BN-Monatsrückblick Bombe, Brände, Baugebiet – Bramsche im Dezember 2015

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Bramsche. Hesepe lieferte im Dezember 2015 wieder einige Nachrichten - dieses Mal allerdings nicht wie so oft in den vergangenen Monaten durch die Asylbewerber-Unterkunft. Der BN-Monatsrückblick.

Im Bramscher Ortsteil Hesepe ist ein Blindgänger gefunden und entschärft worden. Rund 330 Einwohner mussten evakuiert werden. Der Blindgänger war bei Erdarbeiten unweit des „alten“ Sportplatzes in Hesepe gefunden worden. Die Entschärfung verlief schnell und reibungslos: Schon wenige Stunden nach der Entdeckung der 50-Kilo-Bombe gab der Kampfmittelbeseitigungsdienst Entwarnung.

Feuerwehren im Einsatz

Rund 120 Feuerwehrleute waren im Einsatz, um den Brand in einer Autoverwertungs-Firma im Industriegebiet Hesepe zu löschen. Mit zwei Drehleitern – einer aus Bramsche und einer aus Ankum – gingen die Feuerwehrleute gegen den Brand vor. Ein sogenannter Innenangriff, also das Löschen im Gebäude, musste zunächst abgebrochen werden, als Gasflaschen in der Werkhalle vorgefunden wurden, aus der die Flammen schlugen. Schwierigkeiten bereitete zu Beginn des Einsatzes die Wasserversorgung aus dem Hydrantennetz. In der Bramscher Gartenstadt brannte zudem ein Imbiss.

Kommunalpolitik

Mit der Einbringung des Haushalts 2016 in den Stadtrat hat Bürgermeister Heiner Pahlmann eine erneute Erhöhung der Gewerbesteuer um zehn Prozentpunkte ins Gespräch gebracht. Pahlmann stellte die Eckdaten des Haushaltes vor: Das Jahresergebnis liegt bei einem Minus von 1,7 Millionen Euro. Dieser Fehlbetrag kann aber aus den Rücklagen ausgeglichen werden, sodass kein Haushaltskonsolidierungsprogramm erforderlich ist. Bei einer vorgesehenen Kreditaufnahme in Höhe von 5,5 Millionen Euro und einer Tilgung von 1,9 Millionen bleibt eine Neuverschuldung von 3,6 Millionen.

Es sind zwar alle für das neue Baugebiet am Stapelberger Weg in Hesepe, aber für ein einstimmiges Votum im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt reichte das nicht: Mit den fünf Stimmen von CDU und Grünen gegen die vier der SPD wurde die Auslegung des Bebauungsplanes beschlossen. Am Vortag hatte sich der Ortsrat Hesepe bei einer Gegenstimme für den Plan ausgesprochen. Er sieht ein Wohnbaugebiet mit 50 bis 60 Bauplätzen vor.

Gastronomie

Großes Stühlerücken in der Bramscher Gastronomie : Denn gleich bei mehreren Restaurants, Cafés und Lokalen stehen in nächster Zeit Veränderungen an. Für das Restaurant „Adria“ wird ebenso ein neuer Betreiber gesucht wie für das Eiscafé Cristallo. Weiter ist man da bereits beim Café am Hasesee: Neue Pächterin dort wird Mechthild „Mecki“ Thiele . Zerschlagen haben sich indes die Pläne, in der Münsterstraße eine „Merlin Lounge“ zu eröffnen.

Stadtgeschichte

Auf den Spuren seiner Vergangenheit wandelte Erwin Hermann Voss in Bramsche . „Ich habe schlechte Erinnerungen an die Nazizeit, aber nicht an Bramsche“, betonte der 85-jährige Jude, der 1937 als siebenjähriger Junge mit seinen Eltern von Bramsche nach Argentinien ausgewandert ist. Der Sohn der letzten jüdischen Familie in Bramsche kam erst zum zweiten Mal nach dem Krieg in seine alte Heimat. Vor vier Jahren hat der Achmeraner Dieter Przygode, der die Geschichte der Bramscher Juden erforscht, Voss in Bunenos Aires getroffen. Der Besuch legte den Grundstein für eine freundschaftliche Zusammenarbeit, die in einem Buchprojekt mündete: „Von Bramsche nach Buenos Aires“ lautet der Titel des Werks, das nun veröffentlicht wurde.

Lokale Wirtschaft

Beim Tapetenhersteller Gebrüder Rasch GmbH ersetzt ab dem 1. Januar 2016 ein Firmentarifvertrag die bisherige Betriebsvereinbarung zur Vier-Tage-Woche in der Produktion. Eckpunkte des neuen Kontraktes, der bis Ende des Jahres 2018 gelten wird, sind eine 31,2-Stunden-Arbeitswoche in der Produktion (einschließlich entsprechender Lohneinbußen), aber gleichzeitig auch ein Kündigungsschutz für die noch mehr als 400 verbliebenen Beschäftigten am Hauptfirmensitz in Bramsche.

Nach 90 neuen Arbeitsplätzen im inzwischen fast abgelaufenen Jahr will der Sportartikelanbieter Adidas in seinem Distributions- und Versandzentrum in Rieste/Neuenkirchen-Vörden zum 1. Januar 2016 weitere 55 Personen einstellen . Die Zahl der fest bei Adidas beschäftigten Personen am Versandstandort im Niedersachsenpark an der Autobahn 1 steigt damit auf 387. Außerdem kündigt Adidas an, in Rieste erweitern zu wollen .

Nach Investitionen von rund 3,5 Millionen Euro wird in Rieste das Alfen-Saunaland am Alfsee eröffnet . Es bietet seinen Besuchern verschiedene (teilweise sogar zweistöckigen) Saunen, Schwimmbad, Salzgrotte sowie Beauty- und Kosmetikbereich.


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