Seminar zur Prävention Bramscher Lehrer lernen spielen

Von Heiner Beinke

Spiele auszuprobieren gehörte zu einem Präventions-Seminar in der Alten Webschule. Foto: RathjenSpiele auszuprobieren gehörte zu einem Präventions-Seminar in der Alten Webschule. Foto: Rathjen

Bramsche. Spiele können für Lehrer eine sinnvolle Sache im Unterricht sein. Das wurde bei einem Präventionsseminar für Pädagogen in der Alten Webschule in Bramsche deutlich.

Wichtige Hilfe

Denn Spiele können eine wichtige Hilfe beim sozialen Lernen sein, betont Jan Rathjen, der als Geschäftsführer des Bramscher Präventionsrates das gemeinsam mit der Samtgemeinde Bersenbrück fortgeführte Projekt „Prävention als Chance“ (PaC) betreut. Das funktioniere aber nur dann, wenn der Pädagoge genau wisse, wie das Spiel funktioniert, welche Gefahren drohen und wie man die umschiffen kann.

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Das Angebot an Spielen und Übungen zum sozialen Lernen sei Bestandteil eines Ordners, der über PaC an alle beteiligten Schulen gegangen sei. „Aber den Ordner da im Regal stehen zu haben und damit zu arbeiten, das ist immer noch zweierlei“, weiß Rathjen. Deshalb sollen praktische Seminare die nötige Sicherheit im Umgang mit dem vorhandenen Material geben.

Professionelle Leitung

Sehr professionell geschah das nach Rathjens Einschätzung in Bramsche, wo Monika Harms das Seminar leitete. Die Lehrerin im Ruhestand hat den Ordner mitentwickelt und Trainer weitergebildet, die das Erarbeitete weitergeben. Als Lehrerin in Bad Zwischenahn hat sie zudem selbst genügend praktische Erfahrungen gesammelt.

Insgesamt zwölf Teilnehmer waren in der Alten Webschule zusammengekommen, darunter erstmals auch Pädagogen der Waldorfschule Evinghausen und der neuen Integrierten Gesamtschule Bramsche mit dem Leiter Thomas Behning an der Spitze. Bei allen sei der Praxisteil am besten angekommen, berichtet Rathjen. In der Nachbesprechung ging es dann um die Frage, was welche Spiele bewirken und welche Inhalte sich damit transportieren lassen. „Nur wenn ich so ein Spiel richtig kenne und weiß, wie es läuft und worauf ich achten muss, dann setze ich es auch ein“. glaubt der Geschäftsführer.

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Handlungsbedarf sehr groß

In der theoretischen Begleitung wies Monika Harms darauf hin, dass Übungen zum sozialen Lernen ein Beitrag zu wirkungsvoller Prävention sein könnten. Die Übungen würden dem Umstand Rechnung tragen, „dass die Übernahme von Verantwortung für eine sozialverträgliche Erziehung nicht mehr eine Selbstverständlichkeit für alle Eltern ist“, schreibt sie in einem Begleittext für den Ordner. Lehrer sähen sich deshalb einer Schülerschaft gegenüber, bei der das „Spektrum von sozial orientierungslos bis verwahrlost auf der einen Seite und dem Anspruchsverhalten von egozentrischen Prinzen und Prinzessinnen auf der anderen Seite“ reicht.

Vor 30 Jahren hätten Lehrkräfte in Klassen mit bis zu 40 Schülern „höchstens drei bis fünf verhaltensauffällige Schüler“ gehabt, heute seien bei 25 Kindern „lediglich fünf sozial kompetente, nicht auffällige Kinder“. Der Handlungsbedarf beim sozialen Lernen sei deshalb sehr groß.


Prävention als Chance (PaC) ist als Modellprojekt in den Kommunen Bramsche und Bersenbrück vom Land gefördert worden. Es geht darum, kommunale Verantwortungsträger, Schulen und Kitas, Träger de Jugendhilfe, die Polizei und engagierte Bürger zusammenzubringen, um Gewaltprävention und die Vermittlung sozialer Werte zu verankern und zu festigen. Die Landesförderung ist inzwischen ausgelaufen, die Kommunen setzen das Projekt aber mit eigenen Mitteln fort.