„Wir wollten einfach helfen“ Bramsche: Krankenhaus-Besuchsdienst am Start

Von Hildegard Wekenborg-Placke

Der neue Besuchsdienst im Bramscher Krankenhaus: Nina Wasmuth, Helga Notzon, Ursula Pröhl, Jan van den Maagdenberg,, Marlies Probst und Monika Draude. Es fehlen Maria Timmer und Axel Kolhosser. Foto: Hildegard Wekenborg-PlackeDer neue Besuchsdienst im Bramscher Krankenhaus: Nina Wasmuth, Helga Notzon, Ursula Pröhl, Jan van den Maagdenberg,, Marlies Probst und Monika Draude. Es fehlen Maria Timmer und Axel Kolhosser. Foto: Hildegard Wekenborg-Placke

Bramsche. Das Bramscher Krankenhaus hat wieder einen ehrenamtlichen Besuchsdienst. Zwei wöchentlich, jeweils am Dienstag und am Donnerstag, von 15 bis 16.30 Uhr, werden die fünf Frauen und zwei Männer den Patienten zunächst auf der Inneren Medizin ihre Unterstützung anbieten.

Wegen Unstimmigkeiten im Zuge der Umstrukturierung der Bramscher Niels-Stensen-Kliniken hatten vor rund eineinhalb Jahren die lange im Krankenhaus tätigen „Grünen Damen“ ihren Rückzug erklärt. Zwei Mitglieder der Gruppe, Nina Wasmuth und Jan van den Maagdenberg, sind jetzt wieder dabei. Dazu kommen Helga Notzon, Marlies Probst, Ursula Pröhl, Monika Draude und Axel Kolhosser.

„Wir wollten einfach helfen“

Der Wunsch, sich im Besuchsdienst zu engagieren, entstand in einer Gruppe von Frauen aus der katholischen Kirchengemeinde St. Martinus, die im vergangenen Herbst in der Flüchtlingshilfe unter anderem im Krankenhaus tätig waren. „Als dann die Erstuntersuchungen aus dem Krankenhaus wieder in die LAB verlagert wurden , haben wir überlegt, wie wir uns einbringen können“, erzählt Draude. „Wir wollten einfach helfen. Aber nur den Flüchtlingen und anderen Menschen nicht, das geht nicht“, beschreibt sie die Überlegungen. Im Gespräch mit Krankenhausseelsorgerin Helga Rolfes fiel schließlich der Entschluss, den Besuchsdienst wieder aufleben zu lassen.

Immer sehr viel mitgenommen

„Ich war 24 Jahre bei den Grünen Damen und ich habe so viel aus dieser Zeit mitgenommen“ beschreibt Wasmuth ihre Motivation für den Neuanfang. „Sehr, sehr positiv“ nennt auch der gebürtige Niederländer van den Maagdenberg seine Erinnerungen an die Zeit als einziger „grüner Herr“. „Die Arbeit hat wahnsinnig viel Spaß gemacht. Ich bin immer in die Zimmer gegangen und habe gesagt, ‚wenn Sie nicht einmal lachen, gehe ich nicht wieder‘“, sagt er und fährt fort: „Aber jeder bringt seine spezielle Art ein“. Eine könne sich sehr gut einfühlen, die andere sei besonders zupackend, der dritte setze auf Aufmunterung durch einen Witz. „Wir müssen einfach auf die Patienten eingehen und sehen, was sie brauchen“, findet Draude.

Erfahrene und Neue in engem Kontakt

Zu Anfang wollen Erfahrene und Neue in besonders engem Kontakt bleiben. „Ich erinnere mich noch an meinen ersten Besuch. Ich war so unsicher, dass ich ganz nass geschwitzt war“, berichtet Wasmuth von ihrer Anfangszeit vor 24 Jahren. „Das ist es ganz wichtig, sich gegenseitig zu stützen“. Die Ehrenamtlichen müssten auch auf bohrende Fragen von Patienten vorbereitet sein, etwa nach der eigenen Motivation. „Wenn wir gefragt werden, müssen wir glaubwürdig sagen können, warum wir das machen“, mahnt sie. Auch über die Grenzen ihrer Arbeit müssten sich die Ehrenamtlichen klar sein. Nicht jeder Patient wolle den Kontakt zum Besuchsdienst und nicht jeder werde sich den Ehrenamtlichen im Gespräch öffnen. Ihre Erfahrungen wollen die Ehrenamtlichen bei einem monatlichen Treffen in den Räumen des Krankenhaus es austauschen.

Weitere Aktive gesucht

Die ersten Vorgespräche haben bereits stattgefunden. Am Dienstag geht es zum ersten Mal „auf Station“. Um eine kontinuierliche Arbeit sichern zu können, sucht der Besuchsdienst noch weitere Aktive. Nach einer gewissen Anlaufzeit und wenn die Ehrenamtlichen über eine gewisse Sicherheit verfügen, soll über den Einsatz auf den anderen Stationen und entsprechende Schulungen nachgedacht werden. Van den Maagdenberg beispielsweise war bereits zu Zeiten der Grünen Damen im Gesprächskreis der Suchtstation tätig. „Das war eine sehr schöne Zeit“, erinnert er sich.