Groovende Dröhnung Doppelkonzert in der Bramscher Alten Webschule

Von Sascha Knapek

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Bramsche. Zwei nicht ganz alltägliche Rock-Entwürfe bekam das Publikum in der Alten Webschule bei den Auftritten der beiden Bramscher Bands „Stereotypen“ und „Klassenfahrt“ auf die Ohren. Das mit dem Begriff „Weltraumschrott“ überschriebene Doppelkonzert begann mit ansteckend groovendem Instrumental-Rock und endete mit einer derben Space-Rock-Dröhnung, die selbstverständlich nicht ohne die passenden Computereffekte daherkam.

Dass „Stereotypen“ in der Alten Webschule ihre Live-Premiere feierten, merkte man nur verhältnismäßig selten. Zu spielfreudig und gut aufeinander abgestimmt war das Bramscher Quartett, das auf einen Sänger verzichtete und lässige Instrumental-Jams für sich sprechen ließ. So vielfältig sich die musikalische Mischung von Gerrit Achilles (Schlagzeug), Helge Lewandowski (Keyboards), Claas Hürkamp (Gitarre) und Klaus Falge (Bass) darstellte, so mitreißend war die scheuklappenfreie Instrumentalreise.

Die ungezwungen wirkende Verschmelzung aus Rock-, Pop-, Jazz-, Prog- und Reggae-Anleihen gipfelte nicht selten in spontanen Improvisationen. Dass dabei – gerade beim Live-Debüt – nicht jedes Zahnrädchen ins nächste greifen kann, ist klar. Aber gerade dieser Jam-Charakter machte den Charme der überzeugenden Premiere aus. „Stereotypen“ präsentierten eher Entwürfe, als in ein festes Korsett gepresste Songs. Ein spannender Ansatz, der Band und Publikum gleichermaßen viel Spaß bereitete.

Der Headliner des Abends bot dann ein schepperndes Kontrastprogramm. Wem die „Stereotypen“ zu filigran gewesen sein sollten, konnte sich bei „Klassenfahrt“ die volle Space-Rock-Dröhnung geben. Während die erste Formation ihr Live-Debüt gab, war es für Matthias Zander (Schlagzeug), Keven Turner (Gitarre), Michael Daher (Bass, Keyboards), Gerald Latkowski (Gitarre) und Klaus Brinkmann (Gesang, Bass, Samples) immerhin schon der zweite Auftritt.

Bis auf den Engländer Keven Turner hat die Band allerdings schon zu Schulzeiten gemeinsam Musik gemacht und das nötige Maß an Abstimmung hat sich von damals bis heute gehalten. Der Name „Klassenfahrt“ kommt somit nicht von ungefähr – genauso wie die gemeinsame Vision, eine von diversen Elektro-Spielereien angereicherte Mischung aus Krautrock, Industrial und spacig angehauchtem Post-Rock auf die Bühne zu bringen. Die mitunter sperrige und mit zahlreichen Samples durchsetzte Dröhnung war sicher nichts für Freunde poppigen Schönklangs. Dass das Quintett genau dieser laut wummernde Gegenentwurf sein möchte, merkte man in der Alten Webschule von der ersten Minute.


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