Adventskalender-Serie BN öffnet Türen: Bei Pente ins Windrad steigen

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Pente/Wallenhorst. „Die Bramscher Nachrichten öffnen Türen“ – unter diesem Motto stellen wir noch bis Heiligabend Orte und Räumlichkeiten aus Bramsche und Umgebung vor, die sonst nicht unbedingt zugänglich sind. An jedem Erscheinungstag einen, einem Adventskalender gleich. Heute blicken wir dabei in ein 172 m hohes Windrad unweit vom Schwarzen See – auf der Stadtgrenze von Pente nach Hollage.

Eher nüchtern und spartanisch ist der Turm eingerichtet. Der Fahrstuhl, der sich gleich rechts im Windrad hinter einer Metallgitterverkleidung verbirgt, ist schmal und eng. Immer nur eine Person kann jeweils in ihn einsteigen. Wer an dem Gefährt rüttelt, wird schnell merken: Der Fahrstuhl wackelt ganz schön.

Die Alternative für die beiden Mitarbeiter der Stadtwerke Osnabrück, Hermann Brandebusemeyer und Johannes Brunsen, um nach oben zu kommen, wäre der Weg über eine sehr hohe Metallleiter. Bis zum Erreichen der Nabenhöhe sind es aber immerhin stolze 127 Meter. Sicherheitsgeschirr hängt für bis zu zwei Personen bereit.

Bei Pente in 127 m Höhe

Die Stadtwerke betreiben in diesem Sektor in den Wiesen zwischen Pente und Hollage zwei der drei im Jahre 2012 errichteten Windräder . „Der Turm hier erzeugt 4,2 Millionen Kilowattstunden Strom“, sagt der für die Projektentwicklung zuständige Hermann Brandebusemeyer: „Pro Jahr, versteht sich.“

Wer hier arbeite, müsse eine Schutzausrüstung tragen, verdeutlicht der Stadtwerke-Mann. Ein Helm, spezielle Schuhe und eine Schutzweste sind neben dem Auffanggurt und dem sogenannten Steigschutzsystem Pflicht.

Nach oben geht es dabei immer nur zu zweit. Auch das ist eine Vorschrift. „Eine Gesundheits- und Höhentauglichkeitsprüfung muss ebenso erfolgt sein“, weiß Johannes Brunsen.

„Wie im U-Boot“

Ganz oben – also in Nabenhöhe – erwartet die Steiger „ein Raum voll mit Technik“ (Brandebusemeyer). Etwa 30 Quadratmeter umfasst dieser. „Es fühlt sich dort ein bisschen so an wie in einem U-Boot“, ergänzt Brunsen.

Wer ein solches Windrad beziehungsweise gleich einen ganzen Park an Türmen errichten wolle, brauche dafür „vom ersten Gedanken bis zur Inbetriebnahme wohl zwei Jahre“, erklärt Brandebusemeyer. Diverse Genehmigungsverfahren und umweltrelevante Untersuchungen seien einer der Gründe dafür. „Die eigentliche Errichtung des Windrades selbst dauert etwa ein halbes Jahr“, so der Projektentwickler.

Die Wartung der Türme erfolge schließlich einmal pro Jahr. Zum einen werden die Maschinen kontrolliert, zum anderen die Elektronik. „Dazu kommen weitere klassische Sicherheitsprüfungen“, sagt Brandebusemeyer.

Und was ist im Schadensfall? „Wenn die Anlage ungewollt steht, werden automatisch die Monteure der Fachfirma darüber informiert und kümmern sich“, erläutert Brunsen. Solche Störungen seien aber „eher selten“. Automatische Abschaltungen, die dagegen gewollt sind, gibt es beispielsweise immer dann, wenn sogenannter Schattenwurf durch sich rasch drehende Rotorblätter die Anwohner beeinträchtigen könnte.


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