LAB-Leiter bleibt Pistorius übergibt Sportgeräte für Flüchtlingskinder in Hesepe

Von Heiner Beinke


Hesepe. Endlich einmal ein angenehmer Termin für Boris Pistorius in Hesepe: Der Niedersächsische Innenminister war am Donnerstagnachmittag in die Flüchtlingsunterkunft gekommen, um in der Sporthalle vom Land gestiftete Sportgeräte zu übergeben. Außerdem wurde bestätigt, dass Klaus Dierker Leiter der Einrichtung bleibt.

Als der Minister im Juli letzten Jahres in der Landesaufnahmebehörde (LAB) Hesepe war, dachte niemand an Sport in der alten Turnhalle auf dem Gelände. Die war damals noch voll belegt mit Asylbewerbern. Damals kündigte Pistorius Entlastung an , die aber noch einige Monate auf sich warten ließ. Weiterlesen: Pistorius dankt Bramschern für Gelassenheit .

Gelöste Stimmung

Jetzt aber herrschte gelöste Stimmung, als Pistorius in der Turnhalle eintraf. Lautstark tollten Kinder mit und ohne Ball durch die Halle, in der die Gaben des Landes aufgebaut waren: neue Basketballkörbe an der Wand, ein Trampolin, eine Matte und ein Sprungkasten zum Beispiel. „Ich bin hier, um diese Geräte an Euch zu übergeben“, sagte Pistorius, als dann Ruhe eingekehrt war. „Ich kann mir vorstellen, dass Euch hier manchmal ganz schön langweilig ist“, fuhr der Minister fort. Da sollten die Sportgeräte Abhilfe schaffen.

Land hat Geld „zusammengekratzt“

Sport bringe Menschen unterschiedlicher Länder und Kulturen zusammen. Deshalb habe das Land Geld „zusammengekratzt“, um in Hesepe und in sieben weiteren Einrichtungen in Niedersachsen für eine Ausstattung nach den Wünschen der jeweiligen Einrichtung zu sorgen. Beim Sport lernten Menschen „Dinge wie Teamgeist, Tolerant und auch, gewisse Regeln einzuhalten“, sagte Pistorius. Sport schaffe Integrationspotenziale, die das Land nutzen wolle, betonte der Minister, der für die Kinder auch Trikots mit der Aufschrift „Niedersachsen packt an“ mitgebracht hatte. „Wir sagen Dankeschön“, antworteten die Kinder lautstark.

LAB-Leiter Dierker bleibt

Am Rande des Ministerbesuchs wurde bestätigt, dass Klaus Dierker mindestens bis Ende dieses Jahres Leiter der LAB Hesepe bleibt. Eine gute Entscheidung, wie LAB-Mitarbeiter beim Besuch betonten: „Er hat hier die Dinge richtig vorangebracht, das Arbeiten macht wieder richtig Spaß“, sagte einer von ihnen. Weiterlesen: Flüchtlingsunterkunft Hesepe im Umbruch .

Dierker selbst berichtete, die Einrichtung sei aktuell mit 860 Menschen belegt, zeitweise seien es so gar noch deutlich weniger gewesen. Dies gebe nun Luft, um über bauliche Veränderungen nachzudenken, die zum Teil bereits angeschoben seien. „Das sind natürlich Dinge, über die man gar nicht erst nachdenkt, wenn hier 4000 Menschen sind“, wollte er die Situation überhaupt nicht vergleichen.

Ebenfalls am Rande des Ministerbesuchs berichtete Anke Hennig, dass die Begegnungsstätte der Humanisten in Hesepe auf sehr gutem Wege sei. Dafür werde aller Voraussicht nach ein bestehendes Gebäude auf dem Gelände genutzt, berichtete die Initiatorin des Projektes. Der Vertrag werde von der Landesaufnahmebehörde inBraunschweig derzeit geprüft, sie gehe davon aus, dass noch Ende Februar die Begegnungsstätte die Arbeit aufnehmen könne. Derzeit gebe es „zwölf ganz aktive Mitstreiter“, sagte Hennig, die ebenfalls die Zusammenarbeit mit Dierker lobte.

Wer in der Begegnungsstätte mitarbeiten möchte, kann sich bei Anke Hennig, Tel. 0173/5150052, bramsche@humanisten.de , informieren.