Beginn einer Kooperation? Hesepe: Islamischer Verein spendet für Flüchtlinge

Über die Spende von Zeynep Mercan und Ahmet Irmak freuen sich Maria Klein, Klaus Dierker und eine Asylbewerberin, die derzeit in der LAB-Kleiderkammer arbeitet (von rechts) . Foto: Björn DieckmannÜber die Spende von Zeynep Mercan und Ahmet Irmak freuen sich Maria Klein, Klaus Dierker und eine Asylbewerberin, die derzeit in der LAB-Kleiderkammer arbeitet (von rechts) . Foto: Björn Dieckmann

Bramsche. Eigentlich wollte der Türkisch-Islamische Kulturverein am Dienstag nur eine Kleiderspende in der Heseper Flüchtlingsunterkunft vorbeibringen. Doch aus dem Gespräch bei der Übergabe könnte jetzt noch mehr erwachsen.

Schon im vergangenen Sommer hatte der Kulturverein, der die DITIB-Gemeinde mit kleiner Moschee am Lutterplatz unterhält , zu einer Spendenaktion aufgerufen. „Wir hatten damals auch die umliegenden Gemeinden in der Region um Kleiderspenden gebeten. Da ist sehr viel zusammengekommen“, erklärte der Vereinsvorsitzende Ahmet Irmak. Doch „gerade, als wir es abgeben wollten hier in Hesepe, war das nicht mehr möglich, weil die Annahmestelle bei der ‚Brücke‘ eingerichtet wurde“, so Irmak.

„Ein kleiner, aber engagierter Verein“

Nach und nach wurden also die Spenden dorthin gebracht. Aber das Interesse an der Flüchtlingsunterkunft selbst blieb bestehen. „Es sind hier immer viele Muslime untergebracht. Aber die Religion spielt für uns gar nicht so eine wichtige Rolle: Wir sind zwar ein kleiner, aber sehr engagierter Verein und wollen einfach helfen“, betont Irmak, der deshalb nun froh war, dass er zusammen mit Kulturvereins-Mitarbeiterin Zeynep Mercan nun doch in der Kleiderkammer auf dem Gelände der Landesaufnahmebehörde vorbeischauen durfte.

Mit leeren Händen kamen Irmak und Mercan natürlich nicht: Erneut hatten sie gesammelt, diesmal brachten sie einen großen Beutel an Unterwäsche und Socken mit. „Gerade gekauft – es ist doch nicht schön, wenn die Flüchtlinge bereits getragene Unterwäsche bekommen“, meinte Mercan, die in dieser Sache mit der Frauenabteilung aktiv gewesen war. Dass der Kulturverein damit den Bedarf genau richtig eingeschätzt hatte, bestätigte die Leiterin der Kleiderkammer, Maria Klein . „Unterwäsche können wir immer gebrauchen. Genauso wie warme Kleidung und auch Koffer oder Taschen“. Auch Gebetsketten seien sehr gefragt.

Weitere Unterstützung zugesagt

Schon war der erste Anknüpfungspunkt gefunden: „Da können wir sicherlich noch einmal etwas machen“, kündigte Irmak an, in der Gemeinde ein weiteres Mal um Unterstützung zu bitten. LAB-Leiter Klaus Dierker wies zudem auf die baldige Eröffnung der Begegnunsstätte in der Unterkunft hin, die der Humanistische Verband einrichten will. „Dort wird es vielleicht auch für Sie Möglichkeiten geben, etwas für die Flüchtlinge anzubieten“, sagte Dierker zu Irmak und Mercan. Auch für das nächste Sommerfest sei jede Hilfe gerne gesehen. Und nicht zuletzt, so meinte Irmak selbst, „möchten wir natürlich muslimischen Bewohnern die Möglichkeit geben, uns in der Moschee zu besuchen.“


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