Andere Standorte im Blick Dallmann stellt Pläne für Hafen Engter zurück

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Die Bramscher Firma Dallmann stellt ihre Planungen zur Erweiterung des Hafens in Engter zurück und prüft nun alternative Standorte. Foto: Heiner BeinkeDie Bramscher Firma Dallmann stellt ihre Planungen zur Erweiterung des Hafens in Engter zurück und prüft nun alternative Standorte. Foto: Heiner Beinke

Bramsche. Die Firma Dallmann hat überraschend angekündigt, auf eine Erweiterung ihres Hafens in Engter „bis auf Weiteres“ zu verzichten. Das Unternehmen für Straßen- und Tiefbau hatte beantragt, dort kohlenteerhaltigen Bitumengemische brechen und dann verschiffen zu dürfen.

Bislang hat das Tiefbauunternehmen eine Genehmigung, in Engter täglich 1250 Tonnen Schüttgut umzuschlagen . Diese Genehmigung sollte nun erweitert werden, vor allem um ehemalige Fahrbahnteile mit kohlenteerhaltigen Bitumengemische zu brechen. Dabei handelt es sich um Stoffe, die als gefährliche Abfälle zu klassifizieren sind. Diese sollten nach der Bearbeitung in Engter zur umweltgerechten Entsorgung in den Niederlanden verschifft werden

Nach ersten Gesprächen mit der Stadtverwaltung bereits im Sommer vergangenen Jahres hatte Firmenchef Horst Dallmann seine Vorstellungen erst Anfang Februar im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt des Bramscher Stadtrats erstmals öffentlich erläutert. Dallmann erklärte nun aber gegenüber unserer Redaktion, die Pläne zurückzustellen. „Wir befinden uns noch am Anfang eines langwierigen Antrags- und Genehmigungsverfahrens“, betont Dallmann. Zwischenzeitlich habe das Unternehmen allerdings zwei gute Alternativen ins Visier nehmen können.

Zwei Alternativen im Blick

Zum einen, so führt Hauptgesellschafter Dallmann aus, bestehe die Möglichkeit, dass das Unternehmen seine Pläne in vergleichbarer Form an einem Hafenstandort in Nordrhein-Westfalen realisieren könne. Als zweite Alternative benennt Dallmann die Einlagerung der teerhaltigen Abfälle aus dem Straßenbau auf einer Großdeponie im Raum Südoldenburg. „Wir müssen nun gründlich prüfen, welche der Möglichkeiten aus ökologischer und ökonomischer Sicht dauerhaft die sinnvollste für uns ist“, betont Dallmann. Seiner Einschätzung nach könne dies bis zum Jahresende dauern.

Dallmann führt aus, es sei unabhängig vom Standort „notwendig, Wege zu finden, die als umweltgefährdend klassifizierten Bauabfälle professionell zu entsorgen“. Ab 2018 werde der bisher praktizierte Wiedereinbau teerhaltiger Straßenausbaustoffe in Niedersachsen untersagt sein, „so wie es jetzt auch schon in Nordrhein-Westfalen der Fall ist“. Die entsprechenden Rückstände würden also auf jeden Fall anfallen – „und wir müssen uns um die umweltgerechte Entsorgung kümmern“, erklärt der Unternehmer.

Entscheidung unabhängig von Vorbehalten

Dallmann betont, die Abkehr von den Plänen für den Hafen in Engter habe nichts mit den Vorbehalten zu tun, die bereits von den Bramscher Grünen geäußert worden waren . Auch Bürger aus dem unmittelbar angrenzenden Lappenstuhl hatten das Vorhaben kritisiert. Sie fürchteten eine stärkere Lärmbelästigung und eine gesundheitliche Risiken. „Ich bin mir sicher, dass wir diese Sorgen hätten ausräumen können“, ist Dallmann überzeugt. Nun aber habe er Bürgermeister Heiner Pahlmann, Baudirektor Hartmut Greife und Ersten Stadtrat Ulrich Willems zu Wochenbeginn darüber informiert, dass die Firma die Planungen nicht weiter vorantreiben wolle.


Im Jahr 2009 hat die Bramscher Straßen- und Tiefbaufirma Hermann Dallmann GmbH & Co. KG die Genehmigung zum Bau einer Hafenanlage in Engter an der Landesstraße 78 in Richtung Vörden erhalten. In der Folge wurden rund sechs Millionen Euro investiert. Von Engter aus werden Rohstoffe zu Straßenbaustellen oder Asphaltmischwerken geliefert. Dafür dürfen täglich 1250 Tonnen (nichtbelastetes) Schüttgut umgeschlagen werden.

Dallmann gehört zu den traditionsreichen Unternehmen in Bramsche. Bereits im Jahr 1908 gründete Pflastermeister Hermann Dallmann mit seiner Ehefrau Auguste ein Steinsetz- und Pflastererunternehmen an der Brinkhausstraße. Seit 1957 hat die Firma ihren Hauptsitz am Bramscher Wiesenweg unweit der Innenstadt.

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