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Zentraler Treffpunkt in der LAB Neue Begegnungsstätte in Aufnahmestelle Hesepe


Bramsche. In der Erstaufnahme-Einrichtung für Asylbewerber in Bramsche-Hesepe ist am Freitag eine Begegnungsstätte für Flüchtlinge, Ehrenamtliche und Bürger eröffnet worden. Die Einrichtung soll ein zentraler Treffpunkt auf dem Gelände der Landesaufnahmebörde (LAB) werden. Die erforderlichen Umbaukosten wurden zu einem wesentlichen Teil durch die Aktion „Work for Help“ der NOZ Medien finanziert.

Rückblick: Als im Sommer 2015 mit mehreren tausend Flüchtlingen dramatisch überbelegt war , übernahm die Stadt Bramsche die Koordinierung der ehrenamtlichen Unterstützung der Asylbewerber und führte die verschiedenen Gruppen zusammen. „In diesem Netzwerk entstand schnell die Überzeugung, dass es einer Anlaufstelle vor Ort bedarf. Nicht nur, weil die Initiativen bislang oft auf der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten waren. Sondern auch, um die Menschen in der Unterkunft von Beginn an, gleich nach ihrer Ankunft, wirksam unterstützen zu können, bei uns Fuß zu fassen“, erklärte Bramsches Bürgermeister Heiner Pahlmann.

Für ein Mindestmaß an Willkommenskultur

Aus diesem Netzwerk heraus übernahm Anke Hennig das Projekt: Die Bramscher Kommunalpolitikerin ist auch stellvertretende Vorsitzende des Humanistischen Verbands Niedersachsen, unter dessen Federführung der Umbau von Haus 7 in der Aufnahmestelle angegangen wurde. „In den turbulenten Monaten im vergangenen Jahr ging es uns darum, wenigstens ein Mindestmaß an Willkommenskultur wiederherzustellen“, sagte Hennig bei der Eröffnung der Begegnungsstätte. Dass derzeit nur sehr wenige Asylbewerber in Hesepe untergebracht seien – LAB-Leiter Klaus Dierker sprach von „deutlich unter 500“ – tue dem Anliegen keinen Abbruch, meinte Hennig. Auch Pahlmann betonte: „Wir haben 2015 gezeigt, was wir in einer schwierigen Situation mit Solidarität, mit Hinwendung zu den Menschen und mit Toleranz schaffen können. Das wollen wir beibehalten.“

Angebote zur Freizeitgestaltung

Die neue Begegnungsstätte soll nun ein Treffpunkt für Flüchtlinge, Ehrenamtliche und Bürger werden. Vereine und Verbände werden täglich Angebote zur Freizeitgestaltung unterbreiten, aber auch Kurse durchführen, mit denen den Asylbewerbern das Einleben in Deutschland erleichtert werden soll. Gedacht ist daran, erste Sprachkenntnisse zu vermitteln, ebenso aber auch die Grundregeln des Zusammenlebens oder Fragen der Verkehrserziehung.

10000 Euro von „Work for Help“

Koordinatorin Anke Hennig betonte in ihrer Ansprache zur Eröffnung, dass die Einrichtung der Begegnungsstätte „ohne die Unterstützung der Aktion ‚Work for Help‘ nicht möglich gewesen wäre“. Bei dieser Initiative, die von NOZ Medien gestartet worden war, verzichteten Mitarbeiter zahlreicher Unternehmen auf einen Teil ihres Gehalts, um Vereine und Verbände in der Flüchtlingshilfe zu unterstützen. 10000 Euro wurden allein für die Begegnungsstätte gespendet. (Weiterlesen: 47111 Euro für die Flüchtlingshilfe )

Weitere 5000 Euro steuerte die Bürgerstiftung Bramsche bei. Dass die Umgestaltung des Gebäudes innerhalb von acht Wochen gelang, dafür zeichnete die Bramscher Werkgemeinschaft „Die Brücke“ verantwortlich.


Der Humanistische Verband versteht sich als eine nichtreligiöse Alternative zu den christlichen Kirchen oder anderen Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften. Für die Mitglieder des Verbands besteht Humanismus im Kern darin, ein selbstbestimmtes und verantwortungsbewusstes Leben zu führen, ohne sich dabei religiösen Vorstellungen zu unterwerfen, heißt es auf der Homepage . Und weiter: „Der Humanistische Verband setzt sich für eine menschlichere Gesellschaft auf weltlicher Grundlage ein und nimmt dabei besonders die Interessen und Bedürfnisse der humanistisch orientierten, nicht-religiösen Menschen in den Blick.“

Der heutige Bundesverband wurde am 14. Januar 1993 in Berlin durch den Zusammenschluss von teils seit über 150 Jahren bestehenden freidenkerischen, freireligiösen und humanistisch orientierten Vereinigungen gegründet.

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