Christliche Flüchtlingsarbeit Verein Amal hilft Flüchtlingen in Hesepe

Von Holger Schulze

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Bramsche. 35 ehrenamtliche Helfer kümmern sich derzeit mit einem vielfältigen Angebot für den Verein „Amal/Christliche Flüchtlingsarbeit Bramsche“ um die Menschen, die in der Erstaufnahme-Einrichtung in Hesepe untergebracht sind.

Kochen mit Flüchtlingen aller Altersgruppen, Tanzabende nur für Flüchtlingsfrauen, Multikultiabende mit Gesprächen und Informationen über Niedersachsen und Deutschland, Deutschunterricht in der Unterkunft in Hesepe in Kooperation mit der „Ländlichen Erwachsenen-Bildung“ oder das Begegnungsteam, das direkt in der Einrichtung der Landesaufnahmebehörde (LAB) Kontakt zu den Flüchtlingen aufnimmt – all das sind Aktivitäten, mit denen sich „Amal/Christliche Flüchtlingsarbeit Bramsche“ um die geflohenen Menschen aus den Kriegs- und Krisengebieten kümmert.

Ausdruck von Freundschaft und Hoffnung

„Amal ist ein Bramscher Verein, der 2008 für Menschen mit besonderen Bedürfnissen im Allgemeinen sowie auch für Roma auf dem Balkan gegründet wurde. Derzeit arbeitet der Verein in zwei Arbeitsrichtungen. Er hat Projekte auf dem Balkan, vorwiegend in Bulgarien unter den Roma. Ganzjährig ist mindestens ein Mitarbeiter von uns in Bulgarien, um dort Projekte im Bereich Hilfe zur Selbsthilfe, Beteiligung der Roma in der kommunalen Politik sowie auch Bewusstseinsförderung im Bereich Drogen zu begleiten“, so beschreibt Heike Harms, Vorsitzende von Amal, den ursprünglichen Arbeitsschwerpunkt des Vereins. Hinzugekommen ist mit der Flüchtlingswelle die „Christliche Flüchtlingsarbeit Bramsche“. Die Mitglieder dieses Arbeitszweiges von Amal „setzen den Hauptfokus auf die Begegnung zwischen Menschen, bemühen sich darum, dass eine wahre Begegnung zwischen unseren Mitarbeitern und den Flüchtlingen stattfindet. Es stehen also nicht so sehr bestimmte Programme im Vordergrund, sondern das Schenken von Zeit, die Annahme, Empathie und das Miteinander zwischen Menschen aus verschiedenen Kulturen“, führt Harms weiter aus. Die Begriffe „Freundschaft“ und aus dem Arabischen „Hoffnung“ sind im Vereinsnamen Amal enthalten, und werden durch die oben aufgeführten Aktivitäten mit Leben gefüllt.

Kochgruppe führt Menschen zusammen

Wie diese Ziele in der Praxis umgesetzt werden, lässt sich in einer Kochgruppe erleben, die sich regelmäßig im Gemeindehaus der Heilig-Geist-Kirche trifft. „Bis zu 30 Personen haben hier schon gemeinsam gekocht, und dies auf vier Herdplatten“, weiß Richard Morris, einer der ehrenamtlichen Helfer, zu berichten. So kamen bereits Gerichte aus Europa, Afrika, Syrien und aus der arabischen Küche auf den Tisch. „Ich selbst habe Zeit und den Wunsch, einfach dort zu helfen, wo Hilfe notwendig ist“, beschreibt Richard Morris seine Motive, sich in diese Gruppe einzubringen. Die Treffen beginnen regelmäßig mit einer Runde bei Kaffee, Tee und ein paar Keksen am großen Tisch im Raum neben der Küche. Frauen, Männer und Kinder besprechen dabei, was von wem diesmal gekocht werden soll. „Im Anschluss hieran fahren wir gemeinsam zum Einkaufen. Dabei werden die Flüchtlinge mit den deutschen Gepflogenheiten in den Läden vertraut gemacht und wir Ehrenamtliche helfen ihnen dabei, sich zurecht zu finden, denn sie können ja die Beschriftung auf den Packungen nicht lesen“, erläutert Beatrix Butz den weiteren Ablauf des Kochvormittags. Sie selbst engagiert sich in der Gruppe, „damit Flüchtlinge aus dem Lager herauskommen, Kontakt zu uns Deutschen erhalten und so die Eingliederung etwas leichter fällt“. Und: „Die verschiedenen Nationalitäten unter den Flüchtlingen können sich besser kennenlernen“. So verwundert es nicht, dass die Treffen in einer ruhigen, ja sanft freundschaftlichen Stimmung verlaufen.

Zuletzt gab es Hühnchen mit Joghurt-Minze-Soße, Reis und ein Kartoffelgericht. Von der St.-Martinus-Gemeinde werden die Kosten für die Lebensmittel übernommen. Ferner erhalten Amal und die Christliche Flüchtlingsarbeit Bramsche für ihre Angebote etwas Geld von der Stadt Bramsche und finanzieren sich im Übrigen aus Spenden. Alle Mitarbeiter arbeiten ehrenamtlich. „Ein Bus für den Transport von und wieder hin zum Lager wäre für uns eine große Hilfe“, wünscht man sich in der Kochgruppe. Doch auch dies müsste ein Sponsor ermöglichen.

Während in der Küche an diesem Tag die Frauen das Fleisch vorbereiten oder die Kartoffeln schälen, überbrücken die anwesenden Mädchen die Zeit mit einem Gesellschaftsspiel. Kommuniziert wird in einem Gemisch aus Deutsch, Englisch, Zeichensprache oder mit der Hilfe eines Dolmetschers, je nachdem, wer grade mit zur Kochgruppe gekommen ist. „Eigentlich immer findet sich jemand, der mit seinen Sprachkenntnissen weiterhelfen kann“, ist die Erfahrung der Beteiligten bislang.

Vertrauen aufbauen

Es sind in allererster Linie die Besuche im Lager, durch die die freiwilligen Helferinnen und Helfer auf die verschiedenen Angebote des Vereins aufmerksam machen. „Wenn aber erst einmal etwas Vertrauen aufgebaut worden ist, fangen die Flüchtlinge an, auch mehr von sich und ihrer Geschichte zu erzählen. Dann wird bei uns gelacht, manchmal auch geweint. Oder es werden Fragen gestellt“, schildert die Kochgruppe die kleinen, aber wichtigen Schritte einer Verständigung und Annäherung zwischen den Deutschen und denen, die hier große Hoffnungen auf ein Leben in Sicherheit und Frieden haben.


Weitergehende Einzelheiten zu der Arbeit von Amal/Christliche Flüchtlingsarbeit Bramsche finden sich auf der Internetseite www.fluechtlingsarbeit-bramsche.de .

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