Von Nachbar zu Nachbar Neues Senioren-Netzwerk in Ueffeln und Balkum

Ein weiteres Service-Angebot für Senioren in Ueffeln nutzt  Clemens-Dartmann (hier mit Agnes Clausing)  selbst  regelmäßig: den Bestell- und Bringdienst der Bäckerei Wessling. So können Senioren im Alter möglichst lange in ihrem Zuhause bleiben können, findet er. Foto: Hildegard Wekenborg-PlackeEin weiteres Service-Angebot für Senioren in Ueffeln nutzt Clemens-Dartmann (hier mit Agnes Clausing) selbst regelmäßig: den Bestell- und Bringdienst der Bäckerei Wessling. So können Senioren im Alter möglichst lange in ihrem Zuhause bleiben können, findet er. Foto: Hildegard Wekenborg-Placke

Ueffeln. In Ueffeln hat sich Anfang 2016 auf Initiative von Klemens Große Dartmann ein Senioren-Netzwerk gegründet. Locker angedockt an die Bramscher Awo koordiniert Agnes Clausing die Initiative, die Unterstützung im Alltag für ältere und hilfebedürftige Menschen in Ueffeln und Balkum anbietet. Schon jetzt haben 17 Bürger angeboten, bei Bedarf zu helfen.

Am Anfang der Initiative, die unter dem Motto „Von Nachbar zu Nachbar“ kleine Hilfen im Alltag anbietet, stand ein eigentlich für die Beteiligten weniger schöner Anlass. Die Awo in Ueffeln löste sich mangels Masse auf. „Es kommen ja keine mehr dazu“, sagt Große Dartmann, der im Ort einen Verlag betreibt und das Ortsmagazin „Wir in Ueffeln und Balkum“, im Ortsjargon kurz „WuB“ genannt herausgibt. Vor der Auflösung beschlossen die noch verbliebenen Mitglieder, mit dem Vereinsvermögen die neue Initiative zu unterstützen. Das Geld sollte einfach vor Ort bleiben. Große Dartmann veröffentlichte einen Aufruf, die Informationsveranstaltung war gut besucht, zahlreiche Interessenten äußerten den Wunsch, sich einzubringen und mit Agnes Clausing war umgehend die „gute Seele“ des Unternehmens gefunden. Eine ähnliche Initiative gibt es bereits in Engter.Große Dartmann hatte die Initiative bereits kurz während der BN-Tuchmachertour in Ueffeln angekündigt.Große Dartmann hatte die Initiative bereits kurz während der BN-Tuchmachertour in Ueffeln angekündigt.

Ansprechpartnerin ist Agnes Clausing

Seit Jahren nutzte der Awo-Ortsverband bereits einen Raum in der Altenwohnanlage „Im Plaggen“ als Clubraum beziehungsweise Teestube für Veranstaltungen. Hier stand Clausing, die über 20 Jahre für einen Pflegedienst gearbeitet hat, schon vor der Gründung des Netzwerks den Bewohnern des Anlage einmal wöchentlich als Ansprechpartnerin zu Verfügung und kümmerte sich auch darüber hinaus um die Anliegen und Nöte der Senioren. Alles strikt ehrenamtlich, lediglich gegen eine kleine Aufwandsentschädigung.

Ehrenamtlich ist auch das aktuelle Engagement. Sowohl das von Große Dartmann und Clausing, als auch das der Bürger, die sich engagieren möchen. „Wir können uns kleine Hilfen vorstellen wie eine Glühbirne wechseln, Gardinen auf- und abhängen und waschen oder auch Fahrten zum Einkaufen oder zum Arzt“, erzählt Clausing. Es sei auch denkbar, dass pflegende Angehörige einmal eine kleine Auszeit brauchten oder ein nicht mehr so mobiler Ueffelner gerne einmal in Bramsche Kaffee trinken gehen möchte. Dabei wolle man keineswegs Handwerkern oder anderen Profis Konkurrenz machen. „Wer bei und mitmacht, bringt in erster Linie Zeit mit. Und er kann Auto fahren“, so Clausing weiter. Und sie stellt nachdrücklich klar: „Wir sind kein Pflegedienst. Das wollen wir nicht und den können wir auch nicht ersetzen“.

Niemand soll sich alleingelassen fühlen

In Ueffeln läuft das Angebot allmählich an. „Ein älterer Herr nutzt die kleinen Hilfen regelmäßig, weil sein Antrag auf Pflegestufe zunächst abgelehnt wurde. Wir fahren ihn dann. Da kann man dann nicht Nein sagen“, findet Clausing. Ein ähnlicher Fall war seinerzeit Mitauslöser der Gründung des Netzwerks: „Eine Seniorin war frisch aus dem Krankenhaus entlassen worden und hat dann 24 Stunden zu Hause gelegen, ohne dass jemand nach ihr gesehen hat“, erinnert sich Große Dartmann. Mit dem Netzwerk hätte sie sich Hilfe holen können. „Wir haben in Ueffeln 30 Prozent Haushalte mit Alleinstehenden oder betagteren Ehepaaren“, sieht er großen Bedarf für das Netzwerk. Die Freiwilligen-Initiative soll einen Beitrag dazu leisten, dass sich im Dorf niemand alleingelassen fühlen muss.

Agnes Clausing ist zweimal in der Woche, jeweils Dienstag von 15 bis 18 Uhr und Donnerstag von 10 bis 12 Uhr unter der Handynummer 0152/ 56774755 zu erreichen. „Und wenn Not am Mann ist“, fügt sie hinzu. Das Handy wurde ihr von der Stadt Bramsche zur Verfügung gestellt. Außerdem ist sie persönlich ebenfalls dienstags von 15 bis 18 Uhr in der Teestube zu sprechen.

Die Hilfeleistungen sind kostenlos, allerdings freuen sich die Organisatoren über eine Spende, aus der die Aufwandsentschädigungen finanziert werden. Die Helfer sind über die Awo versichert und unterliegen der Schweigepflicht.


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