Heiko Ziegemeier geht in Rente Bramscher Volksbank-Vorstand fing als Chef an

Vorstand Heiko Ziegemeier an seinem Schreibtisch bei der Volksbank Bramgau-Wittlage. Foto: Heiner BeinkeVorstand Heiko Ziegemeier an seinem Schreibtisch bei der Volksbank Bramgau-Wittlage. Foto: Heiner Beinke

Bramsche. Zum letzten Mal nimmt Heiko Ziegemeier an diesem Freitag Platz an seinem Schreibtisch in Bramsche als Vorstand der Volksbank Bramgau-Wittlage. Den Rest des Jahres hat er Urlaub, dann beginnt die passive Phase der Altersteilzeit, mithin der Ruhestand. Zeit für einen entspannten, weil zufriedenen Blick zurück auf ein erfülltes und erfolgreiches Berufsleben.

Beruf ohne Stress

Lange Arbeitstage, viele Abendtermine - der Beruf hat Heiko Ziegemeier viele Jahre kräftig gefordert. Das Modewort Stress dafür lehnt der 62-Jährige jedoch strikt ab: „Das ist meine Arbeit, das mache ich gerne“. Der Satz steht für einen Mann, der das, was er tut, aus voller Überzeugung macht. Es habe im Berufsleben Höhen und Tiefen gegeben, aber „deutlich, deutlich mehr Hochs“, resümiert er.

Der „Hunteburger Junge“ war eigentlich bereit, den elterlichen Hof zu übernehmen. Doch dann ergab sich die Möglichkeit, eine Ausbildung bei der Raiffeisen-Warengenossenschaft zu machen. Danach sollte es ein BWL-Studium sein, doch in letzter Sekunde entschied er sich für eine Stelle als Verbandsprüfer für das Weser-Ems-Gebiet bei der Genossenschaft.

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Bei der Volksbank fing Ziegemeier gleich als Chef an. 1984 wurde ihm der Vorstandsposten bei der Volksbank Hunteburg angetragen. „Das war die Grundlage für alles weitere“, sagt Ziegemeier, der im Rückblick dankbar ist, an allen Wegmarken auf die richtigen Ratgeber gehört zu haben. Nach der Fusion mit der Volksbank Wittlage war er als Marktfolge-Vorstand zuständig unter anderem für Personal und Innenrevision. Diesen Aufgabenbereich hat er auch nach der letzten Fusion zur Volksbank Bramgau-Wittlage betreut.

Lobbyarbeit

Als Sprecher der Kreisarbeitsgemeinschaft der Volksbanken hat der überzeugte Genossenschafter zudem zahlreiche Kontakte geknüpft und im besten Sinne Lobbyarbeit für die Volksbank als Regionalbank betrieben. „Da habe ich auch immer ein bisschen über den Tellerrand blicken können“, beschreibt er den hohen Wert dieser Kontakte. Zu den unangenehmen Veränderungen in der Arbeitswelt zählt Ziegemeier insbesondere die „Regulatorik“, die Flut von Bestimmungen, die das Bankenwesen kontrollieren soll und die die Fixkosten in die Höhe treiben. Dies und der anhaltend niedrige Zins seien Rahmenbedingungen, die es erschweren, die überaus positive Entwicklung der Volksbank in dieser Weise fortzusetzen, meint der scheidende Vorstand. Er ist froh, dass er in dieser Situation seinen Nachfolger Holger Benitz gründlich einarbeiten konnte. „Insgesamt sind wir in sehr gutem Fahrwasser“, bilanziert Ziegemeier.

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Ausblick

Künftig sind das aber nicht mehr seine Probleme. Im nächsten Jahr will Ziegemeier viel mit seiner Frau Lena unternehmen. Radtouren und Wanderungen in der näheren Umgebung sind dabei eher angesagt als Reisen in die große, weite Welt. Sein handwerkliches Geschick kann der Banker im Ruhestand auf den Baustellen seiner Kinder Annika und Nils unter Beweis stellen, die beide zurzeit ihr eigenes trautes Heim Wirklichkeit werden lassen. „Und wenn die Häuser fertig sind, ist ja noch der Garten da“, meint der angehende Pensionär. Und dann sind da ja noch die vielen Vereine, die auf den „Hunteburger Jungen“ warten. Allen voran der Ponymarkt, den Ziegemeier seit Jahren moderiert.

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Nur um ein Ehrenamt will Ziegemeier definitiv einen Bogen machen: Die Kommunalpolitik reizt ihn nicht: „Da muss man ständig abwägen und Entscheidungen treffen. Das habe ich im Beruf mein Leben lang gemacht“.

An diesem Freitag ist Ziegemeier zum letzten Mal für seine Volksbank im Einsatz. Wobei es bei der Verabschiedung von den Kollegen emotional zu gehen dürfte. Am Abend ist dann noch eine Abschiedsfeier vorgesehen, im kleinen Kreis, wie Ziegemeier betont: „Ich kann nicht Wasser predigen und Wein saufen“. Auch da bleibt er seiner Überzeugung treu.


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