Überangebot in der Innenstadt Breitband-Probleme liegen in den Bramscher Außenbezirken

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Entsprechende Kabelgehäuse und Leitungen werden auch in diesen Tagen am Bramscher Berg verlegt. Foto: Marcus AlwesEntsprechende Kabelgehäuse und Leitungen werden auch in diesen Tagen am Bramscher Berg verlegt. Foto: Marcus Alwes

Bramsche. Im Stadtkern tummeln sich momentan die Anbieter, in mehreren Außenbereichen von Bramsche werden einige Bürger dagegen wohl noch länger auf entsprechend schnelle Internetanbindungen warten müssen.

Das ist das Ergebnis einer umfassenden Analyse zum Breitbandausbau, die unsere Redaktion in den vergangenen Tagen in der Tuchmacherstadt vorgenommen hat.

Wie sieht es also im eher innerstädtischen Bereich von Bramsche mit den kabelgebundenen Angeboten aus?

„Die dichten Siedlungsgebiete sind mit kleineren Ausnahmen inzwischen fast alle erschlossen“, sagt Wirtschaftsförderer Klaus Sandhaus. Anbieter wie die Deutsche Telekom, Osnatel und Kabel Deutschland sind hier am Markt sehr aktiv. Sie alle arbeiten ausschließlich nach dem Wirtschaftlichkeitsprinzip. Um einen Fuß in der Tür bemüht sich zunehmend auch das holländische Unternehmen Deutsche Glasfaser. Probleme mit einer starken, flächendeckenden Breitbandversorgung (per Glasfaserkabel) für ein schnelles Internet zeichnen sich unterdessen in den Ortsteilen am Stadtrand wie Kalkriese, Sögeln, Balkum oder Pente ab. Mittelfristig werden hier wohl insgesamt 1500 bis 2000 abseits gelegene Gebäude unterversorgt bleiben.

Wie reagieren hier die Kommunen?

Der Landkreis Osnabrück hat durch sein Tochterunternehmen Telkos eine umfassende Markterkundung durchführen lassen. Ziel ist es, möglichst viele Haushalte in der Region bis zum Jahr 2018 mit mindestens 30 MBit/s zu versorgen. Dazu wurden bis in den Januar hinein u.a. auch die konkreten Ausbaupläne der Telekommunikationsanbieter abgefragt – und somit auch ermittelt, was als unversorgtes „Restgebiet“ zwischen Quakenbrück, Glandorf und Melle bleiben wird.

Die Telkos-Verantwortlichen haben ferner einen Arbeitskreis mit Vertretern mehrerer Städte und Gemeinden gebildet, um den Breitbandausbau für ein schnelles Internet besser abgestimmt und bedarfsgerecht planen zu können. Dieser neuen Gruppe gehört auch der Bramscher Verwaltungschef und Bürgermeister Heiner Pahlmann an. Angedacht ist unter anderem eine Ausbauvariante, die vorsieht, dass der Landkreis Osnabrück schon bald ein eigenes, vergrößertes Glasfasernetz in der Region verlegen könnte, um dieses dann an einen interessierten Provider zu vermieten. So sollen vor allem die besagten Problemregionen (geschätzt ca. 20000 Gebäude) besser erschlossen werden. Die entsprechenden Ausschreibungen dazu sollen in Kürze veröffentlicht werden.

Wie steht es um funkgestützte Alternativen?

Im Bramscher Stadtgebiet stehen sogenannte LTE-Masten u.a. in Schleptrup, Achmer und Hesepe. Durch sie wären laut Fachleuten Versorgungen mit schnellem Internet (mit bis zu 100 MBit/s) in einem Umkreis von bis zu zehn Kilometern möglich. In den Bereich der funkgestützten Breitbandtechnik fallen aber auch Hybrid-Router (LTE-Signal plus kabelgebundene Versorgung) oder Richtfunk-Sonderlösungen für Außenbereiche . Letztgenannte Variante kommt beispielsweise seit einigen Monaten in Kanalnähe im Industrie- und Gewerbegebiet in Achmer um Einsatz. Anbieter dieser Technik ist hier die Firma Servario aus Nordhorn.

Welche anderen Unternehmen sind in Bramsche wo zu finden?

In der Innenstadt – also der Kernsiedlung – haben sich vor allem die Deutsche Telekom, Osnatel und Kabel Deutschland spürbar positioniert. Erstgenannte ist zudem und grob umrissen auch in Lappenstuhl und Teilen von Engter zu finden. In Ueffeln, Hesepe, Pente und Achmer ist Osnatel zu finden. Dagegen beschränkt sich Kabel Deutschland bisher auf den Stadtkern.

Aus öffentlichen Töpfen, zum Beispiel dem Konjunkturparket II des Bundes in den Jahren 2011/2012, hatte es Fördergelder für die Osnatel-Aktivitäten in Bramsche gegeben. Aus dem EFRE-Programm der Europäischen Union (EU) hingegen wurde einst die gezielte Breitbandversorgung des Gewerbegebietes an der Landesstraße 78 bei Engter/Lappenstuhl unterstützt. In absehbarer Zeit stehen nun die nächsten Schritte an, um das schnelle Internet noch mehr in die Fläche zu bringen. Wie zügig das gehen wird? „Wir müssen alle auch etwas Geduld mitbringen“, warnt Wirtschaftsförderer Sandhaus vor allzu großen Erwartungen.


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