne live gesungen hatte.

Nach mehreren Zugaben und lang anhaltendem Schlussapplaus war auch dieser Block und damit der ganze Abend zu Ende. Die Zuschauer waren gekommen, um einen rundum harmonischen, stimmungsvollen Musikabend zu genießen. Den haben sie uneingeschränkt bekommen und gingen zufrieden nach Hause.


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